kleine Werbepause
Anzeige

R.E.D. 2

R.E.D. 2
action-komödie , usa 2013
original
r.e.d. 2
regie
dean parisot
drehbuch
jon hoeber, erich hoeber
cast
bruce willis,
john malkovich,
mary-louise parker,
helen mirren,
catherine zeta-jones,
anthony hopkins, u.a.
spielzeit
116 Minuten
kinostart
12. September 2013
homepage
http://www.red2-film.de
bewertung

5 von 10 Augen
R.E.D. 2

Warum es diesen Film überhaupt gibt, ist nicht so ganz ersichtlich. Der Original-"R.E.D." war von der Grundidee her - man stecke eine Riege altgedienter Schauspielstars in eine überdrehte Action-Komödie über Geheimagenten im Ruhestand, die nochmal richtig aufdrehen - halbwegs vielversprechend, erwies sich am Ende aber als ziemlich hohle Nummer, die ihren Reiz schnell ausgespielt hatte. Der überschaubare Erfolg bestätigte dann, dass die ganze Sache nur so semi-überzeugend war: R.E.D. 2"R.E.D." spielte seine Produktionskosten zwar wieder ein, blieb in den USA aber unter der magischen Grenze von 100 Millionen Kasseneinspiel, die solch ein Film eigentlich mindestens schaffen muss, um als Fortsetzungs-würdiger Erfolg zu gelten. 

Warum es jetzt trotzdem "R.E.D. 2" gibt, ist also nur bedingt nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz ist der Senioren-Trupp nun wieder versammelt (zumindest die, die den ersten Teil überlebt haben), nur der Regisseur wurde ausgetauscht. Statt dem Deutschen Robert Schwentke sitzt nun Dean Parisot ("Galaxy Quest", "Dick & Jane") auf dem Regiestuhl, und lenkt seine namhafte Darsteller-Riege durch eine Story, die fast noch weniger hermacht als die von Teil Eins.

R.E.D. 2Ex-CIA-Agent Frank Moses (Bruce Willis) hat es sich mit seiner geliebten Sarah (Mary-Louise Parker) im betulichen, langweiligen Vorort-Leben wieder gemütlich gemacht, als sein leicht spinnerter alter Kompagnon Marvin (John Malkovich) wieder auftaucht und beide alsbald erneut um ihr Leben fürchten müssen wegen einer weit zurückliegenden Geschichte aus ihrer aktiven Zeit - damals, als der kalte Krieg noch tobte und die Russen immer die Bösen waren. Weil Frank und Marvin angeblich etwas über eine legendäre Superbombe wissen, die vor vielen Jahren verschwunden ist, will man ihnen auf einmal ans Leder. Warum eigentlich, das versteht man nicht unbedingt so genau, aber irgendwie ist das auch egal. Hauptsache, die Jungs fühlen sich berufen, der Sache auf den Grund zu gehen, besagte Superbombe zu finden und auf dem Weg dorthin noch ein paar andere namhafte Schauspielstars zu treffen. 

Da ist nicht nur Helen Mirren dabei, die schon im ersten Teil ihren diebischen Spaß daran hatte, mit sehr großen Gewehren herumballern zu dürfen. Als Neuzugänge gibt es unter anderem Catherine Zeta-Jones als verschlagene russische Ex-Agentin, deren beste Waffe ganz "old school" ihre verführerische Sexyness ist (sehr zum Unbill von Franks Freundin Sarah), und Anthony Hopkins, dessen Auftauchen hier zwar eigentlich eine überraschende Wendung darstellen soll, angesichts seiner Präsenz auf dem Filmplakat fällt die "Überraschung" allerdings sehr überschaubar aus. Hopkins' erste paar Szenen gehören dennoch zu den definitiv besten des ganzen Films, wenn dieser große alte Mann des gehobenen Schauspiels sich in seine Rolle in diesem seichten Blödsinn von einer Action-Komödie wirft, als handele es sich um großes Charakterkino.

R.E.D. 2In der Tat ist es die größte (und nach gewisser Zeit leider auch die einzige) Freude an "R.E.D. 2" gestandenen Schauspiel-Größen dabei zuzuschauen, wie sie ihren Spaß mit Material und Figuren haben, die ungefähr drei Ligen unter dem sind, was sie sonst spielen. Vor allem Malkovich und Mirren sind in dieser Hinsicht großartig, und auch Mary-Louise Parker funktioniert erneut außerordentlich gut als harmloses Vorort-Frauchen, dass die Ex-Lebenswelt ihres Geliebten extrem aufregend findet und ihm diesmal nachhaltig beweisen möchte, dass sie sehr wohl in der Lage ist, darin mitzumischen. Die größte Enttäuschung im Cast ist indes ausgerechnet Hauptdarsteller Bruce Willis, der wie in den meisten seiner letzten Filme wie auf Autopilot agiert und dieselbe Nummer wie seit 20 Jahren abzieht.

Am Anfang verspricht der Film auch jenseits seiner Darsteller Potenzial zu haben. Die erste Action-Sequenz, in der Frank Moses sich aus einer ziemlichen Klemme herauskämpfen muss, ist schön einfallsreich, hübsch schnell und ziemlich lustig (dabei allerdings auch ziemlich brutal). Da ist man im ersten Moment positiv überrascht und denkt sich: Na, wenn das so weitergeht, wird das ja ein richtig Bomben-Film! Leider geht's aber nicht so weiter, und je länger "R.E.D. 2" wird, desto mehr büst er an Tempo ein und kann ebenso wie sein Vorgänger nicht kaschieren, dass seine zugrunde liegende Geschichte einfach extrem dünner, hanebüchener Quatsch ist, aus der sich für keine Sekunde auch nur ein Hauch effektiver Spannung distillieren lässt.

R.E.D. 2Um wenigstens bei den Action-Sequenzen gewisse Ausrufezeichen zu setzen, fehlt es Regisseur Parisot wiederum am richtigen Geschick. Sein Vorgänger Schwentke wusste, an welchen Stellen er einfach mal hemmungslos überziehen darf für gehobenen Unterhaltungswert. Parisot hingegen fühlt sich vor allem bei den Comedy-Elementen des Films wohler. Diese Betonung trägt allerdings dazu bei, dass der ganze Film sich mehr und mehr gen lächerlich neigt, je mehr er sich seinem Ende nähert. 

So bleibt hier eigentlich nichts wirklich haften, da man nicht einmal bei den Hauptfiguren selbst das Gefühl hat, dass sie die Geschichte, in der sie stecken, sonderlich ernst nehmen. Und wenn ein Film sich so dermaßen Mühe gibt zu betonen, dass er nichts weiter als ein harmloser Spaß ist, dann wirkt selbst das irgendwann so bemüht, dass es keinen rechten Spaß mehr macht. Folgerichtig blieb dieses unnötige Sequel an den US-Kinokassen dann auch deutlich hinterm ersten Teil zurück und schaffte gerade mal 50 Millionen Einspiel. Ein noch überflüssigerer dritter Teil dürfte uns also erspart bleiben.

Frank-Michael Helmke

Oh oh, das klingt nicht

Oh oh, das klingt nicht gut.

Nach dem Massengefloppe an den Kassen (oft zurecht) und vielen,
vielen üblen Enttäuschungen 2013 scheint das hier die nächste zu
werden.
Nach Lone Ranger (Aaaarrgh), RIPD (Gähn) und Pacific Rim (bunt, dumm
und viel Bumm) und noch einigen üblen Machwerken habe ich den Verdacht,
dass 2013 das mit Abstand schlechteste Jahr wird.
Auf jeden Fall was Qualität und Ergebnisse betrifft.

Slapstik mag man oder

8

Slapstik mag man oder nicht.
Bei mir ist diese und somit der Humor des Films angekommen und somit kann ich jedem Freund von Action-Komödien diesen Film nur empfehlen.

Wir haben wohl 2

8

Wir haben wohl 2 unterschiedliche Filme gesehen...

...in meinem Kino haben wir alle viel Spaß gehabt. Die anderen offensichtlich auch
und wir Männer (alle um die 40) fanden ihn sogar BESSER als Teil eins.

Wo spielte denn da ein Bruce Willis auf Autopilot ? Wo war er langatmig, langweilig
oder gar vorhersehbar. Die letzten Bond Filme waren da in allen Klassen "schlechter".

Kann es sein, lieberHerr Helmke, dass sie einfach den Film nur als Pflichübung angesehen
haben oder gar das Ding alleine Zuhaus gesehen haben ?
Denn nur so kann ich diese Kritik nachvollziehen.

Und mal so von mir als langjährigen Kinogänger (seit 75 und in den letzten 20 Jahren mit
mindestens 40 Vorstellungen im Jahr - der Rest auf DVD oder halt Video) ein Film Zuhause
ist IMMER schlechter als im Kino. Selbst wenn die Leute auch mal nerven, es ist einfach
etwas anderes.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
4 + 2 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.