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Sky Fighters

Sky Fighters
action-thriller , frankreich 2005
original
les chevaliers du ciel
regie
gérard pires
drehbuch
gilles melencon
cast
benoit magimel,
philippe torreton,
géraldine pailhas,
alice taglioni, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
23. Juni 2006
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

 

Während einer Flugshow verschwindet ein französisches Mirage-Flugzeug zunächst spurlos. Angesetzt auf den Fall werden die beiden Piloten Marchelli und Vallois, die die Maschine auch bald über dem Nordmeer entdecken. Als der Pilot des entführten Kampfjets plötzlich zum Angriff übergeht, bleibt Marchelli keine andere Wahl als ihn abzuschießen. Die Folgen dieses Zwischenfalls sind jedoch gravierend, denn den beiden Freunden wird ein Militärprozess gemacht, der schließlich sogar zu ihrem Ausscheiden aus der Luftwaffe führt. Als sie kurz darauf für einen fragwürdigen Auftrag engagiert werden scheint klar, dass hier eine groß angelegte Intrige gesponnen wird, deren Showdown am französischen Unabhängigkeitstag am Himmel über Paris stattfinden wird.

Bei den "Rittern des Himmels" (so der französische Originaltitel) handelt es sich eigentlich um die Hauptfiguren des französischen Comic-Klassikers "Tanguy und Laverdure", der schon seit den 60er Jahren auch in Deutschland erscheint. Zuerst noch brutal eingedeutscht als "Rolf und Miki" beim Kauka-Verlag, später jedoch als "Mick Tanguy" durch das Comicmagazin "Zack" recht bekannt geworden, stammten die Zeichnungen zunächst von Asterix-Vater Albert Uderzo und die Storys von Altmeister Jean-Michel Charlier. Dem verdanken wir immerhin auch den großen Western "Leutnant Blueberry" und es ist schon merkwürdig, welch seltsame Wege die aktuellen Verfilmungen von Charliers Werken gehen.
Denn während der verquaste Esoterik-Unfug von Jan Kounen zwar den Titel "Blueberry" trug, ansonsten aber so gut wie gar Nichts mit seiner Vorlage gemein hatte, liegt hier nun eine erstaunlich werkgetreue Adaption des Fliegercomics vor. Die basiert lose auf der Episode "Abschied von der Mirage" und präsentiert ansonsten ein für die Serie typisches, der aktuellen Zeit nur leicht angepasstes Spionageabenteuer. Diese "zeitgemäße Anpassung" führte laut Aussagen von Produzentenseite allerdings zu der Entscheidung, den beiden Protagonisten neue Namen zu geben und der Adaption damit quasi einen inoffiziellen "Inspiriert durch"-Status zu verpassen. Das hätte, wie schon begründet, eigentlich eher bei "Blueberry" Sinn gemacht, aber nun gut. Da der französische Streifen in Deutschland nun eh den englischen Titel "Sky Fighters" aufgedrückt bekommt, dürfte klar sein, dass die kleine Gruppe der Comic-Kenner hier sowieso nicht als ausreichende Zielgruppe angesehen wird.

Nein, seinen Deutschlandstart verdankt der Film einzig und allein der Tatsache, dass es sich um einen recht aufwändig inszenierten Actionknaller handelt, der sich als solcher eben auch international vermarkten lässt. Und wenn sich jemand tatsächlich auf eine mit neuesten Special Effects aufgepeppte Variante von "Top Gun" freut, so wird derjenige mit dem hier Gebotenen wohl sogar recht zufrieden sein. Visuell durchaus beeindruckend, und ein bis zwei Flugzeug-Sequenzen kann man sogar das Prädikat "so noch nicht gesehen" verleihen.
Die Story bietet immerhin eine überraschende Enttarnung des "Bad Guys", plätschert ansonsten aber etwas zu routiniert und kühl dahin. Eine Kühle, die sich auch auf die größtenteils ziemlich holzschnittartig modellierten Charaktere überträgt, an deren Schicksal man daher auch nicht so furchtbar interessiert Anteil nehmen mag. Äußerst wohltuend dagegen das Bemühen, doch weitgehend realistisch zu bleiben und auf allzu starke Übertreibungen, sowohl bei den Action- und Kampfszenen, als auch in Richtung "Pathos" zu verzichten - die Comicvorlage war da immer deutlich patriotischer.

Die "Sky Fighters" sind das nicht, insgesamt aber trotzdem nur annehmbarer Durchschnitt. Womit sie aber den amerikanischen Genrekollegen der Multimillionen-Gurke "Stealth" immer noch überlegen sind, sowohl in Sachen Niveau, als auch im Bezug auf den Erfolg beim eigenen Publikum. Wir friedensbewegten Deutschen warten dagegen immer noch (und doch hoffentlich auch vergeblich), auf das große Bundeswehr-Leinwandabenteuer der Macher von "Alarm für Cobra 11".

Volker Robrahn

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