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Showtime

Showtime
action-komödie , usa 2002
original
showtime
regie
tom dey
drehbuch
alfred gough, keith sharon
cast
robert de niro,
eddie murphy,
rene russo,
william shatner, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
11. April 2002
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

 

Eddie Murphy und Robert De Niro. Eine Paarung, die man vor 15 Jahren wohl als völlig absurd und ebenso unvorstellbar empfunden hätte. Zumindest wäre das aber ein ziemliches Ereignis gewesen. Heute ist es das jedoch nicht mehr - wie die lauwarme Aufnahme von "Showtime" an den amerikanischen Kinokassen mehr als deutlich macht. Dabei ist der Film sogar gelungener als manch anderes Werk, das die beiden Stars in den letzten Jahren abgeliefert haben (Nein, auch ein Robert De Niro ist schon lange kein automatischer Garant für hochwertiges Kino mehr, wie schablonenhafte Darstellungen in "Men of Honor" oder Totalgurken wie "Rocky & Bullwinkle" nachdrücklich beweisen). Doch auch De Niro als Komödiant hat keinen wirklichen Neuigkeitswert mehr, und offensichtlich hat sich das Publikum langsam satt gesehen an dieser Art "Buddy Movies", die nach einem bekannten Muster ablaufen, welches nur geringen Raum für Variationen lässt.

In "Showtime" liest sich das dann so: Man nehme einen raubeinigen, wortkargen und vorwiegend schlechtgelaunten Detective namens Mitch Preston (De Niro). Der macht seinen Job zwar gut, hat aber nicht die geringste Lust sich mit dem lästigen Geschmeiß von der Presse zu unterhalten. Ganz anders dagegen Kollege Trey Sellars (Murphy): Der gibt einen eher lausigen Polizisten ab und würde seine Brötchen auch viel lieber als Schauspieler in aufregenden Actionfilmen verdienen. Folglich nutzt Sellars jede Gelegenheit sein Konterfei in die Kamera zu halten, während er den Tatort mit Absperrband sichert. Von solchen Selbstdarstellern hält Preston entsprechend wenig, was sich noch verstärkt, als Sellars ihm einen Undercover-Einsatz vermasselt. Dies geschieht jedoch derartig spektakulär, dass die Fernsehproduzentin Chase Renzi (Rene Russo) auf die bedenkliche Idee kommt, mit den beiden ungleichen Cops eine Art Reality-Show für ihren kränkelnden Sender zu inszenieren. Natürlich lässt sich Preston nur mit verstärktem Druck zu dieser Aktion überreden, während Sellars sofort Feuer und Flamme ist. Von nun an ständig von Kameras begleitet - und unter der Auflage auch schön für "Action" zu sorgen - macht sich das ungleiche Duo auf die Jagd nach einem brutalen Waffenhändler.

Natürlich dient die ziemlich an den Haaren herbeigezogene Idee der "Reality-Serie" lediglich dazu, uns die daraus zwangsläufig entstehenden verbalen Gefechte der beiden Partner wider Willen zu präsentieren: Denn wie zu erwarten wird der smarte Sellars schnell zum Liebling der Massen - weil er eben seine eigentlich dilettantischen Aktionen blendend zu verkaufen weiß. Die wirkliche Arbeit leistet dagegen der mürrische Preston, der aber partout nicht dabei in die Kamera lächeln will und auch seine täglichen fünf Minuten in der "Was ich heute so erlebt habe"-Kabine nicht wirklich ausnutzt. Dass die beiden Streithammel sich im Laufe der Zeit dann doch näherkommen und sich den Respekt des anderen verdienen ist wohl selbstverständlich. Aber geschenkt - denn trotz aller Formelhaftigkeit und Vorhersehbarkeit macht "Showtime" nämlich durchaus Spaß. Eddie Murphy war als dauerquasselnder Cop sowieso immer am besten und lässt auch den eigentlich unverschämten Selbstdarsteller Sellars liebenswert wirken. Und den Fäkal- und Flachhumor seiner "Verrückter Professor"-Streifen müssen wir hier auch nicht ertragen (da hätte De Niro dann wohl auch nicht mitgemacht). Unter dessen Muffelkopp Preston verbirgt sich natürlich eine eher weiche Schale, mit einer Vorliebe für selbstgetöpferte Teller und Tassen.
So kommt es also zu einer Folge von Szenen, in denen die beiden gegensätzlichen Charaktere mit voller Wucht aufeinanderprallen, und das ist dann meistens sogar, ähem, sagen wir mal: Lustig. Harmlos lustig und nicht besonders originell, aber immerhin. Und wenn dann noch ein sich selbst spielender William Shatner seine Erfahrung als T.J. Hooker ("Die am meisten unterschätzte TV-Serie der achtziger Jahre") in die Waagschale wirft, um den beiden Anfängern mal zu zeigen, wie man denn fernsehgerecht über eine Motorhaube hechtet, ist das für einen ganz kleinen, winzigen Moment sogar fast brillant. Fast.

Denn im Großen und Ganzen bleibt "Showtime" natürlich der formelhafte Film von der Stange, der in der Filmographie der beiden Hauptdarsteller auch keinen herausragenden Platz einnehmen wird. Aber da man uns hier kompakte und unterhaltsame 95 Minuten präsentiert (und bemerkenswerterweise sogar auf die sonst obligatorische Lovestory verzichtet) wollen wir mal nicht so streng sein und vergeben daher ein mildes "befriedigend".

Volker Robrahn

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