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Shakespeare in Love

Shakespeare in Love
romantische komödie , usa/großbritannien 1998
original
shakespeare in love
regie
john madden
drehbuch
tom stoppard
cast
gwyneth paltrow,
joseph fiennes,
ben affleck,
judi dench, u.a.
spielzeit
123 Minuten
kinostart
4. März 1999
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Inhalt
Über die -rein spekulative- Entstehung der größten Romanze aller Zeiten. Der junge William Shakespeare kriegt kein Wort  mehr zu Papier - ihm fehlt die rechte Inspiration. Von seinem Brötchengeber gehörig unter Druck gesetzt, stümpert er sich die Komödie "Romeo und Ethel, die Piratentochter" zusammen.... bis er auf die hübsche Viola Delesseps trifft. 
Sie wird zu seiner Muse, und inspiriert von seiner Liebe schreibt er das Drama "Romeo und Julia", das dann wiederum in besseren Zeiten von Baz Luhrmann verfilmt werden sollte.... aber das ist eine andere Geschichte.

hmmmm....... 

"Shakespeare in Love" ist eine leichtfüßige, subtile Komödie. Der Streifen kokettiert mit vielen herrlichen Anspielungen, ganz im Stil des großen Meisters selbst. Trotz der reichlich geschwollenen Sprache haben die Dialoge Biß, und die vielen Inspirationen, die Shakespeare in sein Werk einfließen läßt, sind wunderbar mit der Handlung verwoben. 
Natürlich kriegen wir eine volle Ladung von Auszügen aus diesem und jenem Werk des berühmten Autors vorgesetzt, womit man selbstverständlich nichts falsch machen kann. Auch sonst aber versucht Tom Stoppard in seinem Drehbuch, sich an den Stil Shakespeares zu halten, was ihm relativ gut gelingt - auch wenn die Diskrepanz der Originalvorlagen zu neu aufgelegter Handlung schon auffällt, kommt der zeitliche Background der elisabethanischen Epoche genauso selbstverständlich daher, wie sich das für ein Stück des großen Meisters gehört. 
"Shakespeare in Love" besitzt daher sowohl derbe Scherze und eigentlich überflüssige Mantel- und Degen-Einlagen als auch wahnsinnig viel Tiefgang. An jeder Ecke kann einem ein verstecktes Zitat aus einem Shakespeare-Drama begegnen, kleinste Nebenrollen sind historisch sinnvoll besetzt - oder hättet ihr gewußt, daß sich hinter dem widerwärtigen, sadistischen Jungen, der mit Mäusen spielt, der berühmte Theaterautor John Webster verbirgt, der später tatsächlich Stücke mit enorm viel Splatter-Gehalt schreiben sollte?
Die Besetzung des Projekts ist alles in allem ganz gelungen. Schauspielerisch glänzt vor allem Gwyneth Paltrow als Viola, die Joseph Fiennes (Shakespeare) manchmal ein bißchen dünn wirken läßt. Erstaunlicherweise hat Ben Affleck in seiner Nebenrolle wesentlich mehr Ausstrahlung als Fiennes - möglicherweise hätte man den Part des großen Schreiberlings besser mit dem Mann aus "Good Will Hunting" besetzt.  Auch wenn die Kostüme natürlich monumental sind, kann die Maske jetzt nicht so sehr überzeugen. Die Plastellin-Abdeckung der glatzköpfigen Hofpomeranzen war dann doch eine Nummer zu auffällig, und die Perücke von Gwyneth Paltrow sah verwirrend nach Echthaar aus. 
Damit komme ich dann auch schon zum Gesamtfazit: Der Film war sicherlich in Ordnung und sympathisch umgesetzt, aber ob er denn seine tonnenschwere Oscarflut  rechtfertigen kann.... ich weiß nicht, ich weiß nicht. 
Als bester Film - sicherlich nicht. Beste Regie - naja, die Regiearbeit war in Ordnung, aber nichts außergewöhnliches, selbiges gilt für Kameraführung und Schnitt. 
Gwyneth Paltrow jedoch hat den Oscar als beste weibliche Hauptrolle mit Sicherheit & Abstand verdient, ebenso wie Judi Dench für ihre Nebenrolle als Queen Elizabeth - Judi ist für solcherlei offensichtlich geboren, genau wie in "Mrs Brown" wirkt sie als autoritäre Monarchin einfach absolut überzeugend.
Aber was sind schon die Academy Awards? "Shakespeare in Love" bleibt einem in jedem Fall als erfrischende Komödie im Gedächtnis, die nicht zu dick aufträgt und sozusagen en passant einige schöne Einblicke in die Welt des größten Autors aller Zeiten gibt.
Lohnt sich!

Rainer Leurs

10

Wenn es mal einen wirklich guten, witzigen, intelligenten und durchdachten Film gegeben hat, dann ist es dieser!

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