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Nicholas Nickleby

Nicholas Nickleby
drama , usa 2003
original
nicholas nickleby
regie
douglas mcgrath
drehbuch
douglas mcgrath
cast
romola garai,
christopher plummer,
jim broadbent,
charlie hunnam, u.a.
spielzeit
132 Minuten
kinostart
8. Januar 2004
homepage
bewertung

7 von 10 Augen
 

Nach dem Tode ihres geliebten Vaters suchen der junge Nicholas Nickleby (Charlie Hunnam) sowie dessen Mutter und Schwester gemeinsam ihren in London lebenden Onkel Ralph (Christopher Plummer) auf. Der hat es dort zu Wohlstand gebracht, erweist sich aber als hartherziger Tyrann, der seinen armen Verwandten nur hilft wenn es ihm selbst von Nutzen ist. Den selbstbewussten jungen Mann schickt er als Hilfslehrer erstmal zurück aufs Land. In einem düsteren Internat führt dort ein Ehepaar ein schreckliches Regiment, in dem die Kinder brutal gequält werden. Lange hält es Nicholas dort nicht aus und flüchtet daher bald mit seinem neuen Freund Smike ins Unbekannte. Seine Odyssee führt ihn auf Umwegen zurück nach London, wo er erkennen muss, dass Onkel Ralph auch seiner Schwester Kate in der Zwischenzeit übel mitgespielt hat. Und der junge Mr. Nickleby brennt darauf, es mit List und Witz seinem garstigen Verwandten heimzuzahlen.

Den 800 Seiten langen Roman aus der Feder des englischen Schriftstellers Charles Dickens in einen einzigen Spielfilm zu transferieren mag vielen als Wagnis, wenn nicht gar als Sakrileg erscheinen. Ist Dickens doch eine Art "Heiligtum" der britischen Literatur, dessen Bedeutung als absoluter Klassiker vielleicht gerade noch von einem gewissen Herrn Shakespeare übertroffen wird. Auch für seinen nicht ganz so bekannten "Nicholas Nickleby" müsste doch somit wohl zumindest eine der heute durchaus üblichen, mindestens achtstündigen TV-Miniserien angemessen sein. Das könnte man in der Tat machen, muss es aber doch nicht unbedingt, wie Regisseur und Drehbuchautor Douglas McGrath hier überzeugend demonstriert. Der begann zwar mal als Autor der deftigen, aber legendären US-Comedyshow "Saturday Night Live", bewies aber schon mit der Jane Austen-Verfilmung "Emma" sein Talent für altenglische Stücke aus muffigeren Zeiten. Und jetzt liefert er mit seinem "Nickleby" dann auch einen recht kurzweiligen und knackigen Dickens fürs Kino ab, dessen Handlung man problemlos folgen kann und bei dem der mit der Vorlage nicht vertraute Zuschauer auch nirgendwo das Gefühl bekommt, man hätte jetzt aber gerade eine ganze Menge weggelassen.
Das hat man natürlich doch, wirkt sich aber eher positiv auf den Genuss der Geschichte aus. Denn seien wir mal ehrlich (oder darf man das vielleicht doch nicht sagen?): Die detailverliebten Beschreibungen eines Charles Dickens sind erstens auch nicht jedermanns Sache, zweitens recht anstrengend und außerdem im Film nur sehr bedingt umsetzbar. Hier vergehen die etwas über zwei Stunden jedoch wie im Fluge, dank einer geradlinig gestrafften Handlung, die nur ganz selten den Eindruck einer kleinen Nummernrevue erweckt. Und dank eines gut aufgelegten Ensembles von Darstellern, deren Leistungen hier von solide (Hauptdarsteller Hunnam, dem die Damenwelt unzweifelhaft das Attribut "süüüß" verleihen wird) bis herausragend reichen. Letztere Auszeichnung wird natürlich an Altmeister Christopher Plummer verliehen, der den bösen Onkel Ralph mit sichtlichem Spaß verkörpert und der für diese Rolle ganz sicher die ideale Besetzung ist.

Und noch ein Aspekt macht den an sich schweren Stoff ein ganzes Stück genießbarer: Sein Humor, der immer wieder auch in den düsteren Momenten aufblinkt, sei es durch den lakonischen Kommentar aus dem Off oder durch die Figuren selbst. Denn seien wir auch hier erneut noch einmal ehrlich (oder sollte man das vielleicht doch lieber nicht sagen?): Die grimmigen Sozialstudien des Mr. Dickens, mögen sie nun "Oliver Twist" heißen oder auch "David Copperfield" oder sogar die zu Tode adaptierte "Weihnachtsgeschichte" sind auf Dauer und am Stück nur schwer genießbar, ebenso schwer verdaulich und erzählen irgendwo doch meist dasselbe traurige Schicksal ärmlicher Gutmenschen in einem Umfeld kaltherziger Schurken. Auch in "Nicholas Nickleby" sind die Fieslinge dementsprechend durch und durch böse und die anderen genauso konsequent gut und rein, ohne dass man irgendwie erfährt warum das eigentlich so ist. Durch die angesprochenen Humoreinschübe erreicht der Film aber eben doch eine angenehme Leichtigkeit und hält gekonnt die Balance zwischen Tragik und Vergnügen. Und wird deshalb auch für gut befunden.

 

 

 

Volker Robrahn

10

Ich hab den Film gestern gesehen. Ich war ganz schwer beeindruckt und hab voll mitgelitten und gefiebert. Ich fand ihn hervorragend. Das Buch kenne ich nicht, aber werde es sicher mal lesen.

10

Ich habe den Film gesehen und bin vom Inhalt und den großartigen
Darstellern einfach begeistert... der Film gehört zu den ganz großen Klassikern... gruß Christa Eva Walter

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