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Risiko - Der schnellste Weg zum Reichtum

Risiko - Der schnellste Weg zum Reichtum
thriller , usa 1999
original
boiler room
regie
ben younger
drehbuch
ben younger
cast
giovanni ribisi,
ben affleck,
vin diesel,
nia long, u.a.
spielzeit
117 Minuten
kinostart
18. Mai 2000
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Es ist der neue amerikanische Traum. Statt vom Tellerwäscher zum Millionär wird man im neuen Jahrtausend vom Taugenichts zum Broker. Fährt nach wenigen Monaten im Geschäft einen gelben Ferrari, trägt Armani-Anzüge und redet blasiert daher. Schlägt in der Freizeit mit den Kollegen vielleicht noch ein paar Wall-Street-Broker zusammen. Ein fantastisches Leben eben.  Der 19-jährige Seth Davis (Giovanni Ribisi) findet diesen "Way of Life" jedenfalls faszinierend. Zumindest besser als sein abgebrochenes Studium. 
Besser auch als sein illegales Wohnzimmer- Casino, das seinem Vater - pikanterweise von Beruf Richter - schon längst ein Dorn im Auge war. 
Also bringt Seth die Schulung bei der dubiosen Maklerfirma "J.T. Marlin" in Long Island hinter sich, lässt sich einige Male anschnauzen und verbringt sodann den ganzen Tag mit Dutzenden von Gleichgesinnten in einer lauten, chaotischen Telefonzentrale. Jeder von ihnen hängt am Telefon, verspricht potenziellen Kunden das Blaue vom Himmel, um sie zum Aktienkauf zu bewegen und manchen von ihnen gar das Leben zu ruinieren. Dass das alles nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, merkt Seth ziemlich schnell.

Keine neue Geschichte? Schon wahr. In Oliver Stones Klassiker "Wall Street" wurde das ganze schon einmal durchgekaut. Und was damals gut war, muss heute noch besser sein, so dachten wohl die Produzenten des neuen Streifens "Risiko". Einziger Haken daran: Aktienhandel ist für den Zuschauer langweilig. Büroszenen ebenfalls. Da ist nicht wirklich was los auf der Leinwand. Also musste ein bißchen Farbe her: Zwischendrin wird unmotiviert in MTV-Manier zum Takt von lauter Gangsta-Rap-Musik die Skyline von Manhattan gezeigt, wohl um den Streifen aufzupeppen. Man kann es natürlich auch rein symbolisch sehen - immerhin wird die Stellung eines weißen Brokers im Film mit einem schwarzen Crack-Dealer verglichen. Rein von den Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten her. 


Doch damit nicht genug, ein Star muss natürlich auch her: Ben Affleck. Der taucht ein paar Minuten als arroganter Börsenmakler Jim Young auf und bellt idiotische Sinnsprüche vor sich hin. Nette Rolle für den sonst so smart-süßen 

Affleck, aber mehr auch nicht. Und damit noch ein wenig Gefühl dazu kommt, verliebt sich prompt die attraktivste (und eigentlich auch einzige) Frau des Films, die farbige Sekretärin Abby (Nia Long) in den unscheinbaren, manchmal gar dämlich naiv wirkenden Seth. Sehr realistisch. 
Überflüssig dann auch noch die Vater-Sohn- Beziehung mit ihren banalen Dialogen: Seth wird natürlich nur so ein verkorkster und abgedrehter Broker, weil sein Vater ihm nie die Liebe gegeben hat, die er wollte. Und das nervt. 

Denn manche Broker sind eben einfach von Natur aus schlecht und arrogant, auch ohne vom Vater (Ron Rifkin) verstoßen zu sein. Dafür braucht man kein Alibi.
Ein bißchen weniger wäre also mehr gewesen - die Story an sich ist gut und gerade im Moment bestimmt auch für viele Deutsche interessant, die fleißig in Neuemissionen investiert haben und sich zu Zeiten von "Wall Street" noch nicht im geringsten für Aktien begeistern konnten.


Autor und Regisseur Ben Younger ist erst 27, und er ist nicht an allem Schuld. Dass er zum Beispiel mit dem überzeugenden Vin Diesel und Giovanni Ribisi zwei Stars aus "Der Soldat James Ryan" für seinen Film gewinnen konnte, überraschte ihn selbst am meisten. Ganz zu schweigen von Oscar-Preistäger Affleck. Für den nächsten Film von Younger wäre ein bißchen 

weniger MTV und mehr Tiefgang wohl das richtige Rezept. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Larissa Vassilian

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