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Standing in the Shadows of Motown

Standing in the Shadows of Motown
dokumentation , usa 2003
original
standing in the shadows of motown
regie
paul justman
drehbuch
paul justman
cast
jack ashford,
bob babbitt,
bootsy collins,
shaka khan, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
3. Juli 2003
homepage
http://www.arsenalfilm.de/motown/index.html
bewertung

5 von 10 Augen

 

Im Jahr 1983 feiert die Plattenfirma Motown Records ihr 25jähriges Bestehen. Der Bassist James Jameson muss sich eine Eintrittskarte kaufen, um an der Jubiläumsgala teilzunehmen. Drei Monate später stirbt er. Er war einer der legendären Funk Brothers: Sie hatten mehr Nummer-1-Hits als Elvis, die Beatles oder die Rolling Stones. Und doch erinnert sich niemand an sie.
"That's Motown. But they never know us.", sinniert heute ein übrig gebliebener Funk Brother in Paul Justmans Dokumentarfilm "Standing in the Shadows of Motown" enttäuscht. Ihre Musik ist weltbekannt, doch ihre Namen wissen die wenigsten. Die Musiker der Funk Brothers stehen hinter fast jeder Motown-Produktion der sechziger und frühen siebziger Jahre: Diana Ross and the Supremes, The Temptations, Marvin Gaye oder Stevie Wonder - sie alle spielten ihre Hits bei Motown Records, zusammen mit den Funk Brothers, ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg boomt in Detroit die Autoindustrie. Nahezu die ganze Stadt arbeitet in der Montagehalle - nicht so die Funk Brothers. Sie wollen nicht zwischen Autoteilen enden; sie wollen Musik machen. Berry Gordy gründet vor Ort seine Plattenfirma Motown Records. Und in den späten 50ern beginnen die ersten Proben der Funk Brothers in der sogenannten ‚Schlangengrube' oder dem ‚Studio A' - einer zum Musikstudio umfunktionierten Garage.
Motown Records ist als "Hitsville USA" legendär geworden. Doch dass die eigentliche Hit-Maschine dahinter die Funk Brothers waren, ist eines der kleinen Geheimnisse der Pop-Musikgeschichte. Regisseur, und unübersehbarer Fan Paul Justman fühlte sich berufen, diese Perlen des Funk vor dem Vergessen zu bewahren. Egal, ob bereits verstorbene Kultfiguren, gealterte Ikonen oder aktuelle Soul- und Funkstars - Justman verbeugt sich mit seinem Dokumentarfilm, "Standing in the Shadows of Motown" gebührend vor jedem einzelnen.
Das lässt den Zuschauer natürlich nicht unberührt: Wem fangen nicht die Füße an zu zucken bei den ersten Takten von "Dancing in the Streets"? Wer spürt die Schwingungen nicht; "… diese Kreativität und diese irren Grooves … ", wenn wir sehen, wie zum Beispiel die Klassiker "Where did our Love go" oder "My Girl" aufgenommen werden. Man kann Justman nicht Faulheit vorwerfen oder dass er nicht gründlich recherchiert hätte. Doch zuviel Verliebtheit in all die vielen Blickwinkel einer Geschichte kann einem den Spaß am großen Ganzen verderben - insbesondere, wenn es um Musik geht. Wie heißt es so schön - Kill your darlings!
Der Zuschauer muss sich in der Dokumentation über die Funk Brothers aus einer Vielzahl von Perspektiven seine klare Linie zusammenbasteln: Konzertbilder mit jungen Künstlern wie z.B. Ben Harper, Archivaufnahmen der jungen Musiker, Studioproben der ‚Übriggebliebenen' (zum Teil mit jungen Künstlern wie MeShell Ndegeocello oder Montell Jordan) und nachgestellte Szenen aus alten Tourtagen gemixt mit soziokulturellen Archivbildern machen es zugegebenermaßen sehr schwierig diese Linie zu finden.
Weniger ist eben doch mehr. Aber auch wenn Paul Justmans Leidenschaft ab und an ein wenig zügellos wirkt (O-Ton:"Das sind großartige Menschen, nicht nur großartige Musiker."), ist "Standing in the Shadows of Motown" doch ein liebevoller, bewegender Film und für jeden, der auch nur den Ansatz Funk in sich spürt, ein absolutes Must.
Nur noch mal zur Erinnerung: Das sind die Jungs, bei deren großen Hits wir heute noch Gänsehaut bekommen. Vielleicht hilft dieser kleine Film, dass sich auch wieder jemand an ihren Namen, Funk Brothers, und nicht nur an ihre Plattenfirma Motown Records erinnert.

Nadja Raweh

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