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Speed Racer

Speed Racer
action , usa 2008
original
speed racer
regie
the wachowski brothers
drehbuch
the wachowski brothers
cast
emile hirsch,
john goodman,
susan sarandon,
christina ricci,
matthew fox, u.a.
spielzeit
135 Minuten
kinostart
8. Mai 2008
homepage
http://www.speedracer-derfilm.de/
bewertung

4 von 10 Augen

 

Wer im letzten Sommer auf dem traditionsreichen Studiogelände in Potsdam-Babelsberg unterwegs war, hatte die seltene Chance, eine Hollywood-Großproduktion hautnah zu erleben. Dass der neue Film der Wachowski-Brüder Andy und Larry (die Erfinder der "Matrix" und die kreativen Köpfe hinter "V wie Vendetta") komplett in vier Hallen der Babelsberger Studios gedreht wurde, hatte zwei ausschlaggebende Gründe: Erstens erlaubt die jüngste Änderung der Richtlinien der deutschen Filmförderung auch die Unterstützung ausländischer Produktionen, sofern diese zum Großteil in Deutschland gedreht werden (und somit Arbeit bringen) - weshalb zur selben Zeit übrigens der Stauffenberg-Film mit Tom Cruise nur wenige hundert Meter weiter campierte. Zweitens war es im Falle von "Speed Racer" komplett egal, wo man den Film drehte, denn man brauchte nur Schauspieler, Kostüme und ein paar leere Studiohallen. Also warum nicht die Fördergelder mitnehmen?
Enttäuschend war dann allerdings der Blick in die Babelsberger Produktionshallen von "Speed Racer", wenn sich zur Mittagszeit oder in den Drehpausen die großen Tore öffneten. Denn dann sah man eigentlich nichts - außer grün, und zwar überall. Die gesamten Hallenwände und -böden waren in Green Screens verwandelt worden, die Darsteller spielten den ganzen Film, abgesehen von ein paar wenigen Requisiten zum Anfassen und Draufsetzen, in einem grünen Nichts, das später digital durch die eigentlichen Handlungsorte des Films ersetzt wurde.
Diese vollständige tricktechnische Künstlichkeit der Welt von "Speed Racer" ist in der Filmgeschichte ohne Beispiel, für den offenbar gewünschten Effekt aber auch unerlässlich. Denn was die Wachowskis hier präsentieren, hat nicht den geringsten Anspruch so etwas wie photorealistisch zu sein. Stattdessen huldigt man der Vorlage - eine japanische Anime-Serie aus den 60er Jahren - mit ebenso knallbunten wie offensichtlich künstlichen Hintergründen und erzeugt damit gezielt den Eindruck, dass die menschlichen Darsteller sich hier durch eine Comicwelt bar jedes Realitätsbezugs bewegen. Genau das erweist sich tragischerweise als eine der größten Schwächen von "Speed Racer".

Denn wenn man sich nach zwei viel zu langen Kinostunden aus dem Sitz schält, darf man sich schon mit einiger Berechtigung am Kopf kratzen und sich fragen, wen genau die Wachowskis mit diesem Film eigentlich erreichen wollten: Die extrem simpel gezeichneten Figuren und die flache Dramaturgie der Geschichte bewegen sich auf Kinderfilm-Niveau, was auch manche doch arg bescheuerte Verharmlosungen unterstreichen (auf dem Siegertreppchen gibt's keinen Schampus, sondern Milch!). Das Zielpublikum für solch einen Sommerblockbuster ist aber mindestens 10-20 Jahre älter, doch die einzigen Erwachsenen, die an "Speed Racer" durchweg ihre helle Freude haben werden, sind Liebhaber alter japanischer Anime-Serien. Leute wie die Wachowskis eben, die hier scheinbar mal eben 100 Millionen Dollar ausgegeben haben, um sich einen ganz persönlichen Geek-Traum zu erfüllen. Und dabei leider kaum einen anderen Zuschauer im Blick hatten.
Kenner der Vorlage (wie viel Dutzend Leute mögen das in Deutschland sein?) werden vermutlich jauchzen ob zahlloser Anspielungen und Parallelen, Otto Normalzuschauer hingegen darf sich bereits berechtigterweise an der Beibehaltung der reichlich dümmlichen Namen mit integrierter Funktionszuteilung stören: Da haben wir den jungen Rennfahrer Speed Racer (Emile Hirsch, "Into the Wild"), der für den unabhängigen Rennstall seines Vaters Pops Racer (John Goodman) fährt. Mit den Erinnerungen an das Schicksal seines verstorbenen Rennfahrer-Bruders als stete Begleiter will Speed das große Grand Prix-Rennen gewinnen, doch muss heraus finden, dass die Siege bei den größten Rennen seit Anbeginn der Rennliga von den Sponsoren-Bossen hinter den Kulissen abgesprochen werden. Und wenn er sich nicht fügt, wird er fertig gemacht. Mit der treuen Hilfe von Mom Racer (Susan Sarandon) und seiner Freundin Trixie (Christina Ricci) will Speed dennoch einen Weg finden, es den bösen, geldgierigen Bossen zu zeigen, und geht dabei auch eine Allianz mit dem geheimnisvollen, maskierten Racer X (Matthew Fox aus "Lost") ein.

In den wenigen Szenen, in denen es um die Sponsorenmanipulationen und die Machenschaften hinter den Kulissen geht, ist "Speed Racer" tatsächlich auch mal so etwas wie ein "erwachsener" Film, der mit verzwickten Marktmanipulationen und verborgenen Deals die wahren Machtverhältnisse im großen Geschäft mit dem Sport aufzeigt. Das sind die Momente, in denen sich die ansonsten begeisterten kleinen Kinder im Publikum fragend an die Großen wenden müssen, wovon da gerade geredet wird.
Das geht aber auch ziemlich schnell wieder vorbei und kann ganz sicher nicht kaschieren, dass sich "Speed Racer" story-technisch auf einem dermaßen infantilen Level bewegt, dass es schon fast peinlich ist. Hier die Guten, denen es ausschließlich um familiären Zusammenhalt und die Freude am sauberen Rennsport geht, da die Bösen, angetrieben von purer Geldgier und Zerstörer des echten Sportsgeistes. Das ist dann auch das gesamte Konfliktpotential in "Speed Racer", in dem sich Mama, Papa, Sohn und Freundin ganz doll und keimfrei lieb haben und nur aus Sorge umeinander vielleicht mal böse werden, während der kleine Bruder mit seinem Schimpansen für die alberne Auflockerung zwischendurch sorgen darf. Lebensbedrohlich wird es hier nie, wer im Rennen von der Straße gekegelt wird, dem bewahrt ein Science-Fiction-artiges Rettungssystem garantiert Leib und Leben, und hinterhältige Anschläge setzen das Opfer auch nur maximal für einen halben Tag außer Gefecht.

Das hat als harmlose Welt für eine alte Anime-Serie vielleicht mal gereicht, als großer Kinofilm im Jahr 2008 ist es eine spannungsfreie Zone, der wegen fehlendem Dampf der Geschichte trotz spektakulärster Tricksereien und Stil-Gespiel sehr schnell die Luft ausgeht. "Speed Racer" ist ein einziger visueller Oberflächenreiz, hinter dem sich absolut nichts verbirgt.
Dass das schon sehr hübsch anzusehen ist, keine Frage. Zitierfreudig und stilsicher kombinieren die Wachowskis hier nach Herzenslust futuristische Rennstrecken mit dem Wohn- und Kleidungsdesign der frühen 60er, während die Ganoven mit Gamaschen und Maschinengewehren einem Ganster-Film der 30er entsprungen zu sein scheinen. Die mit allerlei technischen Spielereien nach James Bond-Manier ausgestatteten Rennwagen sorgen für viel Action, wobei der Film angesichts der knallbunten Rasanz der Rennszenen, mit kreuz und quer durch die Gegend fliegenden Flitzern, eigentlich eine Epilepsie-Warnung verdient hätte.
Auf die Spitze treiben die Wachowskis ihre Referenzfreude schließlich, indem sie in der Inszenierung zahlreiche Bildkonventionen klassischer Anime-Serien imitieren (die kennt der deutsche TV-Veteran z.B. auch aus "Kimba, der weiße Löwe"), bis hin zum charakteristischen Einfrieren einer Figur in einer Schrecksekunde oder in der schnellen Bewegung, während rasende Linien im Hintergrund Geschwindigkeit suggerieren. Das ist eine zeitlang ganz witzig, auf die Dauer jedoch tödlich, wenn man den Film noch irgendwie ernst nehmen soll. Und das ist angesichts der offensichtlichen und auch noch extra betonten Künstlichkeit der ganzen Sache schlichtweg nicht drin.

Und während die Wachowskis verliebt in ihr eigenes Schaffen den Film durch zahlreiche Längen auf 135 Minuten auswalzen, langweilt man sich mit einer Story, die selbst für 90 Minuten noch zu dünn gewesen wäre, und kann auch bei den ausufernden Actionsequenzen nicht so richtig staunen, weil es halt doch einfach nur Animation ist. Das ist es in gängigen Hollywood-Filmen heutzutage zwar zum Teil immer wenn es spektakulär wird, doch anderswo versucht man eben, es wie echt aussehen zu lassen, und die Illusion funktioniert. Weil sich "Speed Racer" aber so gezielt an seiner eigenen Künstlichkeit ergötzt, lässt er einen in den Momenten, wo es drauf ankommt, emotional völlig kalt. Das gilt sowohl für die vermeintlich spannungsreichen Rennen, als auch für die dramatischen Szenen, die letztlich ebenfalls vor allem eins sind: künstlich. Da helfen auch die guten Leistungen der namhaften Besetzung nichts, die sich allesamt reichlich Mühe geben und ihren Figuren mehr Tiefe verleihen, als diese eigentlich haben.
Apropos Besetzung: Der Produktions- und Förderstandort Deutschland hat auch dazu geführt, dass eine ganze Riege bekannter deutscher Schauspieler in kleinen und kleinsten Nebenrollen auftauchen. Benno Fürmann, Waldemar Kobus und Ralph Herforth werden mit einigem Dialog ausgestattet noch prominent ins Bild gerückt, um Moritz Bleibtreu, Cosma Shiva Hagen und Jana Pallaske nicht aus Versehen zu verpassen, muss man schon genauer hingucken.

"Speed Racer" ist ein Film über sich selbst. Ein Film, der die ganze Zeit nur schreit: Schau, wie bunt ich bin! Schau, wie schnell ich bin! Schau, was ich hier zitiere! Schau, was ich da zitiere! Ist das nicht alles total cool? Nein, ist es leider nicht, wenn man nicht gerade Andy oder Larry Wachowski heißt. Man muss den öffentlichkeitsscheuen Brüdern in gewisser Weise Respekt dafür zollen, dass sie noch immer eine solche Narrenfreiheit in Hollywood besitzen, um mit diesem selbstverliebten Fanboy-Projekt unangetastet durchzukommen. Wer jedoch nicht mit den Wachowskis haargenau auf einer Wellenlänge liegt, der wird "Speed Racer" eher befremdlich und öde finden. Wer also total über alte Anime-Serien abgeht, sich mit kindlicher Freude von schnellen bunten Autos und wilden Crashs beglücken lässt und sich auch gern zwei Stunden ins Kino setzt für eine Geschichte, die man keine Sekunde ernst nehmen kann - viel Spaß. Alle anderen können sich diesen Film getrost sparen.

Frank-Michael Helmke

naja Milch gibt es auch für den Sieger der weltberühmten Indy 500...
gute Recherche..^^

Zitat: "Diese vollständige tricktechnische Künstlichkeit der Welt von "Speed Racer" ist in der Filmgeschichte ohne Beispiel..."

Naja, hat da nicht jemand "Skycaptain and the world of tomorrow" vergessen??

"Diese vollständige tricktechnische Künstlichkeit der Welt von "Speed Racer" ist in der Filmgeschichte ohne Beispiel"
...wieso bleibt in der Rezension die offensichtlichste Vorlage der virtuellen Raserei, nämlich TRON von Disney, unerwähnt?
Daran mußte ich beim Ansehen des Trailers sofort denken.
TRON spielt *weitestgehend* ebenfalls in einer vollständig tricktechnisch-künstlichen Welt.

„als großer Kinofilm im Jahr 2007”

warum denn 2007?

ich sehe das oben geschriebene vollkommen ein und stemple speed racer auch als nerdprodukt ab. denke, dass mir evtl. der visuelle reiz genügen wird. darum gehts!

Mich wundert, dass sich hier jemand dafür ernsthaft interessiert...wäre doch in Asien viel besser platziert.

Habe Mitleid mit dem Rezensenten, nachdem ich den Film mittlerweile drei mal in der Vorschau gesehen habe und bereits dabei jedesmal fast eingeschlafen bin (die Autos sehen kaum besser aus als bei F-Zero GX auf dem Gamecube, falls das einer kennt) will ich gar nicht wissen wie es ist, sich das ganze 135 Minuten lang anzuschauen!!

@ blackzed: Erwischt, "Sky Captain" hatte ich in der Tat vergessen. Im Gegensatz zu "Speed Racer" hat man sich dort allerdings bemüht, die Welt in gewisser Weise real aussehen zu lassen, so dass sich "Speed Racer" noch immer deutlich "animierter" anfühlt.

@cpt. blah: "Tron" habe ich nicht erwähnt, weil ich keine echten Parallelen zwischen den Filmen sehe. Die animierten Teile von "Tron" spielen schließlich in einer virtuellen Umgebung und nicht in einer vermeintlich echten Welt, die Raserei bei "Speed Racer" sieht also virtuell aus, soll es in der Logik des Films aber nicht sein. Auch stilistisch sind meines Erachtens nur die Parallelen zum Anime deutlich erkennbar. Was nicht heißt, dass man nicht trotzdem dabei an "Tron" denken kann, ich glaube nur nicht, dass das für die Regisseure eine relevante Vorlage war.

Mir hat schon der quietschbunte, grenzdebile Trailer des Films gereicht, um mich einen GROSSEN Bogen um das Endprodukt machen zu lassen.
Von den Wachowskis hätte ich dann doch etwas mehr erwartet als solch einen Schund.

Vielen Dank für die Erklährung - es kann schon sein daß bei der Vorschaue einfach der Tron-Reflex mit mir durchgegangen ist, ich konnte den Gedanken aber wegen der Anzüge und Helme und der ganzen Bilder in denen außer Gesichtern nur virtuelle knallbunte Rennmaschinen zu sehen sind nicht vermeiden (Die Lightcycle-Sequenz in Tron ist ja auch nur 1-2 Minuten lang, insofern sind die Parallelen ohnehin nicht so groß).
Bin trotzdem neugierig auf den Film - werde aber wohl warten bis er mal in die DVD-o-Thek kommt.

9

Sorry, aber meiner Meinung nach hat die Kritik einen großen Fehler. Da heißt es "wenn man den Film noch irgendwie ernst nehmen soll". Hmm, es ist doch eigentlich schon klar, das man einen Manga oder einen Film der auf einen Manga basiert nicht wirklich ernst nehmen soll. Der Film hat aus meiner Sicht ein ganz anderes Ziel. Wer hat zum Beispiel als Kind von uns Männer nicht gerne mit Autos, Loopings und Rennstrecken gespielt? Na, erinnert Ihr Euch noch? Und was hat es? - Es hat Spaß gemacht. Ich glaube der Ansatz der Kritik hier ist viel zu ernst.

Ich komme gerade aus dem Kino und ich habe verdammt viel Spaß gehabt! Ich habe mich fast totgelacht (z.B. die Szene wo der Ninja zur Familie Racer ins Zimmer kommt) und war von der Bilderpracht und den Effekten begeistert, Und ja, die kindlicher Freude von schnellen bunten Autos und wilden Crashs beglücken mich auch heute noch. Das auch für mehrere Stunden. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß im Kino.

Klar, es ist ein einfacher Film, die Story wird auch von einem Kind verstanden und die Kritik an die Autoindustrie ist sicher nur kurz angedeutet. Auch der Affe und der Kleine nervt, aber nichts ist perfekt. Die Sache mit der Familie finde ich aber sehr gelungen, so einfach sollten Familien in der Regel funktionieren. Leider machen wir es uns nur unnötig kompliziert. Genau dieses Gefühl habe ich auch bei dieser Kritik. Für mich müssen es nicht immer komplizierte Storys oder ausgeklügelte Geschichten sein, nein ein Film kann auch einfach nur Unterhalten, wie eine Achterbahn auf der Kirmes. Genau das macht er auch, er ist witzig, sehr schnell und hat einen ganz eigenen neuen Stil geschaffen, wie einst die gute alte Matrix.

Was wird denn von einem Manga und einer Welt die nicht existiert erwartet? Realismus? Komplizierte Storys und schwerfällige Dialoge? Kennt Ihr denn Mangas nicht?

Im Land der Spießer und Bürokraten wird dieser Film sicher keinen guten Start hinlegen. Dafür ist er zu aufregend anders, als dass sich die Masse dafür begeistern kann. Viel zu viel Neues, dass der Normalkinogäger gar nicht begreifen will.

Ich persönlich finde die Wertung viel zu niedrig. Ein Film der Spaß macht, der ganz und gar nicht langweilig ist und der zu Abwechslung mal etwas ganz Neues zu bieten hat, sollte man eine Chance geben. Wer noch etwas Kind in sich hat und es schafft das im Film zu aktivieren, wird eine riesige Freude daran haben, versprochen.

9

"wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen" (unbekannt)

so oder so ähnlich kann ich den film beurteilen, den ich mir nun schon zum zweiten male begeistert angeschaut habe. tolle (wenn auch etwas eindimensionale) charaktere, super story und das alles vor atemberaubenden animationen. chapeau!

mich wundert die rennbegeisterung des protagonisten nicht, wenn ich an das wunderbar korrupt wie machiavellistische politische system denke, in welchem er lebt. störend war für mich nur der sideplot mit dem affen. erinnerte ein wenig an den schnöseligen jarjarbinks aus star wars episode 1.

der film wurde in berlin gedreht, was diesem aber keinen abbruch tut.
popcornkino at its best. hoffe, es gibt bald eine fortsetzung.

@firefly

Wow, das nenne ich einen schönen Kommentar.
vielen Dank!

Ich werde ihn mir sicherlich anschauen.

Zum Leben gehört eben nicht nur Leid, sondern auch Spaß!
und manche haben leider vergessen was Spaß ist...

"Was wird denn von einem Manga und einer Welt die nicht existiert erwartet? Realismus? Komplizierte Storys und schwerfällige Dialoge? Kennt Ihr denn Mangas nicht?"

@firefly: Sorry, aber das ist ja mal wieder völliger Humbug.

"Mangas" sind kein Genre sondern ein eigenes Medium.
Und genau wie ein Buch oder Comic nicht immer automatisch anspruchslos oder lustig sein muss, gibt es selbstverständlich jede Menge ernsthafter, tiefsinniger oder gar surrealer und depressiver Mangas.

Schau Dir bitte mal einen Manga von Jiro Taneguchi an, dessen Werke zur Zeit bei gleich drei deutschen Verlagen veröffentlicht werden und Du wirst solchen Unsinn hoffentlich in Zukunft nicht mehr verzapfen. Ansonsten schon mal "Mononoke" oder "Chihiro" gesehen?
"Perfect Blue" oder "Tokyo Godfathers" (alle bei uns im Kino gelaufen)?

Wer "kennt" hier Mangas nicht und blamiert sich gerade öffentlich?

5

Also ganz ehrlich fühlte ich mich in dem Film eher an eine vorschau zu einem Futuristischem Rennspiel Animiert, nur das die Vorschau etwas zu lange war ^^ Dachte mir, ok wenn das Spiel raus kommt, schau ich es mir mal an, wird aber sicher nicht leicht zu spielen sein. Fehlten eigentlich nur noch die Bonis die man auf der Strecke aufgreiffen hätte können , wie das damalige WipeOut von Psygnosis :)
Ansonsten wußte ich nix mit dieser Gummibärchen Grafik im Spiel anzufangen... ups Film :D

ELDORADO: Das siehst du falsch. Mangas sind Zeichentrick und Zeichentrick ist für Kinder. Damit sind auch die Geschichten nur für Kinder. Deshalb sind Diese weder tiefsinnig, noch kompliziert und erst recht nicht surreal. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

Na also! ;-)

Mangas sind nicht für Kinder.

Sorry du hast keine Ahnung.

Du bist durch westliche Disney und co. Produktionen in den Glauben gedrängt worden. Zeichentrick = Kinderfilm

Es gibt genügend Mangas die ab 18 sind, da wird gefickt, gemordet, da spritzt das Blut. Kaum ein Kinderfilm oder?

7

@ELDORADO:
Aber beim Anschauen des Films wird doch wohl schnell klar, dass "Speed Racer" kein "ernsthafter, tiefsinniger oder gar surrealer und depressiver" Film sein will, sondern eben die "Real"-Verfilmung einer Zeichentrickserie, die keineswegs besonders ernst genommen werden will.
All die schlechten Kritiken hätten mir beinahe die Lust an dem Film verdorben, aber ich bin froh, dass ich ihn dennoch angeschaut habe.

Die Wachowskis importieren hier außerdem nach "Matrix" wieder einmal zahlreiche Stilmittel asiatischer (Trick-)Filme ins westliche Kino, was ich sehr interessant fand, auch wenn es wohl kaum solch großen Einfluss haben wird wie bei "Matrix".

Ich würde sagen, "Speed Racer" ist kein Meisterwerk, aber ein Film, der gut zwei Stunden lang gut unterhält.

6

Ich komme grad aus dem Kino und fand den Film ziemlich gelungene optische Unterhaltung. Die Schnitte sind etwas zu schnell beim Rennen und die Perspektive manchmal zu nah. Der Affe nervt, aber der kleine Bruder ist comedymäßig hervorragend plaziert. Wenn jetzt nur die Segway-Szenen in der Fabrik nicht gewesen wären. Und einmal dann auch noch mit dem Affen. Vermutlich ist der aber eh nur im Film verblieben, weil er im Abspann so gut war und sonst der Bezug gefehlt hätte. Aber die Segway-Szenen...

Ansonsten schöner Comic-Plot, bisschen kurzes Ende und eine wirklich nette Familie mit klassischer Entwicklung während es Films. Und alle können Karate, nicht zu vergessen.

Bei knallbunten, effektgefüllten Filmen mit Kindersicherung und mit Handlungssträngen, die man auch im Koma noch vorwärts und rückwärts durchdeklinieren kann, bietet es sich doch sehr an mal wieder ein paar Pilze, bunte Bildchen oder Kräuter einzuwerfen. Horrortrip is nicht und alles wird noch knallbunter und auch bei extremer Eindimensionalität bedeutend schwangerer verarbeitet.

Dafür könnte der Film ja auch gemacht sein...

Trotzdem wünsche ich mir für die nächste W&W-Tat explizite politische Radikalität zurück, vielleicht sogar noch krasser als bei The Matrix (Bankster) und V (reGIERung).

8

"ELDORADO: Das siehst du falsch. Mangas sind Zeichentrick und Zeichentrick ist für Kinder. Damit sind auch die Geschichten nur für Kinder. Deshalb sind Diese weder tiefsinnig, noch kompliziert und erst recht nicht surreal. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?"

Uargh.... "Manga" ist im Westen in erster Linie mal der Begriff für japanische Comics und in Japan der Begriff für Comics überhaupt.

Japanische Trickfilme werden hier im Westen als "Anime" bezeichnet, um sie von den westlichen Trickfilmproduktionen begrifflich abzugrenzen.

Sowohl für Manga als auch für Anime gilt dabei, dass die Japaner weitaus weniger Vorurteile diesen Medien gegenüber haben und es neben dem Kindersegment eine Vielzahl "erwachsener" Produkte gibt.

Was ganz konkret "Speed Racer" betrifft: Da diese Reihe ohnehin niemals besonders ernst oder tiefgründig war, störe ich mich an der oberflächlichen Unterhaltung des Filmes in keiner Weise. Im Gegenteil, ich werde mir das gute Stück heute zum zweiten Mal ansehen, weil ich das ganze Spektakel sehr spaßig fand.

8

Man kann den Film von verschiedenen Seiten betrachten - zum einen ist die Story tatsächlich flach und die Charaktere absolut belanglos und unnahbar, oder sogar ziemlich häßlich - (wie kann man eigentlich Figuren den ganzen Film über das Gesicht verweigern.. ist mir schon bei V aufgefallen obwohl es da noch irgendie Sinn gemacht hat).

Aber zum anderen hat man so einen Film noch nie gesehen!
Die Art wie hier kamerageführt und geschnitten wird (sofern man diese beiden Begriffe überhaupt anwenden kann) is so glaube ich einzigartig - beinahe jedes einzelne Bild ist anders - was für eine unglaubliche Leistung all diese Bilder zu erfinden und zusammenzusetzen - davor muß amn erstmal den Hut ziehen - die Art wie hier die Struktur von Anime und Comic umgesetzt wird geht weit über 300 und Sin City hinaus und entläd einen Tsunami von künstlichen Sinneseindrücken über dem Publikum.
Natürlich ist einiges davon auch ziemlich übelkeitserregend, die Farben zu grell und man kann der Story teilweise schwer folgen weil eine Menge Auslassungen existieren (gerade wird noch geredet, schon wird man wieder mitten ins rennen geschnitten...), andererseits geht das OK weil alles eben konsequent künstlich ist -
Nach diesem Film muß man sich einen Augenblick in einen echten Wald setzen um Kontakt mit der wahren Wirklichkeit aufnehmen.
Ich glaube, näher an einen Drogentrip ist Kino noch nicht herangekommen.
Schade nur daß die Story selbst garnichts birgt außer flache Entschuldidungen für Action - die Action ist aber absolut einzigartig in Szene gesetzt! BAM!!!!

8

vischjuel EXPLOUSCHEN!!!

10

Derjenige der diese ZUsammenfassung geschrieben hat hat wohl noch nie Spaß gehabt nen Film zu sehen denn das macht es...
Ich hab ihn mitlerweile 5 mal gesehen und bin jedesmal begeistert, weckt jugenerinnerungen und ist einfach nur toll gemacht (bin 22 und Manga Fan... wobei nen Verfilmter Manga Anime heißt!).

Also bevor solche rezessionen ins netz gelangen sollten die leute erstmal nachdenken warum sie überhaupt ins Kino gehen...

Der Story wegen oder einfach auch nur mal um Spaß in dem Eintönigen Hollywood allereli zu haben...

Und genau das erreichen die Wachowski Brüder eindeutig mit ihren Film... Man(n) bekommt große augen bei den Bildern, der Technik und die Story ist so abgedroschen das sie wieder gut ist!

8

flach hin oder her - absolut geile optik.
irgendwie auch was neues.
++

2

Dieser Film ist einfach nur GROTTENSCHLECHT! Finger weg! Ein "Auge" für die wirklich tollen kunterbunten und grellen Computereffekte und ein "Auge" für John Goodman und Susan Sarandon (Warum hat so eine talentierte Schauspielerin bei diesem sch... nur mitgemacht???!!! Was ist nur los mit Hollywood??!!). DAS WARS DANN ABER SCHON!

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