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Zwei Gründerherzen schlagen in der Brust der amerikanischen
Nation: Das eine gehört der Religionsgemeinschaft der Puritaner,
die die erste dauerhafte Siedlung in der neuen Welt gründeten
und bis heute das Moralbewusstsein der Weltmacht prägen. Das
andere gehört den von den aufgeklärten Idealen des 18.
Jahrhunderts geleiteten Unabhängigkeitsvätern, die einst
die erste Demokratie der Welt ins Leben riefen und ihre Verfassung
auf den Werten Freiheit und Gleichheit fußten. In diesem Spannungsfeld
etablierte sich eine Nation, die sich nach außen als einzig
wahre Heimat von Meinungsfreiheit und Toleranz präsentiert,
in ihrem Inneren jedoch mancherorts den extremsten religiösen
Fundamentalismus in der westlichen Welt hervorbringt. Wenn der auch
noch ins Präsidentenamt gewählt wird, steht mächtiger
internationaler Ärger an, aber der amerikanische Alltag überambitionierter
Christenheit sieht eher so aus wie an der American Eagle Christian
High School, Handlungsort der Teenagerkomödie "Saved!",
die mit leichtem satirischen Witz das ausgeprägte religiöse
Moralbewusstsein Kleinstadt-Amerikas aufs Korn nimmt.
Die Schülerin Mary (Jena Malone) ist eine der jungen Vorzeige-Christinnen
auf Eagle High, und nur mit den allerbesten Absichten verstößt
sie gegen das moralische Gebot, bis zur Ehe abstinent zu bleiben:
Als ihr Freund Mary anvertraut, dass er glaubt schwul zu sein, versucht
ihn Mary in christlicher Mission auf den Pfad der Tugend zurück
zu bringen - indem sie mit ihm schläft. Nützen tut's indes
nix: ihr Freund wird in ein christliches "Umerziehungscamp"
verfrachtet, und Mary hält wenige Wochen später den positiven
Schwangerschaftstest in der Hand. Von Zweifeln an der Gnade Gottes
geplagt, findet Mary unerwartete neue Freunde in den beiden Außenseitern
Cassandra (Eva Amurri), das einzige jüdische Mädchen an
der Schule, und dem Rollstuhlfahrer Roland (Macaulay Culkin), Bruder
von Marys ehemals bester Freundin Hilary Faye (Mandy Moore), die
sich zur Anführerin der Schulmoral aufschwingt.
Als
unentbehrlichen love interest für Mary wirft das Drehbuch
von Regisseur Brian Dannelly und seinem Co-Autor Michal Urban dann
auch noch den feschen Sohn des Schuldirektors in die Runde (Patrick
Fugit aus "Almost Famous"),
eine Rolle, die leider symptomatisch ist für die generelle
Unentschlossenheit der Story. Denn eben so wenig, wie so eine konventionelle
Figur von sonderlich viel Einfallsreichtum zeugt, kann auch der
Rest des Plots nicht verhehlen, dass den Autoren ab einem gewissen
Punkt nicht mehr viel eingefallen ist.
Das fällt erst relativ spät auf, denn zugegebenermaßen
ist das Grundszenario clever konstruiert, wird sehr amüsant
vorgestellt und beweist eine Menge intelligenten Witz, der allerdings
nie ins Boshafte verfällt. Das liegt an der grundsätzlichen
moralischen Einstellung von "Saved!", dessen Herz eher
wie das der Unabhängigkeitsväter schlägt und der
ergo niemanden anhand seiner Ansichten wirklich verunglimpfen will
- auch oder erst recht keine Christen. Wie auch Kevin Smith in "Dogma"
geht es Regisseur Dannelly darum, die Institutionalisierung der
Religion anzugreifen, ihre eigentlichen
Grundsätze aber zu verteidigen. So begnügt man sich damit,
auch den Christen mit dem fleißigsten moralischen Zeigefinger
in "Saved!" ihre eigene Fehlbarkeit aufzuzeigen, und hält
für jeden seine kleine Versuchung, Sünde und Lehrstunde
parat.
Als die wahren moralischen Helden erweisen sich natürlich die
drei Außenseiter Cassandra, Roland und Mary, die ihre Mitschüler
und Nachbarn mit all dem konfrontieren, was sie nicht wahrhaben
wollen, und in der Chemie dieses Trios entwickelt "Saved!"
seine größte Stärke. Die drei Charaktere werden
hervorragend und fern jeden Klischees ausgearbeitet und erweisen
sich als die vielleicht komplexesten Figuren der jüngeren Zeit
im ansonsten doch arg Stereotyp-belasteten Teeniefilm-Genre. Positiv
überrascht ist man dabei von Macaulay Culkin, der seit "Kevin
allein zu Haus" alle Merkmale einer traurigen Ex-Kinderstar-Karriere
durchlief (Scheidung der geldgierigen Eltern, Drogenprobleme, Boulevard-Skandale,
keine Rollen, etc. pp.) und hier sichtlich gereift (auch als Schauspieler)
einen schwierigen Part zurückhaltend
und effektiv meistert. Weiterhin hervorzuheben: Pop-Sängerin
Mandy Moore, die sich im Gegensatz zu ihren trällernden Kolleginnen
nicht für peinliche Star-Vehikel
verheizen lässt, sondern intelligente Rollenwahl und wahres
Schauspieltalent beweist. Trat sie in "A
Walk to Remember" noch als makellose Inkarnation christlicher
Güte und Nächstenliebe auf, gibt sie hier als Kreuzritterin
Hilary Faye das genaue Gegenteil zum Besten - und überzeugt
in beiden Fällen.
Das war's dann aber auch mit Erwähnenswertem, denn trotz guter
Grundidee und toller Charaktere vermag "Saved!" über
die Langdistanz einfach kein Tempo aufzubauen. Unüberraschend
und manchmal etwas konstruiert schaukelt sich die Story nach Hause,
und die übervorsichtige political correctness von Regisseur
Dannelly steht einer unterhaltsamen Komödie leider auch im
Weg. Zu sehr gibt er sich Mühe, niemandem wirklich auf die
Füße zu treten, mag sich deshalb auch über niemanden
richtig lustig machen und verfehlt daher eine Menge seines komischen
Potentials. Seine korrekten Standpunkte in allen Ehren - als gut
gemeintes moralisches Lehrstück ist "Saved!" vielleicht
wertvoll, als gut gemachte Kinounterhaltung eher nicht. Wahre christliche
Tugenden wie Toleranz und Nächstenliebe predigen - gerade für
all die, die "anders" sind - ist zwar richtig und wichtig,
für einen wirklich guten Film braucht es allerdings mehr als
nur gute Absichten.
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Ich muss sagen, dass der Film klasse war! Ich spare mich zwar auch für die Ehe auf, aber nict in Anwendung von Gewalt! :)
Was mich nur ein bisschen enttäucht hat, Mandy Moore hat gut gespielt aber sehr schlecht gesungen oder das Lieb war einfach nur scheiße!
Mich haben nur ein paar Szenen aufgeregt und die auch berechtigt sind.
Ich denke, dass dieser Film auch die Augen anderer öffnet, die z.B vorurteile gegenüber andere hat, nur weil er z.B. einer anderen Religion angehören. Und das jeder Mensch wirklich verschieden sein MUSS, sonst Wäre das Leben nicht mehr Lebenswert.
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