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Sakuran - Wilde Kirschblüte

Sakuran - Wilde Kirschblüte
kostüm-drama , japan 2006
original
sakuran
regie
mika ninagawa
drehbuch
yuki tanada
cast
anna tsuchiya,
massanobu ando,
kippei shina,
hiroki narimiya, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
30. August 2007
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

 

Sakuran, zu Deutsch "wilde Kirschblüte", ist die Verfilmung des gleichnamigen Mangas von Moyoco Anno. Damit ist schon alles über die Machart des Films gesagt, der zwar im 18. Jahrhundert spielt, sich aber künstlerisch ganz dem Pop verschrieben hat. Der Vergleich mit "Marie Antoinette" liegt auf der Hand, schrille Popsongs und einige rasante Schnitte durchbrechen die historische Dekoration, bis man diese ganz vergisst. Letztlich bleibt von dem historischen Hintergrund nicht mehr viel übrig.

Kiyoha (Anna Tsuchiya) wird als achtjähriges Mädchen an ein angesehenes Bordell verkauft. Dort soll sie unter strenger Aufsicht zu einer verführerischen und kultivierten Kurtisane erzogen werden. Nun lebt das Bauernmädchen hinter dem "Großen Tor" von Edos, dem damaligen Tokyo, wo das Vergnügungsviertel Yoshiwara beginnt. Dort reiht sich Bordell an Bordell, aber ein verruchtes Rotlichtviertel ist Yoshiwara deshalb nicht. Die Oberschicht des Landes trifft sich hier, um die musischen und tänzerischen Künste der schönen Damen zu bewundern und sich kulturell inspirieren zu lassen. Trotz ihres Mangels an persönlicher Freiheit leben die Kurtisanen in Wohlstand und Sicherheit.
Kiyoha aber ist ein widerwilliges und störrisches Kind, das partout keine Hure werden will. Trotzdem wird sie eine der Beliebtesten. Mit 17 ist sie bereits so hübsch und verführerisch, dass sie die Männer mit ihrem Blick um den Verstand bringt. Die anderen Mädchen beneiden sie um den schnellen Erfolg und versuchen ihr zu schaden, wo sie nur können. Mit ihrer zickig-arroganten Art provoziert Kiyoha ihre Kolleginnen immer aufs Neue. Sie findet sich durch ihre langjährige Ausbildung gut in der Welt der egoistischen Konkurrentinnen zurecht. List und Betrug seien ihr in Fleisch und Blut übergegangen, sagt sie im Film. Und um nichts anderes dreht sich die Geschichte.

Vor einem Jahr haben wir das schon mal gesehen. Die "Geisha" portraitierte ebenfalls das Leben einer angesehenen japanischen Kurtisane und ihren Weg heraus aus der Gefangenheit. Parallelen zu "Sakuran" sind gar nicht zu vermeiden, sowohl Story als auch Setting der beiden Filme gleichen sich stark. Kiyohas größte Konkurrenz ist gleichzeitig ihre Ausbilderin. Oiran Takao, eine Prostituierte von höchstem Rang, macht dem schönen und jungen Nachwuchs aus Angst um ihre eigene Zukunft das Leben schwer. Sie streiten sich um gute Kunden und nutzen das Wissen um die heimlichen Liebhaber aus. Dieser Mechanismus um Neid, Missgunst und Betrug ist uns schon aus der "Geisha" bekannt und zieht sich wie ein roter Faden auch durch "Sakuran". Wo sind denn dann die Unterschiede?

In "Sakuran" erleben wir das 18. Jahrhundert durch das Fernglas der Popkultur. Dadurch erscheinen die Farben schriller, die Menschen lauter und die Erotik offensichtlicher. Von einem historisch korrekten Abbild kann hier nicht die Rede sein. Regisseurin Mika Ninagawa liebt die bunten Farben und die ästhetischen Bilder von Weiblichkeit und Genuss. Oft lässt sie ihre Schauspielerinnen in Zeitlupe Pfeife rauchen oder vertieft sich in Nahaufnahmen der aufwendigen Kleidung. Die gaffenden und genießenden Männer sind nur Staffage in dieser Frauenwelt.
Doch so schön die modernen japanischen Popsongs zu Manga-Comics passen, im 18. Jahrhundert sind sie fehl am Platz. Vielleicht liegt das an der Vorstellung Europas vom historischen Japan, das wir lieber unberührt von zeitgenössischen Einflüssen genießen. Vielmehr aber ist die Verlegung einer modernen Geschichte über einen bockigen Teenager in historische Welten ein Problem. Hauptdarstellerin Anna Tsuchiya, in Japan eine berühmte Pop-Sängerin, bleibt in jeder Szene ein vollkommenes Kind des 21. Jahrhunderts. Ihre Gestik, ihre Mimik, ihre Bewegungen - daran ist nichts dem historischen Umfeld, in dem sich ihre Figur bewegen soll, angepasst. Das ist zunächst durchaus logisch, denn trotz des Umstands, eine verkaufte Prostituierte zu sein, sind ihre Probleme teilweise höchst universell. Wen liebe ich, wem vertraue ich, wie räche ich mich, was will ich?
Eine weiterer Mangel an historischem Feingefühl: Aus anderen japanischen Geschichtsfilmen ist uns die Strenge und Unerbittlichkeit der japanischen Gesellschaft bekannt. Und obwohl ihre Fluchtversuche streng und grausam bestraft werden, verhält sich Kiyoha vor ihren Autoritätspersonen so, wie es ein Mädchen vor 30 Jahren noch nicht gewagt hätte. Es ist interessant zu wissen, dass Tsuchiya in Japan wegen ihrer "punkig-rotzigen Attitüden" beliebt ist, eine Idealbesetzung ist sie deshalb nicht.

Die Vermutung liegt nahe, dass Regisseurin Ninagawa die Prostituierten-Thematik nur als Hintergrund für ihre an sich wenig interessante Geschichte um eine 17-jährige missbraucht hat, um ihr durch die gesellschaftliche und sexuelle Brisanz etwas mehr Pep zu geben. Aber die Unstimmigkeiten entstehen nicht nur aus Pop und Historie sondern auch aus der wenig gradlinigen Erzählung. Bei dem vielen Hin und Her verliert sich irgendwann der Faden. Die Hauptperson macht keine Entwicklung durch und treibt bewegungslos durch den Film. Einen faden Beigeschmack hinterlässt auch das zähe Ende, das zu keinem Abschluss kommt.
Dennoch ist der Film ein interessanter, wenn auch eigenwilliger Einblick in die Seele von einem pubertierenden Mädchen. Wie man zu ihrem Charakter und ihren Entscheidungen steht, ist subjektiv. Das muss jeder selber sehen.

Sandra Hertel

2

Der Film hat nicht wirklich eine richtige handlung (meiner meinung)!
Es ist auch kein Schauspielerisches Talent vorhanden

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