"No mercy. No shame.
No sequel." So stand es letztes Jahr auf dem Filmplakat zu
"Scary
Movie", und diese Versprechen schienen tatsächlich erfüllt
zu werden.
Gnadenlos bedienten sich die Wayans-Brüder bei den gerade
hochaktuellen
Teenie-Slashern wie "Scream" und zogen sie durch den Kakao,
wo es
nur ging. Absolut schamlos waren die Gags und Pointen
in
einem der wenigen Filme der letzten Zeit, der zwar mit üblem
Fäkalhumor
arbeitete, aber dabei immer noch witzig war. Der Boden war
fruchtbar
für diesen Film, denn das Slasher-Revival hatte für viel
neues satirisches
Futter gesorgt, und "Scary Movie" zu
machen
war eine clevere und witzige Idee. Einmal.
"No sequel" hatten sich die Wayans-Brüder auf die Fahnen
geschrieben
als deutliche Kriegserklärung an alles, was zum Slasher-Film
dazugehört.
Daß nach dem enormen Einspielerfolg von Teil Eins eine
Fortsetzung
trotzdem nicht auf sich warten lassen würde, war allerdings
alsbald
klar. So flogen angesichts klingelnder Kassen mal wieder
alle guten
Vorsätze über Bord und die Wayans Family schob einen Film
hinterher,
der schon aufgrund seiner Entstehung allein so sehr nach
gieriger
Geldmacherei stinkt, daß jeglicher Anflug von Originalität
eine Überraschung
wäre. Hinzu kommt dann noch ein so knapp wie möglich
gehaltener Produktionszeitraum,
auf das der Hype möglichst noch hält, wenn die Fortsetzung
kommt.
Das bedingt, daß über den Film so gut wie gar nicht
nachgedacht wurde.
Und das sieht man.
"Scary Movie 2" ist schlechter als Teil Eins. Das war zu
erwarten.
Die Gründe dafür sind allerdings mehr als ärgerlich. Schon
beim ersten
Teil war von einer kohärenten Handlung nicht viel zu sehen,
was aber
auch nicht nötig war, da sich der Film deutlich an dem
allseits bekannten
Konstrukt seiner Vorbilder orientierte. Beim zweiten Versuch
wurde
nun leider auch diese feste Linie aufgegeben: In einer losen
Vermischung
von Geisterhaus- u
nd
Poltergeist-Elementen werden die Überlebenden aus Teil Eins
mit drei
Neuzugängen (u.a. Tori Spelling und Kathleen Robinson aus
"Beverly
Hills 90210") von einem College-Professor in ein altes
Schloss gelockt,
wo er mit ihrer unwissenden Unterstützung den bösen
Hausgeist wieder
ins Leben zurück bringen will. Oder so ähnlich. Was hier
jetzt eigentlich
genau vor sich geht und ob das überhaupt Sinn macht wird nie
so ganz
klar, und ganz offensichtlich war es den Machern auch
ziemlich egal.
Der Plot hangelt sich von einer Szene zur nächsten, ohne daß
dabei
ein großartiger Zusammenhang entstehen würde. Bezeichnend
hierfür:
Die Eingangssequenz, eine "Exorzist"-Persiflage mit James
Woods als
Priester (eine Rolle, die eigentlich Marlon Brando spielen
sollte),
ist zwar eine der witzigsten Szenen, hat aber mit dem Rest
des Films
nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun.
Der Humor basiert auch bei "Scary Movie 2" wieder vor allem
auf zwei
Dingen: Erstens die Verarschung anderer Filme, zweitens
möglichst
viele Gags über Sex, Kiffen, Schwule und
Körperflüssigkeiten. Und
an beiden Enden wird deutlich, wie wenig Kreativität in
diesen Film
geflossen ist: Anscheinend hat das Autoren-Team einfach jede
Anspielung
eingebaut, die
ihnen eingefallen ist, ob das jetzt passt oder nicht, so daß
auch
einfach mal eine Kuh durchs Bild fliegt (wie in "Twister").
Die Unordnung
und Konzeptlosigkeit, mit der hier Zitate wahllos aneinander
geklebt
werden, zeigt mehr als deutlich, daß es bei "Scary Movie 2"
nur darum
ging, möglichst schnell irgend etwas zusammen zu basteln,
was halbwegs
so aussieht wie der erste Teil. Da wundert es auch nicht,
daß dem
Film schon nach kaum 80 Minuten die Puste ausgeht und er
sich völlig
überstürzt in ein schales Ende rettet. Und dementsprechend
werden
auch sämtliche Gags nochmal aufgewärmt: Der dauerbreite
Shorty und
der latent schwule Ray halten für exakt die selben Zoten
her, die
einfach nicht mehr frisch sind und damit auch längst nicht
mehr (so)
komisch wirken. Und wenn in einer Szene Oberschreierin Cindy
ihrem
Kumpel Tommy einen runterholt, dann ist von Anfang an klar,
daß sich
gleich der Sperma-Gag aus Teil Eins wiederholen wird.
Wieso manche Leute darüber dann immer noch in schallendes
Gelächter
ausbrechen, ist zwar einigermaßen unverständlich, dürfte
aber erklären,
warum "Scary Movie 2" sicher wieder enthusiastische Fans
finden wird.
Denn darüber lachen kann man ganz sicher. Wenn man dem
Niveau des
Humors uneingeschränkt folgt, wenn man sich nicht daran
stört, vor
einem Jahr schon über die selben Witze gelacht zu haben, und
wenn
es einem egal ist, für einen hirnlosen und einzig aufs
schnelle Geld
ausgerichteten Abklatsch fünfzehn Mark zu löhnen. Dann kann
man sicherlich
lachen. Was allerdings nichts daran ändert, daß "Scary Movie
2" einfach
zu unoriginell, undurchdacht und unkomisch ist, um auch nur
im Entferntesten
an den ersten Teil heran zu kommen.
kleine Werbepause
Scary Movie 2
Bilder: Copyright Miramax



Also Leute mal Auszeit.
Wenn man mal bedenkt, dass diese Filme letztendlich eine Parodie der eigentlichen Filme sein soll wie schlecht müssen dann erst die richtigen Filme sein?
Was mich gestört hat war, dass diese Hand vom Buttler immer wieder herhalten mußte um Lacher zu erzeugen. Dabei fand ich andere Szenen lustiger. Wer sagt, dass man bei solch einem Film nicht schmunzelt der hat anscheinend vergessen was Heiterkeit ist.
Alles in allem ein Film, den man sehen kann aber nicht muß.
Ich finds nur immer lustig zu sehen, wie leicht man "eigentlich" gruselige Filme entschärfen kann ;)
Und mal unter uns. Filme wie Loriots "Papa ante Portas" sind unschlagbare Klassiker.Was aber nicht heißen soll, dass ich hier irgendeinen Vergleich anstellen will.
Also Leute lasst es euch gut gehen.
LAcht mal wieder über euren Nachbarn, wenn er auf die Fresse fliegt.
Soll helfen ;)
" Ж Arwen85Ж: die szene am anfang war sowas von geschmacklos. ich saß da und konnte nicht mal iiiiiiiiiih sagen weil ich so entsetzt darüber war wie oft man schauspieler kotzen lässt "
Sehe ich ganz genau so. Ich muss sagen, nach der Szene hatte ich schon keine Lust mehr auf den rest des Filmes. ich find's einfach nur ekelhaft & geschmacklos. Ich weiß nicht was an dem Film lustig sien soll, tut mir Leid.
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