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Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst

Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst
horror , usa 2006
original
pulse
regie
jim sonzero
drehbuch
ray wright, wes craven
cast
kristen bell,
jonathan tucker,
ian somerhalder,
christina milian, u.a.
spielzeit
85 Minuten
kinostart
30. November 2006
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Wes Craven war sich noch nie zu schade, seinen guten Namen für ein gutes Geschäft herzugeben. Und so springt der Macher der "Scream"-Serie und der Kultreihe um den Psychopathen Freddy Krueger nun auf den aktuellen Trend der Horrorbranche auf und präsentiert zumindest als Co-Autor "Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst", ein Remake eines japanischen Gruselfilms. Aber trotz einer gehörigen Portion Craven und einer guten Grundidee ist das Ergebnis insgesamt mehr als durchwachsen.

Der Student Josh (Jonathan Tucker) bringt sich um. Als seine Freundin Mattie (Kristen Bell aus der TV-Serie "Veronica Mars") nach seinem Tod immer noch E-Mails von Josh erhält, schlägt ihre Trauer in Angst um. Sie und ihre Freunde begeben sich auf die Suche nach dem Bastler Dexter (Ian Somerhalder), der Joshs Computer nach dessen Tod erworben hat, um ihn für den "schlechten Scherz" zur Rede zu stellen. Er berichtet von der Existenz einer Art "Geistervirus", der sich über Funknetze und das Internet verbreitet und die Menschen in den Selbstmord treibt.

Dem Film liegt eine interessante Idee zugrunde: Die Angst vor unsichtbaren elektromagnetischen Strahlen und Datenströmen, deren Gefahren für die Menschen noch nicht einzuschätzen sind. Wissenschaftler sind sich aber jetzt schon einig, dass Handystrahlen, Funknetze etc. gesundheitliche Folgen haben können. Auch die Frage nach der individuellen Freiheit aufgrund der totalen Datenerfassung im tagtäglichen Leben oder das Entstehen einer sozialen Kälte und Vereinsamung aufgrund übertriebener Nutzung von Internet, Handy und Co. werden kontrovers diskutiert. All dies - und das wird für einen Horrorfilm überraschen - thematisiert "Pulse" und gibt sich dabei erstaunlich moralistisch. Der Tenor: Die totale Vernetzung läutet den Untergang der Menschheit ein.
An dieser Stelle verleiht Altmeister Craven dem eigentlich redundanten Film seine Handschrift. Das zeigt sich nicht nur bei der Wahl des Stoffes, sondern auch in einzelnen Sequenzen. So taucht zunächst unverhofft ein merkwürdiger alter Mann ("Grima Schlangenzunge" Ron Rifken) in der Manier der "Nightmare on Elm Street"-Serie auf, der das Ende der Welt verkündet. Später dann mündet der Film tatsächlich in einem apokalyptischen Schluss. Craven erhebt so den eigentlich durchschnittlichen Plot auf eine höhere, (alb)traumhafte Ebene.

Doch trotz dieser Elemente wird die filmische Umsetzung insgesamt der guten Idee leider nicht gerecht. Aus der Vorgabe entstand eine Story, die das Prädikat "abgehoben" verdient. Natürlich darf man bei einem Horrorfilm insgesamt nicht zu sehr nach der Logik und dem Sinn fragen. Diese Geschichte aber über Viren, die im W-LAN und "Super Wide Band" unterwegs sind, und die in der Nähe von Menschen zu Geistern mutieren, ist nicht nur äußerst unglaubwürdig, sondern einfach viel zu konstruiert und nicht nachvollziehbar. Freilich tappt der Film dabei auch noch in das Fettnäpfchen, sich viel zu erst zu nehmen. Unfreiwillige Komik ist also garantiert.
Die Charaktere bleiben samt und sonders flach. Das Drehbuch wirkt nicht ausgereift und bietet einige grobe Schnitzer. Einer davon: Matties beste Freundin, die erst zeitaufwändig eingeführt wird, verschwindet völlig motivationslos eine geschlagene halbe Stunde von der Leinwand und taucht lediglich in ihrer eigenen Sterbeszene wieder auf.

Aufgrund dieser Schwächen entsteht die Angst auch nicht über die Identifikation mit den Charakteren, sondern reduziert sich einzig auf die einzelnen Schockszenen. Und diese funktionieren immer nach dem aus "The Grudge" bekannten Schema: Ein zu neugieriger Teenager guckt in einen dunklen Raum, eine verformte menschliche Gestalt huscht ins Bild, ein lauter schreiähnlicher Ton-Schnitt. Das ist nicht nur schon im Kino vorhersehbar und wenig spannend, sondern lässt auch befürchten, dass der Film auf dem heimischen Fernseher ohne entsprechenden Kino-Sound wohl kaum noch gruseliger ist als "Vom Winde verweht".
Das Gesamturteil ist also zwiespältig. "Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst" wartet mit einer guten Idee auf. Als Horrorfilm allerdings ist er zu vorhersehbar, zu konstruiert und bisweilen sogar unfreiwillig komisch. Das Wes Craven es besser kann, braucht er eigentlich nicht mehr zu beweisen.

Patrick Wellinski

7

Die Rezension wird dem Film leider nicht gerecht. Keineswegs ist das ein spannungsarmer, unausgereifter Film ... dagegen war, um im Genre und bei Coverversionen von asiatischen Horrorfilmen zu bleiben, "Dark Water" ein echter Griff ins Klo.

Unglaubwürdig und abgehoben? Welcher Horrorfilm ist das denn nicht, wenn man es grob nimmt? Niedersachsen ist zudem flacher als die Charaktere in diesem Film.

Die Schockszenen funktionieren nicht nur nach dem Grudge-Schema, sondern nach dem üblichen Schema, wie er in Horrorfilmen eben gang und gäbe ist ... am "Fluch" wurde hier bei Filmszene ja übrigens auch relativ negativ herumrezensiert ... kein Wunder, der Eindruck ist bei mir schon länger entstanden, dass hier offenbar ausschließlich Fans der asiatischen (Film)küche ihr Thaisüppchen kochen und amerikanische Verfilmungen mit Freuden gründlichst versalzen (nicht mal "Ring" bekam hier eine wahrhaft würdige Kritik, und das will schon was heißen).

Nun ja, "Pulse" ist wahrlich kein Umhauer, aber dennoch grundsolider und unterhaltsamer Horror, und es ist erfreulich, dass Filme wie dieser einen guten Kontrast zum aktuellen Exploitation- und Splatterwahnsinn bilden.

Homer

1

Das Titelbild der DVD, kommt genau 1 Sekunde im Film vor, und hat nichts mit der Handlung zu tun.
WTF wo bleibt die Logik, ein bisschen Realismus braucht man doch um sich zu gruseln.
ABER:
Einen Punkt gibt es für die unglaubliche "realistisch" aussehende Katze in Josh´s Schrank!

Liebe Grüße
die Katze aus dem Schrank ^^

PS: Nutzt kein Internet mehr, und vorallem kein W-Lan im Wald und werft eure Handys weg und überhaupt ein Tipp:
schaut euch den Film nur betrunken an.. dann hat er vll was O_o
schaut lieber Butterfly Effect oder so an :)
Es sei denn ihr wollt eine Komödie sehen, das ist der Film wirklich eine gute Wahl! (Aber Vorsichtig, manche könnten ihn vll Ernst nehmen :o)

Bin davon ausgegangen, dass

1

Bin davon ausgegangen, dass der Film etwas mit dem Buch von Stephen King zu tun hat und hab mir die DVD angeschaut: leider leider

Buch: (Puls) Durch ein mysteriöses Signal, das plötzlich über das Mobilfunknetz verbreitet wird, werden alle Menschen, die mit einem Handy telefonieren, ihres Verstandes und ihrer Menschlichkeit beraubt. Die so veränderten Menschen beginnen sofort damit, gnadenlos und extrem gewaltsam andere Menschen umzubringen. Die Welt versinkt in einem Chaos aus zerfetzten Leichen, zerstörten Fahrzeugen und explodierten Tankanlagen.

Film: (Pulse) "Geistervirus", der sich über Funknetze und das Internet verbreitet und die Menschen in den Selbstmord treibt.

Das Buch ist der Hammer - der Film eher :-(

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