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Markus (Andreas Müller) ist Kfz-Mechaniker, Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und liebt seine Frau Ella (Ilka Welz) über alles. Er führt ein glückliches Leben in der brandenburgischen Provinz. Doch bei einem Feuerwehr-Fest in einem anderen Dorf verbringt Markus eine Nacht mit der Kellnerin Rosa (Anett Dornbusch). Es kommt wie es kommen muss: Markus verliebt sich in Rosa und verschweigt seine Ehe mit Ella. Schon bald hält er dieses Doppelleben nicht mehr aus. Was sich auf den ersten Blick anhört wie ein gewöhnliches
Ehebruchdrama, bekommt durch die langsame, gefühlvolle Erzählweise
Grisebachs eine fast schon mythische Aura. Der Film zeigt einen
Mann, der das Glück geschenkt bekommt, zwei Frauen lieben zu
dürfen. Ein Geschenk zweifelsohne, aber leider von unserer
Gesellschaft nicht akzeptiert. Valeska Grisebach, die schon in ihrem
Debütfilm "Mein Stern" zwei Teenager die große
Liebe entdecken ließ, beschäftigt sich mit dem Begehren
eines Mannes und zeigt dabei, dass auch das größte Herz
zerbrechen kann. Ein weiteres Wunder des Films ist es, dass Grisebach alle Rollen mit Laiendarstellern (oder, wie sie es lieber nennt, "nicht professionelle Darsteller") besetzt hat. Es ist wohl ihrer präzisen und einfühlsamen Arbeit mit diesen Menschen zu verdanken, dass alle drei Hauptdarsteller mehr als nur überzeugen. Sie ziehen das Publikum ganz schnell in ihren Bann, allen voran Andreas Müller als Markus, der sein inneres Zerwürfnis ungemein authentisch zu transportieren vermag. Dabei wird die poetische Stille, die teilweise die Bilder beherrscht, von äußerst abstrakten Dialogen durchbrochen. Kein Wunder: die Figuren in "Sehnsucht" sind überlebensgroß gezeichnet und reden überhöht, um der Geschichte ihren magischen Moment zu bewahren.
"Sehnsucht" ist ein stilles, meisterhaft inszeniertes Drama. Am Ende fassen Kinder ganz im Stile des antiken Chors das Geschehene zusammen, und spätestens dann bekommt die Geschichte das Antlitz einer griechischen Tragödie. Man sollte es ruhig riskieren und sich für diesen Film ins Programmkino verirren, denn ein derartig sinnliches Erlebnis für Kopf und Geist bekommt man im Kino nur sehr selten geboten. |
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Sehnsucht,
dieses Wort beschreibt das unwiderstehliche Begehren, das man einem
Menschen oder einer Sache entgegenbringt. Es gibt Menschen, die
an diesem Gefühl zerbrechen, nicht selten führt Sehnsucht
in der Kunst und Literatur in den Tod (zum Beispiel Goethes jungen
Werther). Die junge deutsche Regisseurin Valeska Grisebach ("Mein
Stern") widmet sich in ihrem ersten abendfüllenden Kinofilm
nun ebenfalls diesem intensiven Gefühl und zeigt den Leidensweg
eines jungen Mannes aus Brandenburg, der an seinem Herzen zerbricht.
All
das wird von Bernhard Keller, dem Kameramann, in makellose, fast
schon zerbrechliche Bilder gepackt. Man ergötzt sich an so
gut wie jeder Einstellung und ist hingerissen von den tiefgründigen
Spannungsfeldern, die zwischen den Protagonisten entstehen. Die
Leere der brandenburgischen Provinz erscheint immer wieder in einem
wunderschönen mystischen Licht. Keine Tristesse, keine betrunkenen
Obdachlosen und keine Arbeitslosenhochburg. Brandenburg erscheint
als traumhafte Kulisse für dieses Schicksalsdrama.
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