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Plan B für die Liebe

Plan B für die Liebe
romantische komödie , usa 2010
original
the back-up plan
regie
alan poul
drehbuch
kate angelo
cast
jennifer lopez,
alex o'loughlin,
michaela watkins,
anthony anderson, u.a.
spielzeit
106 Minuten
kinostart
13. Mai 2010
homepage
http://www.plan-b-fuer-die-liebe.de
bewertung

3 von 10 Augen
 

Eine romantische Komödie funktioniert im Prinzip nach dem immer gleichen Strickmuster. Zuerst: Girl meets Boy (nicht "Boy meets Girl", denn da dieses Genre primär Frauen anspricht, ist die eigentliche Hauptfigur fast immer die Dame, mit der man sich als Zuschauerin identifizieren soll). Dann entweder Variante A: Beide können sich erst einmal überhaupt nicht ausstehen, werden durch den entscheidenden Handlungsaufhänger aber dazu gezwungen, sich solange miteinander beschäftigen zu müssen, bis sie merken, dass sie füreinander geschaffen sind. Oder Variante B: Man ist sich sofort sympathisch oder gar auf den ersten Blick verliebt, es gibt jedoch ein scheinbar unüberbrückbares Hindernis, das dafür sorgt, dass die Liebenden den ganzen Film brauchen, um endlich zueinander finden zu können. Die Zeit dazwischen wird das Publikum bei Laune gehalten von a) flotten und witzigen Dialogen, meist in Kombination mit schillernden Nebenfiguren, b) einer gelegentlichen Prise Situationskomik, die auch gern mal Richtung Slapstick rutschen darf, und c) der unverkennbaren Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die einen den Moment herbeisehnen lässt, da dieses so offensichtlich perfekte Paar endlich zueinander findet.

"Plan B für die Liebe" ist eine fürchterliche romantische Komödie, aus dem einfachen Grunde, weil hier nichts, aber auch gar nichts so funktioniert, wie es sollte. Da haben wir die Ausgangssituation: Jennifer Lopez spielt Zoe, eine Single-Dame, die schon so lange und vergeblich nach ihrem "Mr. Right" gesucht hat, dass sie nun auf ihren titelgebenden "Plan B" zur Familiengründung zurückgreift und sich künstlich befruchten lässt. Als sie aus der Praxis ihres Frauenarztes kommt, winkt sie sich dasselbe Taxi heran wie Ziegenkäsebauer (!!) Stan (Alex O'Loughlin). Dass diese Begegnung im Taxi überhaupt länger als zehn Sekunden dauert, ist nicht etwa dem plötzlichen Funken zwischen den beiden geschuldet, sondern einzig einem absolut künstlich in die Länge gezogenen Dialog, der seine Konstruiertheit ebenso wenig kaschieren kann wie die weiteren Begegnungen der beiden, bei denen sich Zoe gegen ihren Willen eingestehen muss, dass Stan wirklich ein ganz Süßer ist - dabei hatte sie sich doch eigentlich gerade dazu entschlossen, ihr Leben ohne Mann (aber mit Kind) zu meistern.

Frage: Ist "Ich habe mich künstlich befruchten lassen, deswegen musst du dich - wenn du mich wirklich willst - auf eine schwangere Frau einlassen" wirklich ein überzeugendes Auseinanderhalt-Dilemma für eine RomCom? Antwort: Nein. Erstens, weil sich das Geständnis dieser Tatsache nicht sonderlich hinauszögern lässt (im Gegensatz z.B. zur Enthüllung, dass die vermeintliche reiche Dame in Wirklichkeit ein einfaches Zimmermädchen ist, wie bei Lopez' Rolle in "Manhattan Love Story"), und weil zweitens der Kerl, der infolge dieses Geständnisses auf Abstand zur Frau geht, sich automatisch als potentieller Traumtyp und Lebenspartner disqualifiziert hat. Weshalb "Plan B für die Liebe" auch kaum die Hälfte seiner Spielzeit geschafft hat, als das Grundszenario eigentlich schon aufgelöst ist: Sie hat gestanden, dass sie schwanger ist, ihm ist klar geworden, dass er sie so sehr liebt, um trotzdem mit ihr zusammen sein zu wollen, und soviel dann dazu. Das Paar ist zusammen.
Ab hier zerfällt die ohnehin schon schleppende Handlung des Films komplett ins Episodische, das Gefühl einer stringenten Erzählung, die auf ein klares Ende hinsteuert, verliert sich komplett. Nur eins ist klar: Vor dem Happy End muss das Paar nochmal irgendwie auseinander gebracht werden. Und da es dafür nun eigentlich keine äußeren Hindernisse mehr gibt, muss ein inneres her - sprich: eine der beiden Hauptfiguren muss den Glauben an das gemeinsame Glück verlieren. Der Film überlässt diesen Part seiner Protagonistin Zoe - und begeht damit den unverzeihlichen Fehler, die eigentliche Identifikationsfigur fürs weibliche Publikum als unnötig hysterische und tief verunsicherte Ziege dastehen zu lassen.
Was sich hierbei auch herausstellt, ist Zoes tatsächliche, "tiefenpsychologische" Motivation dafür, unbedingt ein Kind haben zu wollen, womit dieser Film, der sich eigentlich darum dreht, dass ein Paar gemeinsam die Freuden des Kinderkriegens entdeckt, schlussendlich erklärt, dass weder sie noch er wirklich ein Baby haben will. Was sich immerhin gut ins Gesamtbild einfügt, denn es gelingt "Plan B für die Liebe" nicht ein einziges Mal, Kinder kriegen bzw. haben als eine schöne, erfüllende Sache darzustellen. Von einer durch ihre eigenen Kinder entnervten besten Freundin bis hin zu einer Freakshow-artigen Hausgeburt im Kreise von Zoes Selbsthilfegruppe für alleinstehende Mütter wird das Muttersein als permanenter Horror hingestellt, und für die Vaterrolle gilt dasselbe. In einer Szene trifft Stan auf einem Spielplatz einen jungen Vater, der in einem kurzen Monolog vermitteln soll, dass es zwischendurch auch mal schön sein kann, Vater zu sein. Am Ende der Szene kommt sein kleiner Sohn an und zeigt Daddy ein Stück Hundescheiße, das er gerade aus dem Sandkasten ausgebuddelt hat.
Womit wir beim nächsten großen Feld des Scheiterns dieses Films wären: Der Humor. Die Scheiße im Sandkasten ist nicht die einzige Szene, in der Drehbuchautorin Kate Angelo nichts Besseres eingefallen ist, als mit Fäkalhumor nach einem Lacher zu suchen - was der eigentlichen Tonalität des Films komplett zuwider läuft. Entweder, man bleibt konsequent auf solch einer Schiene, oder man lässt es ganz bleiben. Genauso wenig funktionieren die gelegentlichen Slapstick-Einlagen, die wiederum am komplett mangelnden Gefühl fürs richtige Timing bei Regisseur Alan Poul scheitern. Der hat sich als Regisseur bisher nur bei TV-Dramaserien verdingt und beweist hier, dass er besser bei diesem Genre bleiben sollte. Fürs Komödienfach fehlt ihm vollkommen das richtige Händchen. Hier wirkt alles gestellt, erzwungen, unecht, und dass kaum ein Gag zündet liegt nicht immer daran, dass die Gags einfach mies sind, sondern dass Poul sie auch nicht angemessen in Szene zu setzen versteht.
Bleibt noch die Chemie des Hauptpaares, und auch hier erweist sich "Plan B für die Liebe" als absoluter Rohrkrepierer, denn schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen spürt man, dass Lopez und O'Loughlin komplett aneinander vorbei spielen, nur brav ihre eigenen Texte aufsagen, anstatt wirklich gemeinsam zu agieren. So stellt sich keine Chemie ein, und damit auch kein Gefühl, dass diese beiden Figuren wirklich zueinander gehören. Alex O'Loughlin, für den dies die erste Kino-Hauptrolle darstellt, disqualifiziert sich damit auch schon bereits für weitere Parts dieser Art, denn jenseits seines hübschen Gesichts und einem Waschbrettbauch hat er absolut nichts zu bieten - Charisma absolute Mangelware. Womit er sich indes perfekt seiner Filmpartnerin anpasst, denn die Lopez tut hier im Prinzip auch nichts außer zu beweisen, dass sie ihre besten Tage schon lange hinter sich hat.

Man könnte die Liste mit kleinen und großen Fehlern dieses Films noch länger fortsetzen (zum Beispiel: Zoe trinkt bei ihrem ersten Date mit Stan fröhlich eine Flasche Wein leer, obwohl sie frisch schwanger ist; Stan träumt davon, einen Spezialitäten-Laden in New York aufzumachen mit Käse und Wein einzig aus lokaler Produktion der näheren Umgebung - da wünscht man ihm viel Spaß dabei, im Umkreis von New York auch nur einen einzigen Weinberg zu finden; der stiefmütterliche Umgang mit den über weite Strecken des Films komplett verschwindenden Nebenfiguren sei hier nur kurz am Rande erwähnt), aber das kann man sich auch sparen, denn das Fazit ist klar: Bei "Plan B für die Liebe" geht so ziemlich alles schief, was bei einer RomCom nur schiefgehen kann, dank lustloser und/oder untalentierter Darsteller, einem überforderten Regisseur und einem zutiefst ungelenken, in jeder Minute schrecklich konstruiert erscheinenden Drehbuch. Für eine durch und durch gelungene romantische Komödie zum Thema "unfreiwilliges gemeinsames Kinderkriegen" sei auf Judd Apatows Geniestreich "Knocked Up - Beim ersten Mal" verwiesen. Und dieser Film hier einfach nur ganz schnell vergessen.

 

 

 

Frank-Michael Helmke

Erstklassige Rezension :-)))

3

gestern gesehen - heute vergessen

Top Rezension! Hab mich schlapp gelacht :) Weiter so

2

Absoluter Käsefilm - geht gar nicht !!!!!!!!!!

8

Es tut mir leid, aber ich find diesen film einfach super!!! hab ihn schon 5 mal gesehen, er gefällt mir wirklich supa! ist halt nicht eine "normale komödie", ihr könnt es einfach nicht ausstehen wenn mal jemand aus der reihe tanzt.

Unerträglich bescheuerter

1

Unerträglich bescheuerter Film.

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