Der hübsche Titel macht es eigentlich von vornherein
klar: Hier haben wir es mit einer netten Familienkomödie zu
tun, und der entsprechende Satz stammt natürlich aus Kindermund.
Wobei er trotzdem ein wenig in die Irre führt, lässt er
doch eher harmlosen
und
braven Nachwuchs vermuten. Davon aber sind die beiden Blagen Lindsey
und Kevin weit entfernt, wo wäre denn sonst auch der vermeintliche
Witz des Ganzen? Die beiden möchten nämlich ihren Daddy
wiederhaben und machen daher jedem neuen Verehrer von Mutter Suzanne
(Nia Long) das Leben prinzipiell zur Hölle. Dummerweise ist
besagter Papa aber an seiner alten Familie nicht die Spur interessiert
(auf das "Warum" geht der Film dabei nicht ein) und der
aktuelle Favorit von Mama ist ausgerechnet der Inhaber eines Sportartikelladens
und notorische Kinderhasser Nick (Ice Cube). Um aus der Freundschaft
zu Suzanne endlich mehr werden zu lassen, erklärt sich dieser
wider besseren Wissens sogar dazu bereit, die beiden Nervbacken
über hunderte Kilometer zur beruflich in Vancouver fest hängenden
Mama zu chauffieren. Denn schon bald ist klar, dass bei dieser Reise
nicht nur Nicks nagelneuer Wagen auf eine harte Probe gestellt wird.
Das
einzig bemerkenswerte an "Sind wir schon da?" ist die
Tatsache, dass der ehemals harte Rapper und Actionspezialist Ice
Cube nun auch das breite Familienpublikum ins Visier nimmt und einen
entsprechend weichgespülten Film abliefert. Eine Entwicklung,
die sich mit dem zwar sehr sympathischen, aber auch etwas rührseligen
"Barbershop" ja fast
schon andeutete. Und natürlich kommt er auch damit durch, denn
dieses Produkt ist viel zu glatt und regelkonform inszeniert um
das angestrebte Ziel nicht auch zu erreichen, welches da lautet:
Einen Film abliefern, der mit seinem "All Black Cast"
zwar die schwarze Kernzielgruppe nicht vergrätzt, aber darüber
hinaus auch das Massenpublikum erreicht.
Der Protagonist durchläuft dabei natürlich eine rasante
Entwicklung vom egoistischen Womanizer zum gefühlvollen Familienmenschen.
Während es aber für die anscheinend tief
verwurzelte
Abneigung gegen Kinder jeder Art immerhin noch eine plausible Begründung
gibt (denn wer lässt sich von denen schon gerne ständig
in seinem Geschäft beklauen) wird die anschließende Wandlung
zum besten Kumpel ausgerechnet dieser beiden Rotzlöffel nicht
gerade besonders glaubwürdig präsentiert, um es mal zurückhaltend
auszudrücken. Oder ist es etwa eine natürliche Reaktion
jemanden erst dann so richtig gern zu haben, nachdem dieser einem
grundlos das Leben zur Hölle gemacht, sowie viel Geld und Nerven
gekostet hat? All das bewirken nämlich die meist wirklich ziemlich
bösen Streiche der beiden Narrenfreien, und das kann man dann
alles sehr lustig finden - oder auch nicht.
Nein, normalerweise müsste der gute Nick die zwei Quälgeister gleich mitsamt Mama in den Wind schießen, denn die macht ihm die Sache aufgrund einer nicht nachvollziehbaren Reaktion am Ende der Reise schließlich noch ein Stück schwerer. Tut er aber nicht, und das warum und wieso und halt auch den ganzen Weg dahin kann man sich zwar einigermaßen schmerzfrei ansehen, muss man aber wirklich nicht. Und wo wir gerade bei den "Schmerzen" sind: Ist es nicht bedenklich, wenn beim Zuschauer die brutale Misshandlung eines Autos mehr Emotionen auslöst als der gesamte Gefühlsschmalz? Nein, ist es nicht, denn es war schließlich ein wirklich schöner Wagen.


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