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Sass

Sass
krimi-drama , deutschland 2001
original
sass
regie
carlo rola
drehbuch
holger karsten schmidt, uwe wilhelm
cast
ben becker,
jürgen vogel,
henry hübchen, u.a.
spielzeit
112 Minuten
kinostart
27. September 2001
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Die Brüder Franz (Ben Becker) und Erich Sass (Jürgen Vogel) haben im Berlin der goldenen 20er Jahre eine kleine Autowerkstatt. Sie leben mit ihren Eltern (Karin Baal und Otto Sander) in einer bescheidenen Wohnung in ärmlichen Verhältnissen. Leider wirft auch die Werkstatt nicht wirklich viel Gewinn ab und ein Finanzbeamter steht auf der Matte, um Steuerschulden einzutreiben. Ungehalten schreit Erich ihn an, dass er sich das Geld vom Finanzamt zurückholen will.
Gesagt, getan: kurz darauf wird der Tresor des Finanzamts aufgebrochen. Zur Überraschung der Polizei wurde hier zum ersten Mal in der Kriminalgeschichte ein Tresor mit einem Schneidbrenner geöffnet. Dieses Werkzeug und die Drohung führen natürlich zu den Gebrüdern Sass, denen jedoch nichts nachgewiesen werden kann. Die beiden lachen sich ins Fäustchen und tüfteln in ihrer Werkstatt an weiteren Einbrüchen. Dabei ergänzen sie sich perfekt, Franz plant die Einbrüche und Erich verbessert seine Schweißtechnik. Kriminalinspektor Fabich (Henry Hübchen) ist von Anfang an auf den Fall Sass angesetzt, kommt aber prinzipiell zu spät zum Tatort und kann ihnen anschließend nichts nachweisen.
Dabei ist in Berlin allen klar, wer die Einbrüche begangen hat. Die Brüder gelten als Volkshelden, als Berliner Robin Hoods. Mit der Zeit kommen die beiden auch zu einigem Geld. So gewöhnen sie sich einen neuen Lebensstandard an, kaufen eine Villa, gehen in Bars und Bordelle und verlieben sich. Der naive Erich trifft seine Sandkastenfreundin Gertrude (Julia Richter) wieder, Franz beginnt eine Affäre mit Sonja Weiss (Jeanette Hain), der Frau des Direktors der Diskonto Bank. Diese Bank gilt als die sicherste der Welt und ist natürlich für die Brüder das nächste Ziel. Da die Tresortür als nicht zu knacken gilt, planen sie, sich von der Kanalisation her einen Tunnel in den Tresorraum zu graben...

Die Geschichte der Brüder Sass klingt nach einer nett ausgedachten Räuberpistole, ist aber wirklich so ähnlich geschehen. Die beiden wurden zu einer Legende, da sie immer wieder verhaftet und vor Gericht gestellt und trotzdem freigelassen wurden. Doch im Film wie in der Wirklichkeit geht die Geschichte noch über die bloßen Einbrüche hinaus. Berlin färbt sich langsam braun, der Druck auf die Brüder wächst. Sie planen nach dem letzten großen Bruch eine Flucht nach Amerika.

"Sass" ist ein schöner, lustiger und trauriger Film und vor allem optisch grandios. Nicht nur die Hauptdarsteller Becker und Vogel spielen wie junge Götter, jede Rolle ist beeindruckend besetzt. Der einzige Punkt, an dem man vielleicht noch an ein typisch deutsches Fernsehspiel denken könnte, ist der manchmal seltsam platzierte Einsatz von Requisiten. Da wird eine alte Straßenbahn durch ein leeres Bild geschoben und der Bildausschnitt eines Gespräches so gewählt, das der Zeppelin mit dem Hakenkreuz im Hintergrund noch ordentlich mit drauf passt.
Aber selbst das fällt kaum auf und es wird wohl niemand enttäuscht aus dem Kino kommen, der sich gerne von schönen Bildern, einer interessanten Story und tollen Schauspielern fesseln lässt.

Vera Kampschulte

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