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Otto's Eleven

Otto's Eleven
komödie , deutschland 2010
original
regie
sven unterwaldt
drehbuch
bernd eilert, sven unterwaldt, otto waalkes
cast
otto waalkes,
rick kavanian,
sky dumont,
mirco nontschew,
olli dittrich,
sara nuru, u.a.
spielzeit
86 Minuten
kinostart
2. Dezember 2010
homepage
http://www.ottoseleven-derfilm.de
bewertung

6 von 10 Augen
 

Als Otto Waalkes diesem Magazin letztes Jahr im Interview zu "Ice Age 3" als nächstes eigenes Projekt "so etwas wie ‚Otto's Eleven'" ankündigte, klang das eher wie ein einfach mal so dahin gesagter Scherz. Ein nur bedingt origineller dazu, gab es doch bereits die recht gelungene, wenn auch vom breiten Publikum wenig beachtete Persiflage "Ossi's Eleven", die sich in ihrem Aufbau dann auch stark am Vorbild "Ocean's Eleven" orientierte. Das ist beim nun vorliegenden neuen Werk von Deutschlands erfolgreichstem Komiker weniger der Fall, und das erneute Zusammentrommeln eines großen Ensembles unter der Leitung von "7 Zwerge"-Regisseur Sven Unterwaldt lässt daher eigentlich nichts besonders Gutes erwarten. Zumindest dann nicht, wenn man älter als sechs Jahre ist und sich "kritisch" mit so einem Film auseinandersetzen soll. Doch wer den neuen Film reflexartig als weiteren reinen Kinderfilm abklassifiziert, in dem der unermüdliche Ostfriese nur zum x-ten Male seine bekannten alten Kalauer runterleiert, der macht es sich dann doch etwas zu einfach (oder hat einfach nicht richtig hingeschaut).

Zugegeben, die Ausgangssituation mit einer frauenlosen und autark zusammenlebenden Gruppe ist erstmal die Gleiche wie im Märchenland. Die fünf Männer, die sich auf "Spiegeleiland" unter nicht näher erklärten Umständen zusammengefunden haben, leben ein zwar harmonisches, aber von finanziellen Nöten geplagtes Beisammensein. Ein dilettantisch inszenierter Internet-Promofilm erregt jedoch nicht die Aufmerksamkeit der avisierten Touristen, sondern lediglich die des Casinobetreibers und Kunstsammlers Jean Du Merzac (Sky du Mont). Der ist nämlich scharf auf ein wertvolles Bild, dass er an der Wand von Ottos Hütte entdeckt hat. Da der das Erbstück aber partout nicht verkaufen will, reißt es sich der skrupellose Geschäftsmann mit Hilfe seiner nicht minder gewissenlosen Assistentin einfach so unter den Nagel und hinterlässt einen zu Tode betrübten Otto. Daher nützt es alles nichts, die weltfremde Männertruppe muss hinaus in eben diese. Zwar lässt sich das Vorhaben "Bild zurückholen" eher ernüchternd an, doch gewinnen die fünf Unverwüstlichen schnell neue Freunde, bis sich schließlich "Otto's Eleven" zusammengefunden haben.

Eine Story, bei der man sich zweifellos und auch zu Recht fragt, wie denn dabei etwas Brauchbares herauskommen soll. Aber Moment, bleiben wir sachlich und gehen mal Punkt für Punkt durch, was auffällt an dieser neuen Breitseite teutonischen Humors.
Das ist zuerst die Charakterzeichnung der Wohngemeinschaft, die zwar erneut recht eindimensional ausfällt, aber doch ein ganzes Stück weniger infantil gezeichnet ist, als es insbesondere im zweiten Zwergenfilm der Fall war. Stattdessen orientiert sich die Charakterisierung mehr an den Stärken der einzelnen Darsteller und lediglich Mirco Nontschew hat es dank seiner hyperaktiven Energie als einziges Nicht-Otto-Mitglied der Zwergentruppe auch in den neuen Film geschafft. Dazu haben wir Max Giermann, der hier seine aus "Switch Reloaded" bekannte Stefan Raab-Parodie ausbreiten darf, und vor allem Rick Kavanian, dessen komisches Talent über alle Zweifel erhaben sein dürfte und der hier als Koch ein kleines Feuerwerk seiner Dialektkunst abfeuert. Sky Du Mont, seines Zeichens ein Veteran des allerersten Otto-Films von 1985 und zusammen mit dem "Schuh des Manitu" damit an den beiden kommerziell erfolgreichsten deutschen Kinofilmen überhaupt beteiligt, gibt zwar ein weiteres Mal den schmierigen Bösewicht, hat diese Nummer aber halt auch sehr gut drauf und ist dafür einfach die Idealbesetzung. Womit wir bei Herrn Waalkes selbst wären, der - und das ist die eigentliche Überraschung - sich diesmal erstaunlich zurücknimmt, weit weniger zappelig agiert als gewohnt und zudem auch auf das Aufwärmen seiner eigenen alten Gags verzichtet. Nicht völlig zwar, aber doch immerhin fast.

"Reduktion" auch bei der Inszenierung durch Sven Unterwaldt. Das mag überraschend sein für alle, denen bei der Nennung dieses Namens zuerst derb-prollige Machwerke wie die Tom Gerhardt-Zumutung "Siegfried" in den Sinn kommen, aber schon die wenigen, die sich Atze Schröders Kinoausflug "U-900" zu Gemüte geführt haben, konnten dabei feststellen, dass Unterwaldt mittlerweile ein wenig mehr Wert auf die Geschichte und daraus resultierende echte Situationskomik legt. Gleiches gilt nun auch für "Otto's Eleven", in dem sich daher kaum peinliche Fremdschäm-Momente finden. Bleibt die Frage, was es dann nach dem Verzicht auf diese diversen kritikwürdigen Elemente stattdessen hier zu sehen gibt.
Nun, neben dem Einsatz der allemal brauchbaren Darsteller fällt einem als Nächstes die Liebe zum Detail und zu einigen feinen Zitaten aus Klassikern der Filmgeschichte auf. Wenn sich Otto und Co. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen im Keller einer netten alten Dame einnisten, werden einige sicher sofort die Parallelen zu den "Ladykillers" erkennen, aber nur wenige dürften auf Anhieb die Vorlage der großen Spiegelszene zuordnen können, in der sich Otto und Olli Dittrich als doppelter Reporter Harry Hirsch duellieren. Die ist nämlich eine fast passgenaue Kopie einer Sequenz aus "Duck Soup", dem wohl größten Anarcho-Klassiker der Marx Brothers aus dem Jahr 1933. Und wenn bei der Abstimmung über den besten Doppelgänger eben dieser Harry Hirsch ausgerechnet bei Otto ernüchtert abgewunken wird, wo der doch diese Figur vor rund 35 Jahren selbst erschaffen hat, dann darf wer möchte dahinter sogar ein klein wenig Selbstironie entdecken.

Das alles zur Ehrenrettung einer Komödie, die natürlich andererseits nicht aus den selbstgesteckten Grenzen ausbrechen kann oder will, deren Humor dann eben doch oft genug einfach sehr flach daherkommt und bei der auch längst nicht jeder Gag zündet. Desweiteren verzettelt sich die Geschichte in der zweiten Hälfte etwas zu sehr und kann nicht ganz den Schwung vom Anfang halten.
"Im Rahmen ihrer Möglichkeiten" haben aber alle Beteiligten zweifellos ihr Bestes gegeben und dieses Herzblut merkt man dem fertigen Film erfreulicherweise auch an. Zwar ist Otto Waalkes immer noch ein großes Kind, man muss aber diesmal nicht auch unbedingt selbst eines sein, um an "Otto's Eleven" seinen Spaß haben zu können.

 

 

 

Volker Robrahn

1

Ohne den Film gesehen zu haben, weiss doch JEDER, wie er ist:

So grottenschlecht & unzumutbar albern, dass sich sogar 4jährige abwenden, ein Haufen C-"Comedians" (deren Bezeichnung als solche schon eine Frechheit ist) und ein guter Sky Dumont zur "Rettung" einer so abstrus-dämlichen Gähn-Story, dass es selbst DAFÜR anstrengend gewesen sein muss, einen sauschlechten Regisseur (Sven Unterwald) zu "gewinnen", um das Ganze in den typisch deutschen Parade-Einheitsbrei-Fassonschnitt zusammenzuklöppeln.

"Hahaha, lasst uns nochmal so unbeschwert albern sein wie damals, als uns der Schnuller aus dem Wochenbett gefallen ist..."

Wer ansonsten zu Granufink greifet, hat hier eine weitere Alternative.

1

""Im Rahmen ihrer Möglichkeiten" haben aber alle Beteiligten zweifellos ihr Bestes gegeben"

GENAU DAS ist hier nämlich zu befürchten.

Super Schauspieler,

3

Super Schauspieler, hervorragende Witze, ausgearbeitete Charaktere, gutes Drehbuch.....

.... findet man in diesem Film nicht.

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