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Shang-High Noon

Shang-High Noon
action-komödie , usa 2000
original
shanghai noon
regie
tony dey
drehbuch
alfred gough, miles millar
cast
jackie chan,
lucy liu,
owen wilson, u.a.
spielzeit
110 Minuten
kinostart
19. Oktober 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Endlich mal ein Film, dessen Rezension man ohne Probleme knackig kurz halten kann. Denn bei Jackie Chan-Filmen braucht man nicht viel zu erklären, was den Zuschauer erwartet, worum es geht und wo Stärken und Schwächen liegen. Der Mann macht nun schon seit Jahren im Prinzip immer den selben Film, hat damit immer den selben Erfolg und erreicht mehr oder weniger immer die selbe Qualitätsstufe. Absolut unüberraschend, aber es gibt ja auch genug Leute, die Kontinuität zu schätzen wissen. Sonst wäre James Bond ja auch schon lange tot.

„Shang-High Noon“ (damit auch jeder den Wortwitz kapiert wurde die Schreibweise des Titels extra für den deutschen Markt verschlimmbessert) bietet denn auch handlungsmäßig eine weitere Variation des Themas „Sympathischer aber tolpatschiger Chinese prallt auf die Gegensätze der amerikanischen Kultur“, wie es auch schon in Chan’s Erfolgen „Rush Hour“ und „Rumble in the Bronx“ zu finden war. Dieses Mal befinden wir uns in den Zeiten des Wilden Westens. Chon Wang (Chan) ist Bediensteter am Hofe des chinesischen Kaisers und darf als Neffe des Chef-Übersetzers mit nach Amerika reisen, wo es darum geht, die entführte Prinzessin Pei Pei (Lucy Liu aus „Ally McBeal“) freizukaufen. Kaum in der neuen Welt angekommen, wird bei einem Zugüberfall aber das gesamte chinesische Konsortium ausgeschaltet, und plötzlich findet sich der unbedarfte Wang allein auf weiter Flur wieder. Keine Ahnung von Sprache und Gepflogenheiten seiner Umgebung stolpert er dann recht planlos in Richtung Rettung der Prinzessin, unterstützt von dem Möchtegern-Ganoven Roy O’Bannon, mit dem er ein Zweckbündnis schließt, und seiner indianischen Frau, die er nach einer durchzechten Nacht unter Rothäuten am nächsten Morgen als seine Angetraute vorfindet.

Und so albert und prügelt sich Chan auch erfolgreich durch diesen Film, mit der altbekannten Mischung aus netten kleinen Gags, Culture-Crash-Blödeleien, und den unbeholfen wirkenden, in Wahrheit aber perfekt synchronisierten Kampfszenen. Wobei hier schon so langsam deutlich wird, daß auch Jackie Chan nicht jünger wird: Die Spritzigkeit vergangener Filme will nicht so recht wiederkommen, die Kinnlade des Zuschauers fällt nicht mehr so oft hinunter wie z.B. bei „Rumble in the Bronx“.
Dem gewohnt hohen Spaßfaktor tut das aber keinen Abbruch, denn mit Owen Wilson alias Roy O’Bannon steht Chan in diesem Film ein ebenfalls auf Unbeholfenheit getrimmter Charakter zum Liebhaben zur Seite, der mit seiner amerikanischen Überheblichkeit und Selbstüberschätzung tatsächlich für die besseren Lacher sorgt und dem chinesischen Haudrauf des öfteren die Show stiehlt. Und so teilt man sich dann auch im finalen Showdown ganz brüderlich die Action, die Heldenrolle und die Selbstüberwindung.

„Shang-High Noon“ ist und bleibt nicht mehr und nicht weniger als ein weiterer Jackie Chan-Film. Wer seine simpel gestrickten aber teilweise sehr unterhaltsamen Prügel- und Slapstick-Eskapaden mag, der wird sich auch hier bestens amüsieren. Wem andere Chan-Projekte schon nicht zugesagt haben, wird auch hier schnell ins Gähnen kommen. Ansonsten ein netter Spaß für zwischendurch, den man nicht gesehen haben muß, der aber auch bestimmt keinem weh tut. 

Frank-Michael Helmke

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