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Ray

Ray
biografie , usa 2004
original
ray
regie
taylor hackford
drehbuch
james l. white
cast
jamie foxx,
kerry washington,
regina king,
clifton powell,
sharon warren, u.a.
spielzeit
152 Minuten
kinostart
6. Januar 2005
homepage
http://movies.uip.de/ray
bewertung

8 von 10 Augen

Vor wenigen Monaten beendeten wir unsere Rezension zu "Collateral" - angesichts der dort zu beobachtenden, beeindruckenden Wandlung von Jamie Foxx zum Charakterdarsteller - mit einer gewagten Prognose: Dass er binnen weniger Jahre der nächste schwarze Oscar-Gewinner werden würde. Manche Prophezeiungen erfüllen sich jedoch schneller als erwartet, denn nach Sichtung von Foxx' Vorstellung als Ray Charles in der Filmbiografie über die blinde Musiklegende kann das Urteil eigentlich nur lauten: Oscar, und zwar schon dieses Jahr. Zugegeben, für das Abräumen Prestige-trächtiger Preise ist dies eine sehr dankbare Rolle. Doch auch wenn man bei der Darstellung eines weltbekannten, blinden, lange Zeit drogensüchtigen Musikers mit sehr prägnanter Körpersprache eine Riesenshow abziehen kann - überzeugen ist immer noch das erste Gebot. Und Jamie Foxx' Verkörperung des großen Ray Charles ist so detailliert, so punktgenau und präzise in jedem einzelnen Aspekt von den typischen Manierismen bis hin zur Sprache, dass man nur hochachtungsvoll applaudieren kann - und nachhaltig den Oscar fordern.

Dass diese Lobeshymne an Jamie Foxx am Anfang steht hat gute Gründe, denn seine Vorstellung ist das Herz, die Seele, das Zentrum und der wahre Höhepunkt von "Ray" - eine Biografie, die ansonsten schön rund gemacht ist, keinen Grund zur Klage gibt, aber auch nicht richtig zu begeistern weiß. Wobei man sowohl Regisseur Taylor Hackford ("Blood In, Blood Out", "Im Auftrag des Teufels") als auch Ray Charles selbst, der das Projekt bis zu seinem Tode im vergangenen Jahr begleitete, zugute halten muss, dass sie auf Glamour und Verherrlichung verzichten, und Rays Lebensweg entlang den dunklen und dreckigen Pfaden schildern, die er tatsächlich gegangen ist - hin zur Erfüllung des ur-amerikanischen Traums, aus dem Nichts zum Weltruhm aufzusteigen einzig dank des eigenen Willens und Talents.
Der Film beginnt mit der Busfahrt des jungen Ray Charles Robinson circa 1930 aus dem heimischen Florida bis nach Seattle, wo er in der lokalen Jazz-Szene Fuß zu fassen versucht. Über erste Engagements und erste schmerzhafte Erfahrungen mit den üblen Tricks des Geschäfts (schon bald lässt sich Ray seine Gage nur noch in Ein-Dollar-Noten auszahlen, damit ihn niemand übers Ohr hauen kann) steigt das Piano-Genie vom Begleitmusiker zum Bandleader auf und erhält schließlich seinen ersten Plattenvertrag bei der legendären Independent-Firma Atlantic Records. Doch Ray frönt nicht nur dem Gesang, auch Weib und Wein (oder Drogen im Allgemeinen) sind gern genutzte Freuden. Obwohl er schon früh seine Frau Della Bea (Kerry Washington) heiratet und sich als Familienvater versucht, führt Ray ein Zweitleben auf Tour, in dem seine Background-Sängerin Margie Hendricks (Regina King) zu seiner Zweitfrau wird. Unterdessen nehmen auch die schlimmen Auswirkungen von Rays langjähriger Heroinsucht immer mehr zu, und obwohl er am laufenden Band die amerikanische Musik neu definiert durch die Vermischung von Elementen aus Gospel, Rhythm & Blues, Rock'n'Roll und Country, kämpft er doch stetig weiter an gegen die inneren Dämonen seiner traumatischen Kindheit.

Ray Charles' Schlüsselerlebnisse als Kind, als er den Tod seines kleineren Bruders mit ansah und wenig später als 7-jähriger sein Augenlicht verlor, werden im Film durch mehrfache Flashbacks sowie qualvolle Visionen aufgearbeitet - was einerseits zwar durchaus Wirkung zeigt, andererseits aber ein überdramatisierter Faktor in einem Film ist, der sich ansonsten erfolgreich an einer fast schon dokumentarischen Distanz versucht. Soll heißen: Als Abhandlung über Ray Charles' Leben und Karriere, mit Berücksichtigung aller wichtigen Stationen, Wendungen und Entwicklungen, ist "Ray" ein unterhaltsamer, informativer und flott erzählter Film, der trotz zweieinhalb Stunden Laufzeit sehr schnell vergeht. Versuchen Hackford und sein Autor James L. White jedoch das Innenleben des Sängers einzufangen, dann verlassen sie effekthascherisch die Tatsachenebene und versuchen sich an psychologischen Mätzchen, die nicht wirklich überzeugen können - vor allem angesichts einer schlussendlich überhasteten Auflösung.
Doch dies bleiben kleine Schönheitsfehler in einer ansonsten exzellent ausgeführten Film-Biografie. Mit viel Liebe zum Detail werden die historischen Settings - von verrauchten Jazz-Spelunken bis zu glamourösen Konzertsälen - zum Leben erweckt, die sozial-kulturellen Ereignisse eingearbeitet (wie Ray Charles' Involvierung in die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung) und vor allem die wichtigsten stilistischen Wendungen in Charles' Musik auch für den Laien begreiflich gemacht - auch wenn die anekdotenhaft dargestellte Entstehung seiner größten Hits wie "Unchain my heart", "Hit the road, Jack" oder dem unvergesslichen "What I'd say" (kürzlich in die Top Ten der besten Songs aller Zeiten gewählt) etwas unglaubwürdig wirkt. Der Film beschränkt sich zudem auf den wichtigsten (und dramatisch interessantesten) Teil in Ray Charles' Leben, endet im Prinzip im Jahr 1966 und spart so mehr als 30 Jahre seiner Karriere aus, ebenso wie ein gutes Dutzend weiterer Kinder von ähnlich vielen Frauen. Doch übermäßige biographische Daten-Akribie kann und darf man von solch einer Dramaturgisierung auch nicht erwarten, und nichtsdestotrotz bekommt man hier in kompakter Form immer noch ein entscheidendes Stück Musikgeschichte vermittelt - mit viel Sex, Drugs, und Rock'n'Roll. Getragen wird das Ganze von einem durch die Bank überzeugenden Ensemble, denkwürdig bleiben dabei vor allem die Newcomerin Sharon Warren als Rays unbeugsame Mutter Aretha, Harry Lennix als sein später Manager Joe Adams, und das unaufhaltsame Energiebündel Regina King ("Jerry Maguire") als Tour-Gattin Margie.

Doch über allem krönt Jamie Foxx, nach zweieinhalb Stunden Laufzeit immer noch so beeindruckend wie am Anfang, als unersetzlicher Glanzpunkt dieser Biografie. Mit seiner Hilfe gelingt es Hackford, der Legende Ray Charles ein monumentales Denkmal zu setzen, seiner inspirierenden Karriere gerecht zu werden und Charles' Erlebniswelt seinem Publikum näher zu bringen. Und mehr kann man von diesem Film eigentlich auch nicht verlangen.

Frank-Michael Helmke

9

Ich finde den Film über den Musiker Ray Charles super. Ich bin kein Fan von ihm, habe nur gelegentlich, sofern seine Musik im Radio kam, mal zugehört. Musik und Darstellung in dem Film finde ich sehrgut!

10

Absolut genialer und bewegender Film. Tolle Musik und sehr treffende darstellung Ray's von Jamie Foxx. Der Film hat 10 Digital Eyes verdient!! Wenn nicht er, welcher sonst?

5

Ich kann mich nur einer Meinung anschließen:
"Ray rockt und Ray macht traurig"

Leider eher zweiteres

5 Augen

xtrem guuut.
ich bin 16, mach abi.. und hab eig auch andere interessen als mri sowas anzugucken..
aber da!!!! da bin ich hängengeblieben...
da.... ich konnt nich mehr wegzswitchen...
diese art von biografie. ist unglaublich empfelenswert.!!!
vorher kannt ich charles ganicht =)
jezz find ich ihn cool.!!

Total toller Film. Habe mich

10

Total toller Film.
Habe mich nie groß mit Ray Charles davor auseinander gesetzt aber dieser Film war einfach überwältigend und auch Jamie Foxx hat total überzeugend gespielt.
hihi nun mein Lieblingsfilm & die Musik höre ich neuerdings auch :)

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