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Revanche

Revanche
thriller , Österreich 2008
original
regie
götz spielmann
drehbuch
götz spielmann
cast
johannes krisch,
ursula strauss,
andreas lust,
irina potapenko, u.a.
spielzeit
121 Minuten
kinostart
12. Februar 2009
homepage
http://www.revanche.at
bewertung

4 von 10 Augen

 

Vor drei Jahren schickte Österreich Götz Spielmanns "Antares" ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Dieser düstere Episodenfilm war zwar ein durchaus ungewöhnlicher Beitrag aus der sonst eher für Krimis mit etwas lakonischen aber immer lustigen Ermittlern bekannten Alpenrepublik, konnte aber trotzdem nur einen sehr übersichtlichen Kreis von Filmfreunden für sich begeistern. Spielmann bleibt sich aber auch mit seinem neuen Werk ziemlich treu und präsentiert erneut einen Einblick in die Welt aus Kiezmilieu, Prostitution, Unglück und Verzweiflung.
"Revanche" ist genauso ernüchternd und deprimierend wie der Vorgänger und mit vollen zwei Stunden leider auch genauso überlang. Da der entscheidende und für die weitere Besprechung des Films nicht zu ignorierende Wendepunkt nach einer knappen Dreiviertelstunde eintritt, sei hiermit aber noch eine deutliche Spoilerwarnung ausgesprochen (nicht dass der Kinotrailer auf so etwas Rücksicht nehmen würde).

Im Wiener Rotlichtbezirk hat Alex (Johannes Krisch) nach einem Knastaufenthalt einen Hilfsjob beim örtlichen Paten abgestaubt. Von seiner Beziehung zu einem der Mädchen aus dem Bordell darf der Boss aber natürlich Nichts wissen. Gemeinsam mit Tamara (Irina Potapenko) schmiedet er Zukunftspläne, für deren Verwirklichung ein Banküberfall herhalten soll, "todsichere Sache" das Ganze, aber leider im wörtlichen Sinne. Durch einen Zufall wird der Streifenpolizist Robert (Andreas Lust) auf die im Auto wartende Tamara aufmerksam und bei der anschließenden Flucht erschießt er die junge Frau unbeabsichtigt. Alex ist nun zwar im Besitz der Beute, kehrt aber konsterniert und voller Hass auf den "Mörder" seiner Geliebten erst einmal zum Bauernhof seines Großvaters zurück. Der wird des Öfteren von der jungen Susanne (Ursula Strauss) besucht, die mit ihrem Mann in der Nähe lebt. Nach einiger Zeit findet Alex dann etwas Unglaubliches heraus: Dieser Ehemann ist ausgerechnet Robert, der für den Tod seiner Freundin verantwortliche Polizist.

Damit wäre dann also das Spielfeld vorbereitet zur titelgebenden "Revanche". Oder auch nicht, denn Alex zögert und beginnt stattdessen erstmal eine Affäre mit der Frau des Zielobjekts. Dass es dazu kommt, ist wohl für die angedachte Entwicklung der Geschichte notwendig, wird aber durch eine völlig aus dem Nichts kommende Aktion der Frau nicht mal ansatzweise glaubwürdig konstruiert. Vom bemerkenswerten Zufall, den gesuchten und gehassten Feind ausgerechnet beim Opa um die Ecke zu finden, mal ganz abgesehen.
Durch diese reichlich gezwungene Zusammenführung erleben wir dann also einen grübelnden und psychisch belasteten Robert, der doch nur "auf die Reifen" schießen wollte, und einen verzweifelten Alex, der vielleicht ja noch rechtzeitig erkennen wird, dass sein Feindbild nicht ganz so alleinschuldig ist wie er sich selbst glauben machen will. Dabei geben beide Charaktere und ihre Situationen leider wenig her, was man nicht schon oft und auch überzeugender gesehen hätte.
Denn bei der Auswahl seiner Darsteller hat Spielmann kein allzu glückliches Händchen bewiesen. Am Überzeugendsten agiert noch Johannes Krisch als Alex in seiner ersten Kinohauptrolle, der zumindest in der zweiten Filmhälfte eine gute Leistung bietet und die Zerrissenheit seiner Figur auch rüberbringen kann. Glatt und blass dagegen die Vorstellung von Andreas Lust als Robert, eigentlich noch dem Erfahrensten unter den Hauptdarstellern. Unglaubwürdig und wenig nachvollziehbar wie schon geschildert die Figur der von Ursula Strauss verkörperten Susanne, und Irina Potapenko ("Prinzessin") darf sich in ihrer kurzen Leinwandzeit vorwiegend nackt präsentieren, wobei das keinesfalls in allen entsprechenden Szenen zwingend nötig gewesen wäre. Aber Spielmann hat ganz offensichtlich ein Faible für die brutale und oft sogar eklige Halbwelt, wie auch für explizite Sexszenen.

Das alles kommt in der ersten halben Stunde so geballt daher, dass es schon direkt unangenehm anzuschauen ist. Dieser Effekt mag beabsichtigt sein, strapaziert aber genauso die Geduld wie die ausufernden Längen während der Findungsphase unserer nicht besonders sympathischen Protagonisten inmitten einer kargen Waldgegend. Dem Filmemacher Spielmann gelingen zwar gerade in diesen Momenten einige schöne Bilder mit interessant gewählten Kamerablickwinkeln, und der finale Anti-Klimax ist auch allemal eine nette Idee aus der Abteilung "Kann man so "machen". Für einen wirklich überzeugenden Film ist das aber angesichts der angesprochenen Schwächen insgesamt zu wenig.

Volker Robrahn

7

Der Film kommt gemächlich daher, ist aber durchgehend spannend, durchsetzt mit gut konstruierten Wendungen und Verwicklungen. Zu den Stärken des Films zählen auch die gute schauspielerische Darstellung der sympathischen und zum Teil recht kauzigen Charaktäre. Das Ganze wirkt sehr realistisch. 20 bis 30 Minuten kürzer und er hätte durchaus mehr als 7 Punkte verdient. Aber auch so durchaus sehenswert.

10

Diese "Rezension" ist sowas von dermaßen neben der Spur, daß man mit dem Schreiberling schon Mitleid bekommt.

1. Eine Nacherzählung der Geschichte (auch Spoiler genannt) ist keine Rezension. Eine Rezension behandelt nur solche Aspekte, die vom Filmgenuß nichts wegnehmen. Es geht also um Qualität, Genre, Art und Weise, Ton, Kameraführung, Bilder, Mentalität, etc., nicht um Nachsülzen mit der Aufzählung aller Handlungsstränge bis zum Schluß.

2. Jeder, den ich kenne findet diesen Film super. Die Wertung ist lachhaft und zeigt, daß hier jemand den Film einfach nicht verstanden hat.

3. Zu den eindeutigen Qualitäten: Unvorhersehbarer Verlauf, authentische Darstellung, interessante Kamera, viel Wert auf die Tonspur, vieldeutige, mehrschichtige Erzählweise.

Fazit: Ich kann nur empfehlen, die "Rezensionen" auf filmszene generell zu überspringen und nur auf die Kommentare zu achten, die immer noch weniger Spoiler enthalten.

Die wichtigsten und besten Filme der letzten Jahre wurden mehrheitlich von filmszene entweder ignoriert oder verrissen. Ein Armutszeugnis.

10

Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen! Ein Spitzenfilm und eine verdiente Oscarnominierung!

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