Eddie Murphy und Robert
De Niro. Eine Paarung, die man vor 15 Jahren wohl als völlig
absurd und ebenso unvorstellbar empfunden hätte. Zumindest wäre
das aber ein ziemliches Ereignis gewesen. Heute ist es das jedoch
nicht mehr - wie die lauwarme Aufnahme von "Showtime" an
den amerikanischen Kinokassen mehr als deutlich macht. Dabei ist der
Film sogar gelungener als manch anderes Werk, das die beiden Stars
in den
letzten
Jahren abgeliefert haben (Nein, auch ein Robert De Niro ist schon
lange kein automatischer Garant für hochwertiges Kino mehr, wie
schablonenhafte Darstellungen in "Men
of Honor" oder Totalgurken wie "Rocky & Bullwinkle"
nachdrücklich beweisen). Doch auch De Niro als Komödiant
hat keinen wirklichen Neuigkeitswert mehr, und offensichtlich hat
sich das Publikum langsam satt gesehen an dieser Art "Buddy Movies",
die nach einem bekannten Muster ablaufen, welches nur geringen Raum
für Variationen lässt.
In "Showtime" liest sich das dann so: Man nehme einen
raubeinigen, wortkargen und vorwiegend schlechtgelaunten Detective
namens Mitch Preston (De Niro). Der macht seinen Job zwar gut, hat
aber nicht die geringste Lust sich mit dem lästigen Geschmeiß
von der Presse zu unterhalten. Ganz anders dagegen Kollege Trey
Sellars (Murphy): Der gibt einen eher lausigen Polizisten ab und
würde seine Brötchen auch viel lieber als Schauspieler
in aufregenden Actionfilmen verdienen. Folglich nutzt Sellars jede
Gelegenheit sein Konterfei in die Kamera zu halten, während
er den Tatort mit Absperrband sichert. Von solchen
Selbstdarstellern
hält Preston entsprechend wenig, was sich noch verstärkt,
als Sellars ihm einen Undercover-Einsatz vermasselt. Dies geschieht
jedoch derartig spektakulär, dass die Fernsehproduzentin Chase
Renzi (Rene Russo) auf die bedenkliche Idee kommt, mit den beiden
ungleichen Cops eine Art Reality-Show für ihren kränkelnden
Sender zu inszenieren. Natürlich lässt sich Preston nur
mit verstärktem Druck zu dieser Aktion überreden, während
Sellars sofort Feuer und Flamme ist. Von nun an ständig von
Kameras begleitet - und unter der Auflage auch schön für
"Action" zu sorgen - macht sich das ungleiche Duo auf
die Jagd nach einem brutalen Waffenhändler.
Natürlich dient die ziemlich an den Haaren herbeigezogene
Idee der "Reality-Serie" lediglich dazu, uns die daraus
zwangsläufig entstehenden verbalen Gefechte der beiden Partner
wider Willen zu präsentieren: Denn wie zu erwarten wird der
smarte Sellars schnell zum Liebling der Massen - weil er eben seine
eigentlich dilettantischen Aktionen blendend zu verkaufen weiß.
Die wirkliche Arbeit leistet dagegen der
mürrische
Preston, der aber partout nicht dabei in die Kamera lächeln
will und auch seine täglichen fünf Minuten in der "Was
ich heute so erlebt habe"-Kabine nicht wirklich ausnutzt. Dass
die beiden Streithammel sich im Laufe der Zeit dann doch näherkommen
und sich den Respekt des anderen verdienen ist wohl selbstverständlich.
Aber geschenkt - denn trotz aller Formelhaftigkeit und Vorhersehbarkeit
macht "Showtime" nämlich durchaus Spaß. Eddie
Murphy war als dauerquasselnder Cop sowieso immer am besten und
lässt auch den eigentlich unverschämten Selbstdarsteller
Sellars liebenswert wirken. Und den Fäkal- und Flachhumor seiner
"Verrückter Professor"-Streifen müssen wir hier
auch nicht ertragen (da hätte De Niro dann wohl auch nicht
mitgemacht). Unter dessen Muffelkopp Preston verbirgt sich natürlich
eine eher weiche Schale, mit einer Vorliebe für selbstgetöpferte
Teller und Tassen.
So
kommt es also zu einer Folge von Szenen, in denen die beiden gegensätzlichen
Charaktere mit voller Wucht aufeinanderprallen, und das ist dann
meistens sogar, ähem, sagen wir mal: Lustig. Harmlos lustig
und nicht besonders originell, aber immerhin. Und wenn dann noch
ein sich selbst spielender William Shatner seine Erfahrung als T.J.
Hooker ("Die am meisten unterschätzte TV-Serie der achtziger
Jahre") in die Waagschale wirft, um den beiden Anfängern
mal zu zeigen, wie man denn fernsehgerecht über eine Motorhaube
hechtet, ist das für einen ganz kleinen, winzigen Moment sogar
fast brillant. Fast.
Denn im Großen und Ganzen bleibt "Showtime" natürlich der formelhafte Film von der Stange, der in der Filmographie der beiden Hauptdarsteller auch keinen herausragenden Platz einnehmen wird. Aber da man uns hier kompakte und unterhaltsame 95 Minuten präsentiert (und bemerkenswerterweise sogar auf die sonst obligatorische Lovestory verzichtet) wollen wir mal nicht so streng sein und vergeben daher ein mildes "befriedigend".

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