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Paparazzi

Paparazzi
action-thriller , usa 2004
original
paparazzi
regie
paul abascal
drehbuch
forrest smith
cast
robin tunney,
cole hauser,
tom sizemore,
dennis farina, u.a.
spielzeit
87 Minuten
kinostart
11. Mai 2006
homepage
bewertung

1 von 10 Augen

Bo Laramie (Cole Hauser) ist der neue Stern am Action-Himmel von Hollywood. Der sympathische Familienvater hat mit seinem neuesten Film den großen Durchbruch geschafft und ist auf einmal ganz dick im Geschäft. Doch mit dem schnellen Ruhm muss Bo auch die Schattenseiten desselben kennen lernen: Schon bald macht er unliebsame Bekanntschaft mit einer Gruppe von Paparazzi, angeführt von dem skrupel- und gewissenlosen Rex (Tom Sizemore), die ihn gezielt zu einem Ausraster provozieren, um anschließend Schmerzensgeld abzukassieren. Doch das ist erst der Anfang: Gnadenlos lauern die Fotografen Bo und seiner Familie auf, behelligen und bedrängen sie so lange, bis es zu einer quasi Verfolgungsjagd kommt, die mit einem schweren Verkehrsunfall endet. Frau und Kind des Action-Darstellers landen im Krankenhaus - und für Bo ist die Grenze erreicht. Da das Gesetz keine Beweise gegen die fahrerflüchtigen Fotografen hat, übernimmt es Bo persönlich, für "Gerechtigkeit" zu sorgen. Dicht auf den Fersen ist ihm dabei der Polizei-Ermittler Burton (Dennis Farina), der nicht nur den Verkehrsunfall von Bos Familie aufzuklären versucht, sondern bald auch den Schauspieler selbst ins Visier nimmt.

"Gerechtigkeit" ist hier ganz bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn wo sich andere Selbstjustiz- und Vigilanten-Reißer in einer moralischen Grauzone zwischen Recht und Unrecht bewegen, übertritt "Paparazzi" diese Grenze bei weitem. Hätte man bei der Ausgangshandlung noch mit einer interessanten Abhandlung über das Paparazzi-Problem rechnen können, erweist sich das Endergebnis erschreckenderweise als komplett eindimensionale und voreingenommene Mogelpackung, die schließlich nur ein Urteil propagiert: Paparazzi sind menschlicher Abschaum allerschlimmster Sorte, die keinerlei Gnade (oder eine maßvolle Bestrafung) verdient haben.
Denn es ist mitnichten so, dass es sich Schauspieler Bo im Film zur Aufgabe macht, belastendes Material gegen seine knipsenden Kontrahenten zu suchen, um sie ordnungsgemäß ins Kittchen zu bringen. Nein, Bos Plan ist schlicht und simpel: statt in den Knast schickt er sie gleich über den Jordan. Die wachsende, perfide Besessenheit, mit der Bo zur Tat schreitet, löst beim Zuschauen ein ebenso wachsendes Unbehagen aus - schließlich ist Bo ganz klar der Protagonist des Films, mit dem man sympathisieren und sich identifizieren soll. Nur: Wer in Gottes Namen glaubt, dass sich das Publikum mit einem reichen Superstar identifizieren kann, der auf mörderische Paparazzi-Jagd geht?

Die Antwort ist: Hollywoods Moralapostel Mel Gibson. Nach seiner missionarischen Bibelstunde "Die Passion Christi" scheint der gute Mel inzwischen gar kein Halten mehr zu kennen, wenn es darum geht, mit seinem guten Namen seine eigene, reaktionäre und selbstgerechte Weltsicht unter die Leute zu bringen. Auch wenn er nur in einem Mini-Cameo-Auftritt im Film zu sehen ist - Gibson ist die denkende und lenkende Hand dieses Projekts, und kann so kaum verhehlen, dass "Paparazzi" eigentlich und vor allem eins ist: Seine eigene Wunschvorstellung davon, wie man mit den Fotofritzen umspringen sollte.
Die vermeintlichen kreativen Köpfe von "Paparazzi", Drehbuchautor Smith und Regisseur Abascal, sind hier nicht viel mehr als Gibsons Marionetten: Smith ist Ex-Profi-Footballer, Ex-Sportlehrer und Ex-Soap-Darsteller, traf Gibson am Set von "Wir waren Helden" und durfte mit "Paparazzi" sein erstes Drehbuch verwirklichen. Paul Abascal wiederum machte ursprünglich Karriere als Haar-Stylist in Hollywood, unter anderem bei "Lethal Weapon 2 & 3", wo er mit einer Dreh-Dokumentation über Gibson seine erste Regiearbeit leistete. Es folgten ein paar Jobs für mittelmäßige Fernsehserien, und ungefähr auf diesem Niveau ist auch "Paparazzi" handwerklich angesiedelt. Das amateurhafte und fast schon peinliche Drehbuch wird ergänzt durch eine ideenlose und steife Inszenierung, die den Anforderungen eines Kinofilms zu keinem Zeitpunkt gerecht wird.
Die Darsteller haben zum Teil vielleicht schon anderswo ihr Talent unter Beweis gestellt, hier jedoch werden sie hoffnungslos allein gelassen mit Figuren weit jenseits der Grenze zur Karikatur. Besonders der ansonsten oft großartige Tom Sizemore muss sich hier mit einer Rolle quälen, die so unverhohlen jedes böse Klischee über amoralische Fotografen ausschlachtet und erhöht, dass es nur noch lächerlich wirkt. Hauptdarsteller Cole Hauser ist ohnehin chancenlos, steht er doch vor der unmöglichen Aufgabe, Sympathie für einen Charakter erzeugen zu müssen, dessen Handlungen sich schlussendlich als noch verwerflicher als die seiner Gegenspieler herausstellen.

Was "Paparazzi" jedoch von einem einfach nur schlechten zu einem schlichtweg unakzeptablen und fast schon gefährlichen Film macht, ist die unfassbare Konsequenz, mit der er seine bedenkliche Moral auf die Spitze treibt. Denn wo sich andere Selbstjustiz-Reißer noch an das biblische Motto "Zahn und Zahn, Auge um Auge" halten und Gleiches mit Gleichem bestrafen, verzichtet Vorzeige-Christ Gibson sogar auf diese Ausflucht. (Spoilerwarnung: Im Folgenden wird das Ende des Films verraten, um diese "Moral" zu verdeutlichen. Wer sich trotz ausdrücklicher Warnung diesen Film immer noch ansehen möchte oder aus anderen Gründen das Ende nicht wissen will, lese bitte beim nächsten Absatz weiter) Er gönnt seinem "Helden" das volle Happyend: Frau und Kind erholen sich von ihren Verletzungen und die Familie ist wieder glücklich vereint, nachdem Bo drei Paparazzi getötet (den letzten per Baseballschläger) und die Morde erfolgreich dem Vierten angehängt hat. Doch das ist nicht alles: Polizist Burton gelingt die Aufklärung des Unfalls, mit guter Polizeiarbeit findet er letztlich Zeugen und Beweise gegen die Paparazzi - hätte diese also ohne Bos Mithilfe ihrer gerechten Strafe zuführen können (wenn er Gelegenheit dazu gehabt hätte). Stattdessen jedoch wirft er Bo bei der Verhaftung des letzten Fotografen einen wissenden Blick zu - und lächelt. Mit einem großen Haufen erdrückender Beweise gegen Bos Rachefeldzug in der Hand, lässt der Polizist den mehrfachen Mörder laufen - scheinbar im gemeinsamen Einvernehmen, dass dessen Handeln richtig war. (SPOILER ENDE)

Es ist nur schwer vorstellbar, dass sich außerhalb der elitären Gruppe Paparazzi-belagerter Superstars irgendjemand findet, der sich mit dieser Position anfreunden kann. Die sensationalistische Aufmachung des Films kann jedenfalls nicht kaschieren, dass hier eine zutiefst unmenschliche Grundeinstellung propagiert wird, die den Schutz der Privatsphäre von Leuten wie Mel Gibson über den Schutz des menschlichen Lebens stellt, und zudem auch noch mit höhnischem Lachen dem gesellschaftlichen Konsens über Recht und Gerechtigkeit ins Gesicht spuckt.
Man kann "Paparazzi" abtun als einen schlecht gemachten Action-Reißer, der mit heuchlerischer Sensationsmache Aufmerksamkeit zu erregen versucht - oder man lässt das Verharmlosen bleiben und sieht ihn als das, was er ist: Das Manifest eines derangierten Moralempfindens und die Rache-Phantasie eines selbstherrlichen Superstars.

Frank-Michael Helmke

8

Oh' Mann was für ein Rumgeheule ... es ist ein Film (auch wenn er von MrGibson Produziert wurde) und es geht um Rache - wie in anderen Filmen auch - und er soll Unterhalten, mehr auch nich. Ich glaube nicht das jemand dadurch auf Paparazzi Jagt gehen soll oder ähnliches.

Zum Film: Ich fand ihn kurzweillig Unterhalten, mit Darstellern die in ihrer Rolle überzeugen können. So schnell war mir noch kein Hauptdarsteller sympatisch und dem "Bösen" konnte man prima hassen.

Auch die Art und Weisse wie die ersten beiden Opfer dahingingen war Originell.

Also echt guter Film!!!

An alle Moralaposteln ... ach lohnt garnich.

schönen Tag noch

2

jaaaa, also dies ist zu wenig und das ist zuviel, mööööööhhh achtung an alle, schaut euch den film gar nichtr erst an sondern hört auf mich ,absolut nicht zu empfehlen rrrrrrrrr!)=)(/!/

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