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Peter Pan - Neue Abenteuer in Nimmerland

Peter Pan - Neue Abenteuer in Nimmerland
animation , usa 2001
original
return to neverland
regie
robin budd, donovan cook
drehbuch
j.m. barrie
cast
luise helm,
florian knorn,
lutz riedel, u.a.
spielzeit
71 Minuten
kinostart
19. September 2002
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

"Keine Fortsetzungen meiner Kinofilme". Das war die eigentlich unmissverständliche Maxime von Firmengründer Walt Disney zu dessen Lebzeiten. Zwar pfeift das Mäuseimperium mittlerweile auf diese Regel und veröffentlicht eine Fortsetzung nach der anderen, doch gab es da zumindest bisher noch eine Art Schamgrenze: Von vielen Fans zurecht kritisierte Werke wie "König der Löwen 2" oder gar "Susi und Strolch 2" wurden von Disneys TV-Abteilung von vornherein nur für den Videomarkt produziert, die große Leinwand ließ man damit unbehelligt (von dem erfolglosen Ausrutscher "Bernhard & Bianca im Känguruhland" in den frühen Neunzigern mal abgesehen). Doch dann kam "Toy Story 2", war unverschämt erfolgreich und ließ die Bedenkenträger innerhalb des Konzerns offensichtlich endgültig verstummen. Und deshalb erwartet uns jetzt die Fortsetzung des rund 50 Jahre alten Klassikers "Peter Pan" im Kino. Ein Film auf den wohl niemand wirklich gewartet hat, der aber immerhin ein Stück besser ausfällt als die oben genannten Totalgurken.

Zu Beginn der Fortsetzung wird der Zuschauer gar in ein recht düsteres Szenario entführt: London während der Bombenangriffe des zweiten Weltkriegs, die kleine Wendy ist längst erwachsen und hat selbst zwei Kinder zu versorgen. Ihre Tochter Jane hat in diesen Zeiten schon früh lernen müssen Verantwortung zu übernehmen und ist daher - im Gegensatz zu ihrem kleinen Bruder - auch ziemlich unempfänglich für die Geschichten ihrer Mutter über deren sagenhafte Kindheitserlebnisse in Nimmerland. Doch eines Nachts wird sie eines Besseren belehrt, als der böse Captain Hook mit seinem Piratenschiff am Himmel auftaucht. Eigentlich wollte der ja Wendy entführen, erwischt stattdessen aber Jane und nimmt sie als Geisel mit nach Nimmerland. Jane wird dort zwar recht fix von Peter Pan und seinen Kameraden wieder befreit, der Weg zurück nach Hause erweist sich jedoch als schwierig und auch für die albernen Späße von Peter Pan mag sich die ernste Jane so gar nicht erwärmen.

Eine Haltung, die angesichts der für jeden halbwegs Erwachsenen einfach nur entsetzlich nervtötenden Kindereien des Herrn Pan und seiner "Lost Boys" auch durchaus verständlich ist. Die haben nämlich keine weitere Persönlichkeit und Eigenschaft außer "Spaß haben" und das ist wohl nur für die Kleinsten auf Dauer ein Genuss. Aber gut, diese eindimensionale Charakterisierung entspricht immerhin dem "Geist" des Originals und das ist dann nun mal so. Allerdings ist das ewige "Jane, Du bist eine von uns" versus "Nein, das bin ich nicht" auch nicht abendfüllend und so weist die "Rückkehr nach Nimmerland" dann doch so einige Längen und Füller auf - trotz einer von vornherein straff kalkulierten Laufzeit von gerade mal 64 Minuten (ohne Abspann).

Wirklich gelungen sind daher auch nur die ersten 20 Minuten des Films, die ein fast schon beklemmend realistisches Bild des Lebens im vom Krieg geschundenen London zeigen. Da wirkt der Wechsel ins kunterbunte Nimmerland dann fast schon befremdlich, und von diesem Zeitpunkt an ist das Ganze eigentlich auch nur eine Wiederholung der Originalgeschichte, wobei das gefräßige Krokodil diesmal eben durch einen eben solchen Kraken ersetzt wird. Handwerklich und tricktechnisch ist das alles durchaus akzeptabel umgesetzt, die Computereffekte halten sich in Grenzen und das Original wird hier immerhin nicht verraten. Aber wirklich gesehen haben muss man diese "Rückkehr nach Nimmerland" nicht. Und wirklich machen musste man diesen Film eigentlich auch nicht.

Volker Robrahn

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