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Robots

Robots
animations-komödie , usa 2005
original
robots
regie
chris wedge
drehbuch
lowell ganz, baballo mandel
cast
michael,
wolfgang völz,
philipp moog,
sarah connor, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
17. März 2005
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

"Von den Machern von Ice Age!" prangt es groß auf allen Ankündigungen zu "Robots", und dieser Hinweis ist verständlich. Denn nachdem die Computeranimations-Abteilung von 20th Century Fox vor drei Jahren mit dem unerwartet großen Erfolg des durch und durch gelungenen Eiszeit-Abenteuers debütierte, sind beim zweiten Versuch nicht nur die Erwartungen, sondern auch der Einsatz höher - und in so einem Falle geht man ja bekanntlich gerne auf Nummer Sicher. Das heißt: "Ice Age"-Regisseur Chris Wedge übernimmt wieder die kreative Kontrolle, die Synchronsprecher-Garde wird mit soviel Prominenten wie nur geht besetzt (im Original unter anderem Ewan McGregor, Halle Berry, Mel Brooks, Robin Williams und Greg Kinnear) und die Werbeabteilung feuert aus allen Rohren. Wenn man sich Qualität und Erfolg kaufen könnte, wäre "Robots" mindestens so eine Bombe wie sein Vorgänger. Ist er aber nicht.
Stattdessen erweist sich die Geschichte von Roboter Rodney, der in die große Stadt zieht um sein Glück als Erfinder zu versuchen, als recht witz- und seelenlose Angelegenheit. Ob's an der vollkommenen Abwesenheit menschlicher Figuren liegt? Der Verleih betont, dass "Robots" der erste computeranimierte Film sei, der eine "komplett der Fantasie entsprungene Welt" präsentiert. Dass diese in sich keinen Sinn macht (denn auch wenn sich die Roboter in dieser vollmechanisierten Welt selbst zusammenbauen - irgendwo müssen sie ja mal hergekommen sein) ist nebensächlich, vielmehr stellt sich die Frage, ob es eben dieser Mangel an Bezugsgrößen ist, der "Robots" scheitern lässt. Hier fehlt es weitestgehend an Identifikationspotential, und auch der Niedlichkeitsfaktor, der bis jetzt noch jedem Animationsfilm zur Hilfe kam, fällt angesichts der im wahrsten Sinne des Wortes zusammengeschraubten Blechkameraden flach. Mit was soll sich das Publikum hier verbunden fühlen? Wer hat jemals mit einer in die Jahre gekommenen Geschirrspülmaschine sympathisiert?

Diesen "Job" hat Rodneys Vater Herb, und verdient damit nicht genug Geld, um seine Familie mit fabrikneuen Teilen ausstatten zu können. Doch auch die Ersatzteile, aus denen man sich stattdessen seinen Körper zusammenbaut, sind okay - sorgt der gutmütige Teile-Fabrikant Big Weld (deutsche Synchronstimme: Wolfgang Völz) mit dem idealistischen Slogan "Du kannst glänzen, egal woraus du gemacht bist" schließlich dafür, das auch ärmere Roboter gut über die Runden kommen. Als der erfinderische Rodney (Philipp Moog) sich als junger Mann jedoch aufmacht, um seine Ideen in Big Welds Firma zu präsentieren, muss er feststellen, dass diese inzwischen vom fiesen Phineas T. Ratchet (Oliver Kalkofe) kontrolliert wird - und der will mit ungebändigter Gewinnsucht keine Ersatzteile für Bedürftige, sondern nur noch metallic-lackierte teure "Upgrades" für die Wohlhabenden herstellen. Den ärmeren Robotern droht ein schnelles Ende als Altmetall, doch der gierige Ratchet hat die Rechnung ohne Rodney und seine neuen Freunde wie den überdrehten Fender (Michael "Bully" Herbig) - der mehr als eine Schraube locker hat - und die hübsche Cappy (Pop-Sternchen Sarah Connor) gemacht ….

Das ist genau genommen Kapitalismuskritik pur, diese quasi sozialistische Revolution zum Wohle der Gemeinschaft und gegen die alles zerfressenden Kräfte der Geschäftsgier, die hier vom Zaun gebrochen wird. Ein bisschen viel Politik für einen Animationsfilm? Vielleicht, aber auch das einzig halbwegs interessante Storyelement von "Robots", der sich ansonsten in ödesten "Folge deiner Bestimmung", "Lasst uns nett zueinander sein" und "Ich bin stolz auf dich, Sohn, was auch immer du tust"-Plattitüden verliert. Moralisch einwandfrei, aber auch vollkommen altbacken.
Gut, das sind die meisten anderen Animationsfilme irgendwie auch, doch die reißen es dann raus mit viel Humor und lebendigen Charakteren - und beides hat "Robots" leider nicht. Hauptfigur Rodney hat soviel Tiefe wie ein Strom-Schaltplan, seine Begleiter sind nicht mehr als halbgare Sprücheklopfer - selbst Ober-Witzfigur Fender ist über weite Strecken erschreckend unkomisch. Und das love interest Cappy (von Sarah Connor ohne jegliches Sprechertalent "gespielt") könnte man komplett aus der Handlung schneiden - es würde nicht wirklich etwas fehlen.
Was "Robots" allerdings wirklich die Rückenstrebe bricht, ist seine erschreckende Unlustigkeit - und spätestens hier wird deutlich, dass der durchschlagende Dauerfeuer-Witz von "Ice Age" anscheinend weniger Regisseur Wedge, als den Drehbuchautoren zu verdanken war, denn von denen wurde leider kein einziger für "Robots" übernommen. Resultat: Wenn überhaupt, dann wird hier höchstens über Furz-Witze gelacht, was angesichts des thematischen Potentials ein echtes Armutszeugnis ist. Von wegen "vollkommen der Fantasie entsprungene Welt": Über weite Strecken wird hier einfach alles Menschliche ins Roboterische übertragen und lediglich Biomasse durch Blechplatten, Schmieröl und Schrauben ersetzt. Als wesentlich besseres Beispiel dafür, wie viel innovatives Gag-Potential tatsächlich im Konzept Roboter-Welt steckt, braucht man sich nur ein paar ausgewählte Folgen der TV-Animationsserie "Futurama" anzusehen - das ist allemal lustiger, einfallsreicher und vor allem preiswerter als ein Kinobesuch von "Robots".
Wirklich clevere Gags sind hier absolute Mangelware, das einzige, womit "Robots" beeindrucken kann, ist die Animationsqualität und das Detailreichtum im Entwurf der Roboterstadt. Das sollte bei so einer aufwändigen Produktion und angesichts des "state of the art" im Sektor Computeranimation aber auch das zu erwartende Mindestmaß sein. Ein paar Hochgeschwindigkeits-Sequenzen und Verfolgungsjagden können zumindest kurzzeitig die Augen des Publikums weiter öffnen, doch ein bisschen Rasanz zwischendurch macht noch lange keinen flotten Film.

Viel Mühe fürs Design, keine für die Story: Bei "Robots" blieben Witz und Kreativität anscheinend auf dem Fertigungsband zurück. Am Ende steht die ernüchternde Erkenntnis, dass "die Macher von Ice Age" mit diesem vermeintlichen nächsten großen Schritt der Computeranimation den langweiligsten Film des Genres abgeliefert haben, seit es vor zehn Jahren von "Toy Story" aus der Taufe gehoben wurde. Zurück an die Schraubenzieher, Jungs. Vielleicht wird "Ice Age 2" ja wieder besser.

Frank-Michael Helmke

6

Ich fand den Film so schlecht nun auch wieder nicht.Also ich habe oft gelacht. Auch die Animation war großartig. Die Zielgruppe für die der Film gemacht wurde, ist ja auch nicht so anspruchsvoll.

Reichlich überzogene Kritik Mr Helmke..im überigen kann man gar nicht genug Kapitalismuskritik kreativ verwursten, in Anbetracht der Tatsache,dass sich dieser Planet langsam aber sicher in einen Haufen Scheisse verwandelt, aufgrund der repressiven Einwirkung "elitärer" Kapitalisten.

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