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Populärmusik aus Vittula

Populärmusik aus Vittula
tragikomödie , finnland/schweden 2004
original
populärmusik fran vittula
regie
reza bagher
drehbuch
reza bagher, mikael niemi
cast
max enderfors,
andreas af enehielm,
jarmo mäkinen, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
19. Januar 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Wie heißt es so schön? "Der Name ist Programm", und "Vittula" bedeutet auf Deutsch in etwa soviel wie "Fotzenmoor". Dieser derbe Ton und ein ebenso derber Humor bestimmen sowohl Mikael Niemis Bestseller-Romanvorlage als auch Reza Baghers Film über die Kindheit und Jugend zweier Jungs aus Pajala, einem Ort nahe der schwedisch-finnischen Grenze. In Pajala ist das aufregendste Ereignis der 60er Jahre die erste asphaltierte Straße, man kann sich also denken, wie dort der Alltag aussieht. Ihrer geografischen Lage im öden Niemandsland haben Matti und Niila folglich einige Probleme zu verdanken. Niedergeschlagen stellen sie fest, dass sie eigentlich fast schon nicht mehr zu Schweden gehören, obwohl sie dies gern täten. Leider sprechen sie Schwedisch mit finnischem und Finnisch mit schwedischem Akzent, so dass schon der Dialekt des Musiklehrers aus Südschweden ihnen so fremd wie eine andere Sprache scheint. Außerdem wird den beiden schon früh unterstellt, "knapsu" - unmännlich - zu sein, was in diesen Breiten nicht gerade als Kompliment zu verstehen ist.

Mit Musik hat der Film zunächst weniger am Hut als der Titel vermuten lässt, was den einen oder anderen Zuschauer vielleicht irritieren wird. Zwar entwickeln Niila (Andreas af Enehielm) und Matti (Max Enderfors) schon früh eine Liebe zum Rock 'n' Roll und begeistern ihre Mitschüler mit einem leidenschaftlichen Luftgitarren-Vollplayback-Auftritt, aber Niilas gewalttätiger Vater (Jarmo Mäkinen) macht dem Spaß zunächst ein jähes Ende.
Wer dachte, die Schweden hätten sich mit "Wie im Himmel" von Gewaltorgien aus Filmen wie "Evil" abgewandt, hat sich übrigens getäuscht. "Populärmusik" strotzt nur so von körperlichen und seelischen Misshandlungen, die so gar nicht zum Image Schwedens passen und einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Auch die Saufgelage mit selbstgebranntem Schnaps und obligatorischen Saunawettbewerben sind nur etwas für Hartgesottene, denn hier wird ebenfalls die eine oder andere Schmerzensgrenze überschritten. Trotzdem verfügt die Erzählung auch immer über gerade genug Nostalgie und Herzlichkeit, um die brutalen und grotesken Episoden zu entschärfen.

Reza Bagher, der als geborener Iraner auf den ersten Blick vielleicht ein ungewöhnlicher Regie-Kandidat für ein Drama ist, das sich mit den Identitätsproblemen von Finnland-Schweden beschäftigt, hält sich mit seinem Film eng an die Romanvorlage. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, scheint der Film gerade am Anfang viel hin und her zu springen und man fragt sich, welche Geschichte nun eigentlich erzählt werden soll. Am besten gelungen ist die Schilderung der innigen Freundschaft zwischen Matti und Niila, die wie Vieles von Niilas Vater als "knapsu" verurteilt wird. Die Verbundenheit der Jungs wird von Bagher bildlich wunderbar umgesetzt, etwa als die beiden Arm in Arm auf jeweils einem Bein über eine Wiese hüpfen.
Mit zunehmendem Alter widmen sich die beiden auch wieder ihrer ersten Leidenschaft, der Musik. Inspiriert werden sie von ihrem durchgeknallten Musiklehrer Greger (Björn Kjellman), der keine Ausflüchte gelten lässt und den Jungs auf ungewöhnlichem Wege auch noch zu neuen Instrumenten verhilft. Zwar klang "Rock 'n' Roll Music" mit Vollplayback definitiv besser, aber den Mädchen gefällt's. Außerdem findet Niila, "Unsere Musik klang furchtbar, aber sie kam von Herzen."

Ein besserer Titel für den Film wäre vielleicht "Postkarten aus Vittula" gewesen, denn die einzelnen Episoden wollen sich nie zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Was dem Zuschauer bleibt, ist eine chaotische Collage aus schönen und grausamen Kindheitserinnerungen vom gefühlten "Ende der Welt". Vor allem am Anfang des Films hätte man die Geschichte etwas straffen sollen, dennoch beweist Regisseur Bagher ein wunderbares Gespür für den schmalen Grat zwischen Komik und Tragik, und eben der macht den Charme dieses Films aus.

Anna Plumeyer

7

joa der film wr ganz gut nur ich fand die frau die den matti da auf der hochzeit nötig komplett verfehlt..im buck wird die als schöne finnin glaub ich beschriebn und im film is die einfach nur fett

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