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Sind wir schon da?

Sind wir schon da?
familien-komödie , usa 2005
original
are we there yet?
regie
brian levant
drehbuch
steven gary banks, j. david stem
cast
ice cube,
nia long,
jay mohr,
aleisha allen, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
10. Februar 2005
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Der hübsche Titel macht es eigentlich von vornherein klar: Hier haben wir es mit einer netten Familienkomödie zu tun, und der entsprechende Satz stammt natürlich aus Kindermund. Wobei er trotzdem ein wenig in die Irre führt, lässt er doch eher harmlosen und braven Nachwuchs vermuten. Davon aber sind die beiden Blagen Lindsey und Kevin weit entfernt, wo wäre denn sonst auch der vermeintliche Witz des Ganzen? Die beiden möchten nämlich ihren Daddy wiederhaben und machen daher jedem neuen Verehrer von Mutter Suzanne (Nia Long) das Leben prinzipiell zur Hölle. Dummerweise ist besagter Papa aber an seiner alten Familie nicht die Spur interessiert (auf das "Warum" geht der Film dabei nicht ein) und der aktuelle Favorit von Mama ist ausgerechnet der Inhaber eines Sportartikelladens und notorische Kinderhasser Nick (Ice Cube). Um aus der Freundschaft zu Suzanne endlich mehr werden zu lassen, erklärt sich dieser wider besseren Wissens sogar dazu bereit, die beiden Nervbacken über hunderte Kilometer zur beruflich in Vancouver fest hängenden Mama zu chauffieren. Denn schon bald ist klar, dass bei dieser Reise nicht nur Nicks nagelneuer Wagen auf eine harte Probe gestellt wird.

Das einzig bemerkenswerte an "Sind wir schon da?" ist die Tatsache, dass der ehemals harte Rapper und Actionspezialist Ice Cube nun auch das breite Familienpublikum ins Visier nimmt und einen entsprechend weichgespülten Film abliefert. Eine Entwicklung, die sich mit dem zwar sehr sympathischen, aber auch etwas rührseligen "Barbershop" ja fast schon andeutete. Und natürlich kommt er auch damit durch, denn dieses Produkt ist viel zu glatt und regelkonform inszeniert um das angestrebte Ziel nicht auch zu erreichen, welches da lautet: Einen Film abliefern, der mit seinem "All Black Cast" zwar die schwarze Kernzielgruppe nicht vergrätzt, aber darüber hinaus auch das Massenpublikum erreicht.
Der Protagonist durchläuft dabei natürlich eine rasante Entwicklung vom egoistischen Womanizer zum gefühlvollen Familienmenschen. Während es aber für die anscheinend tief verwurzelte Abneigung gegen Kinder jeder Art immerhin noch eine plausible Begründung gibt (denn wer lässt sich von denen schon gerne ständig in seinem Geschäft beklauen) wird die anschließende Wandlung zum besten Kumpel ausgerechnet dieser beiden Rotzlöffel nicht gerade besonders glaubwürdig präsentiert, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Oder ist es etwa eine natürliche Reaktion jemanden erst dann so richtig gern zu haben, nachdem dieser einem grundlos das Leben zur Hölle gemacht, sowie viel Geld und Nerven gekostet hat? All das bewirken nämlich die meist wirklich ziemlich bösen Streiche der beiden Narrenfreien, und das kann man dann alles sehr lustig finden - oder auch nicht.

Nein, normalerweise müsste der gute Nick die zwei Quälgeister gleich mitsamt Mama in den Wind schießen, denn die macht ihm die Sache aufgrund einer nicht nachvollziehbaren Reaktion am Ende der Reise schließlich noch ein Stück schwerer. Tut er aber nicht, und das warum und wieso und halt auch den ganzen Weg dahin kann man sich zwar einigermaßen schmerzfrei ansehen, muss man aber wirklich nicht. Und wo wir gerade bei den "Schmerzen" sind: Ist es nicht bedenklich, wenn beim Zuschauer die brutale Misshandlung eines Autos mehr Emotionen auslöst als der gesamte Gefühlsschmalz? Nein, ist es nicht, denn es war schließlich ein wirklich schöner Wagen.

Volker Robrahn

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