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Nichts zu verzollen

Nichts zu verzollen
komödie , frankreich 2010
original
rien à déclarer
regie
dany boon
drehbuch
dany boon
cast
dany boon,
benoit poelvoorde,
karin viard,
julie bernard, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
28. Juli 2011
homepage
http://www.nichts-zu-verzollen.de
bewertung

6 von 10 Augen

Der 1. Januar 1993 war ein erfreulicher Tag für die allermeisten Menschen im zusammenwachsenden Europa, denn zu diesem Tag wurden in vielen EU-Ländern die Zollschranken abgebaut und auf Grenzkontrollen seither verzichtet. Deutlich weniger begeistert sind jedoch die an den betroffenen Stationen arbeitenden Beamten und Geschäftsleute, denn deren bisheriger Tätigkeitsbereich droht sich von einem auf den anderen Tag in eine Geisterstadt zu verwandeln. Vor allem der geradezu fanatisch pflichtbesessene und als Franzosenhasser berüchtigte belgische Zollbeamte Ruben Vandevoorde (Benoît Poelvoorde) mag sich nicht mit der neuen Situation anfreunden und verstärkt nochmal seine Schikanen gegen die Reisenden und französischen Kollegen.
Als dann schließlich als Ersatz für die weggefallenen Übergänge mobile und nationenübergreifende Grenzkontrollen eingerichtet werden, möchte zunächst natürlich keiner mit dem Unausstehlichen zusammenarbeiten. Die undankbare Aufgabe übernimmt schließlich Mathias Ducatel (Danny Boon), allerdings nicht ohne Hintergedanken: Denn Mathias ist in Rubens Schwester Louise (Julie Bernard) verliebt, musste das aber bisher verheimlichen, da deren Familie niemals einen Franzosen akzeptieren würde. So schwer es fällt, Mathias muss sich also mit Ruben anfreunden um seine Karten zu verbessern. Und so macht sich das ungleiche Team in seinem klapprigen R4 also gemeinsam auf die Jagd nach potentiellen und bald auch schon sehr realen Drogenschmugglern.

Mit dem Zusammenprall der inner-französischen Kulturen in "Willkommen bei den Sch'tis" stieß der Filmemacher Danny Boon vor drei Jahren auf eine echte Goldader und inszenierte den bis dato erfolgreichsten Kinofilm überhaupt in Frankreich. Dementsprechend hoch waren also die Spannung und auch der Erwartungsdruck im Bezug auf das Nachfolgeprojekt, wie Boon freimütig einräumt. Das liegt nun vor, heißt "Nichts zu verzollen" und dürfte ziemlich sicher ebenfalls wieder ein ausreichend großes Publikum anlocken. Was aber vor allem daran liegt, dass Boom ganz auf Nummer Sicher gegangen ist und zwar keine direkte Fortsetzung seines Megahits, aber dafür doch eine ganz ähnliche Geschichte präsentiert, die haargenau auf dem gleichen Grundprinzip wie die "Sch'tis" beruht. Denn auch hier werden erneut zwei sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehende Gruppen aufeinander losgelassen, und das sind dann eben diesmal Belgier und Franzosen statt der Nord- und Südfranzosen unter sich.
Mit der Prämisse riecht es also von vornherein schon sehr deutlich nach einem zweiten Aufguss, denn wieder stehen sich vor allem zwei egozentrische Männer gegenüber und wieder hat sich dabei Danny Boon eine der beiden Hauptrollen selbst auf den Leib geschrieben. Diesmal ist sein Mathias allerdings nicht die schräge sondern die deutlich gradlinigere, "normale" Figur, während für den Belgier Benoît Poelvoorde der Part des Exzentrikers abfällt. Dessen zu Gewaltausbrüchen neigende Spaßbremse ist im Grunde nichts anderes als ein reinrassiger Rassist, an dem man nur schwerlich irgendetwas mögen kann. Zusammen mit seiner Uniform erinnert die Figur des Ruben Vandevoorde dabei nicht von ungefähr an einen anderen berühmten Choleriker der französischen Komödie, nämlich den unvergessenen Louis de Funes in seiner Paraderolle als übereifriger Gendarm von St. Tropez, der ja auch immer gern nach unten trat und nach oben buckelte.

Damit stünde man immerhin in bester landestypischer Komödientradition, und tatsächlich erinnert hier vieles an die alten Gendarmen-Filme. Der Humor ist allerdings schon ein wenig moderner und ähnelt natürlich mehr dem der "Sch'tis", treibt man doch den Culture Clash mit diversen Franzosen- bzw. Belgier-Witzen bis auf die Spitze, die finale Versöhnung dabei aber nicht ausgeschlossen. Recht witzig und kurzweilig ist das alles aber schon und auch erneut für ein deutsches Publikum problemlos goutierbar. Viele Szenen sind charmant und reizen zum Schmunzeln, eine Handvoll ist sogar brüllend komisch.
Zweifellos finden sich vor allem in den Nebenrollen der Kollegen von Ruben und Mathias zahlreiche Klischees und natürlich ist das alles weit davon entfernt eine seriöse Abhandlung des Themas Rassismus zu liefern. Aber geschenkt, denn Spaß machen die Reibereien und Hetzjagden ja allemal.
Fazit: Diesmal winken wir das noch gnädig durch und amüsieren uns erneut recht ordentlich über die Eskapaden und Einfälle des Danny Boon. Aber nächstes Mal dann bitte doch etwas Neues - und damit sind jetzt nicht etwa die deutschen Nachbarn gemeint.

Volker Robrahn

1

Mon dieu...

Übler Hansdampf Klamauk der stumpfen nationalistischen Blödsinn bedient.

Das sowas abgehangenes überhaupt noch produziert wird, man fühlt sich auf unangenehme Weise ins letzte Jahrtausend zurückversetzt.

Als hätte es Lost in Translation nie gegeben.

Ich vergebe 1 von 10 möglichen Kohlköpfen.

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