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Die
Wachowski-Brüder Andy und Larry (zu Weltruhm gelangt als
Erschaffer
der "Matrix"-Trilogie) können so langsam ihren
Zweitwohnsitz
offiziell in Potsdam-Babelsberg aufschlagen, denn mit
"Ninja
Assassin" setzten die Brüder bereits ihre dritte
Produktion
in Folge (nach "V wie Vendetta"
und "Speed Racer")
in den traditionsreichen Babelsberg Studios um und
profitieren damit
weiter von den Filmförderungsmaßnahmen, die seit einigen
Jahren verstärkt internationale
Produktionen
nach Babelsberg locken (wie zuletzt ja auch Quentin
Tarantino mit
seinen "Inglourious
Basterds").
Dass die Wachowskis indes inhaltlich zumindest offiziell
gar nicht
so viel mit diesem Film zu tun haben - denn wie schon bei
"V
wie Vendetta" überließen sie die Inszenierung ihrem
ehemaligen Regie-Assistenten James McTeigue und auch das
Drehbuch
stammt diesmal nicht aus ihrer Feder - verwundert doch ein
bisschen,
denn dieser Film liegt ganz klar auf der Schiene der
eigenwilligen
Brüder, deren Verehrung fürs asiatische Genre-Kino schon
bei der zitierfreudigen "Matrix" durchschien und mit der
Fanboy-Fantasie "Speed Racer" ihren eindeutigen (und
leider
auch eindeutig negativen) Höhepunkt erreichte.
Nun gibt's also "Ninja Assassin", den angeblich ersten
reinrassigen Ninja-Film in der Geschichte Hollywoods. Und
das ist
wirklich kein Spruch, denn was hier geboten wird, ist
nicht das
bloße Gerüst eines Genre-Films, das dann mit
Mainstream-Konventionen
überzogen wird zwecks besserer Vermarktbarkeit. Von ein
paar
kleinen Abstrichen und Zugeständnissen an die
Hollywood-Form
abgesehen ist "Ninja Assassin" in der Tat ein purer
Vertreter
seiner Gattung, ohne jede Zurückhaltung. Das bedeutet:
Viel
Action, sehr viel Blut - und leider auch eine Handlung,
die so mager
ist, dass der Film nicht fesseln kann.
Die Grundmotive der Geschichte sind dieselben wie bei
vielen "klassischen"
Nina-Filmen: Der Held wird als kleines Kind von einer
Geheimorganisation
aufgelesen und in jahrelangem, knallhartem Drill in einem
abgeschotteten
Kloster zum Ninja ausgebildet. Raizo
(gespielt
vom südkoreanischen Popstar Rain) soll dem Ozuno-Clan als
brutale
und blitzschnelle Tötungsmaschine dienen, doch Raizo
bricht
nach einem traumatischen Ereignis mit dem Clan und kämpft
nun
gegen seinen ehemaligen Ausbilder und dessen Schergen.
Soweit, so altbekannt. Der "Kniff" von "Ninja Assassin"
besteht darin, dass der klassische Ninja-Mythos ins Hier
und Jetzt
übertragen wird, und während in diversen Rückblenden
die Hintergrundgeschichte von Raizo aufgeschlüsselt wird,
kann
man parallel der Europol-Agentin Mika Coretti (Naomie
Harris) zusehen,
wie sie auf die Spur einer Geheimorganisation von
Auftragskillern
kommt, die für eine lange Reihe politischer Morde
verantwortlich
zeichnet - und sich als jahrhundertealte Ninja-Truppe
entpuppt.
Mit ihren Ermittlungen gerät Mika natürlich schnell ins
Fadenkreuz des Ozuno-Clans, und so dauert es nicht lange,
bis sich
ihre Wege und die von Raizo kreuzen, und die beiden nun
zusammen
versuchen, den Clan zu Fall zu bringen.
An Geschichte war's das eigentlich auch schon, auf eine
ausgefeilte
Handlung oder überraschende Wendungen wartet man hier
vergeblich.
Die effektheischende Inszenierung und die extremen Mengen
an vergossenem
Blut können jedenfalls nicht darüber hinweg täuschen,
dass "Ninja Assassin" erzählerisch ein kreuzlahmer
Film ist. Die stückchenweise Nacherzählung von Raizos
Backstory zieht sich bis weit in die zweite Hälfte des
Films
hinein, obwohl sie nur eine überraschungsarme Wiederkäuung
fast schon klischeehafter Motive ist. Aber diese
Auswalzung muss
wohl sein, wenn man im Hier und Jetzt auch nicht viel mehr
zu erzählen
hat. Dass sowohl Raizo als auch seine Mitstreiterin Mika
als Charaktere
ohne echte Konturen bleiben, ist dabei vor allem dem
schwachen Drehbuch
anzulasten,
im Fall von Raizo allerdings auch eindeutig den sehr
beschränkten
Fähigkeiten von Hauptdarsteller Rain. Der hat seine
Besetzung
jedenfalls mit Sicherheit nicht seinem Schauspieltalent,
sondern
seiner Popularität im asiatischen Raum und seinen
beeindruckenden
Bauchmuskeln zu verdanken.
Dem Vernehmen nach erfuhr das Skript von "Ninja Assassin"
weniger als drei Tage vor Drehbeginn noch einmal eine
grundlegende
Überarbeitung, viel genützt hat es nicht. Der Film
versprüht
konsequent den speziellen "Charme" eines typischen,
unausgereiften
B-Movies, die Dialoge pendeln zwischen aufgesetzter
Schicksalhaftigkeit
und hölzerner Sprücheklopferei, man spürt geradezu,
wie unbeholfen versucht wird, dröge Szenen durch Setzen
eines
vermeintlich coolen Spruchs aufzuwerten. Das alles wirkt
so gekünstelt
und bemüht, dass man es keine Sekunde ernst nehmen kann.
Konsequenz: Fesseln kann dieser Film überhaupt nicht.
Faszinieren
kann er entsprechend auch nur absolut überzeugte Anhänger
seines Genres, die sich an den gezeigten Martial Arts
ergötzen
können und es auch nach 90 Minuten noch cool finden, wenn
effektvoll-unrealistische
Blutfontänen spritzen, sobald wieder ein Wurfstern ins
Ziel
trifft oder ein menschlicher Körper auf alle möglichen
erdenklichen
Varianten zerteilt wird. Mit seiner fast schon
Fetisch-haften Bebilderung
extremer Gewalt und der brutalen Ausbildungsmethoden im
Ninja-Kloster
(blutiges Aufpeitschen nackter Kinderfüße als Strafe
für nicht ausreichend lautloses Schleichen, zum Beispiel)
erweist
sich "Ninja Assassin" als absoluter Jungs-Film, wobei
er so flach und einseitig in seinen Schauwerten
daherkommt, dass
man das eigentlich auf "unreife Jungs" präzisieren
muss. Was wiederum ein gewisses Problem für den Film
darstellt,
denn besagte unreife Jungs dürfen ihn dank der völlig
berechtigten Altersfreigabe ab 18 gar nicht sehen. Die
müssen
dann aber auch nicht die nie näher erklärte Ungereimtheit
schlucken, dass sich in der reinen Männerwelt des
Ninja-Klosters
ein einzelnes Mädchen herumtreibt. Das brauchte man halt
für
das Backstory-Trauma. Also bitte nicht zu kritisch
nachfragen, was
das Mädel da überhaupt zu suchen hat.
Ein gewisses Amusement lässt sich "Ninja Assassin"
noch abringen angesichts des Produktionsortes, denn es ist
schon
manchmal unfreiwillig komisch, wie diese ursprünglich
sicher
mal mit CIA-Agenten und einem Handlungsort wie Washington
oder New
York konzipierte Geschichte nun mit Europol-Mitarbeitern
hantiert
und Berlin ins Zentrum dieser Weltverschwörung rückt.
Immerhin: Wie häufig kommt es schon vor, dass man in einem
"Hollywood-Film" die Siegessäule und den Wittenbergplatz
bewundern kann?
Zu konstatieren bleibt, dass sich "Ninja Assassin" als ein ziemlich uninspirierter und (inhaltlich) blutleerer Streifen erweist. Mag ja sein, dass er ehrfürchtig und traditionstreu den Gesetzmäßigkeiten des Ninja-Genres huldigt, wie schon beim "Speed Racer" der Wachowskis drängt sich hier jedoch massiv der Eindruck auf, dass ein paar Fanboys einen Film für sich selbst gemacht haben und keinen Gedanken daran verschwendet haben, wie man das Ganze auch für ein breiteres Publikum interessant machen könnte. Wie man einem obskuren Spartenbereich der Filmgeschichte auf effektvolle Weise seine Referenz erweist und dabei trotzdem einen Film zustande bringt, der echten Unterhaltungswert und Raffinesse hat, sollten sich die Wachowskis und ihre Konsorten vielleicht mal in Ruhe von Quentin Tarantino erklären lassen.



Kann ich mich nur anschließen, 4 Punkte allein dafür dass die Kampfszenen(die Hauuptattraktion) blutig und immerhin unterhaltsam waren...
Der ganze "Ninja Mythos" ist eigentlich eine amerikanische Verzerrung - ist halt so daß man gern in fremde kulturen die eigenen Obsessionen verlegt - z.B. Porno nach Kalifornien, extrem-Gewalt nach Japan etc.
In den U.S.A. z.B. ist Deutschland ein Land von Hardcore-Porno und natürlich uneingeschränkter Nazi-Gewalt.
Ist wahrscheinlich leichter den ganzen eigenen Gewaltphantasieschwachsinn zu ertragen wenn man es irgendwelchen Fremden anhaften kann.
Der schwarz eingewickelte Mann ist übrigens in wirklichkeit Bühnen-Hilfsarbeiter beim Kabuki-Theater und keine -den-Leuten-mit-der-Katana-die-Rübe-einklopper.
Mist am laufender Band, zum davon laufen !!
so schlecht fand ich diesen film nicht. war ein unterhaltsamer dvd abend. ich finde man bekommt genau das was draufsteht... und mehr hatte ich auch nicht erwartet.
Gequirlte Ninjaisse hoch 3! Wieder wird die an sich interessante Thematik für eine Zielgruppe im Vorschulalter aufbereitet. Wieder werden knapp 1000000000 Ninjas von ihrem Besten mühelos dahingeschnetzelt. Und wieder endloses Gedöhns, Dongeleien und Flashbacks für nichts und wieder nichts. Kusch! Zurück in den Schatten, kleiner Bruder.
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