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New York für Anfänger

New York für Anfänger
romantische komödie , großbritannien 2008
original
how to lose friends and alienate people
regie
robert weide
drehbuch
peter straughan
cast
simon pegg,
kirsten dunst,
jeff bridges,
danny huston,
megan fox,
gillian anderson, u.a.
spielzeit
112 Minuten
kinostart
27. November 2008
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Gleich zu Beginn wartet "New York für Anfänger" mit einem - nun ja - nennen wir es mal "Gag" auf, der Schlimmstes befürchten lässt. Ein Schwein stiehlt sich aus einem Hotelzimmer, schafft es in den Fahrstuhl und gelangt in einen Raum voller VIPs, in dem gerade kräftig gefeiert wird. Was macht das Schwein? Es mischt sich natürlich unters Party-Volk und sorgt für mächtig Aufregung. Gedanklich schon abgehakt unter "Humor auf Grundschul-Niveau" entwickelt sich der Film in der Folgezeit dann doch zu einer witzigen, kurzweiligen und auch recht cleveren (romantischen) Celebrity-Komödie.

Sidney Young (Simon Pegg) betreibt in London ein kleines Film-Magazin, dessen Redaktion gerne mal im Chaos versinkt. Er träumt von Partys, Prominenz, steht aber bei allem, was angesagt ist, in schöner Regelmäßigkeit nicht auf der Gästeliste. Nachdem er von einer Party des Magazins "Sharps" geschmissen wurde, landet der Chefredakteur von Sharps, Clayton Harding (Jeff Bridges), aus Rache nackt auf dem Cover von Sidneys Magazin. Ein Anruf von Harding lässt nicht lange auf sich warten, doch - Überraschung - statt erbost zu reagieren, bietet er Sidney einen Job bei Sharps in New York an. Ein Angebot, das man schlecht ablehnen kann. Sidney reist mit allerhand Idealen und Ideen im Gepäck in die USA, muss jedoch bald ernüchtert feststellen, dass die Arbeit bei Sharps seinen Vorstellungen so ganz und gar nicht nahe kommt. Statt Artikel verfassen zu dürfen, die sich gepfeffert haben, muss sich Sidney mit Vorgesetzten (Danny Huston) rumschlagen, die ihm seine wenigen "guten" Ideen auch noch klauen, und jungen Möchtegern-Nachwuchs-Regisseuren und deren Agenten (Gillian Anderson) den Hintern küssen, damit er über sie berichten darf - in deren Sinne, versteht sich. Und dann wäre da noch die Schauspiel-Newcomerin Sophie Maes (Megan Fox, im Film als Darstellerin von Mutter Theresa...), die auf einer Party kurzerhand in einen Pool steigt, um von A nach B zu gelangen, und fortan einen schwer verliebten Sidney Young hinter sich herzieht. Und nicht zu vergessen dessen Kollegin Alison Olsen (Kirsten Dunst), mit der er sich zu Beginn so überhaupt nicht versteht, aber hey - wir befinden uns hier in einer romantischen Komödie...

Und so spielen diverse Beziehungen und Liebschaften natürlich eine gewisse Rolle, doch zur Beruhigung sei gesagt: der Romantik-Faktor hält sich im vertretbaren Rahmen. Dem missratenen Schweinchen-Auftakt folgt der Wechsel von London nach New York und damit einhergehend ein spürbarer Qualitätssprung. Nach und nach lernt Sidney die Abläufe bei Sharps kennen, darf sich auf immer wichtigeren Partys rumtreiben und bleibt dabei seiner Linie treu, nämlich so zu quatschen, wie ihm der Mund gewachsen ist. Das sorgt bei seinen Gegenübern für häufiges Stirnrunzeln und mitleidiges Kopfschütteln, beim Zuschauer für Heiterkeit. Auch wenn man sich mit der Zeit ein wenig über sein gehobenes Maß an Naivität und Tollpatschigkeit wundert, funktioniert Sidney als Identifikationsfigur inmitten von all den Spießern, Arschkriechern und Speichelleckern wunderbar.
Ein Beispiel gefällig? Wenn ein Redakteur eines renommierten Magazins die Frage nach dem besten Film aller Zeiten stellt und diese dann selbst beantwortet, sind wohl Antworten wie "Citizen Kane", "Der Pate" oder "Casablanca" zu erwarten. Sidneys Lieblingsfilm trägt den Titel "Con Air". Weil er in irgendeiner Form fast jedes Publikum bedient. Und noch bevor seine ironische Ausführung endet, ziehen sich schon wieder reihenweise Augenbrauen hoch.
Mit Simon Pegg, als Hauptdarsteller der Jetzt-schon-Kultfilme "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" bekannt, hat sich da natürlich auch genau der richtige Typ für den sympathischen Loser gefunden, der den Widerständen trotzt und am Ende doch als Gewinner dasteht. Auch wenn er sichtlich Mühe hat, "ernste" Momente zu spielen, in Sachen Comedy ist Pegg ganz in seinem Element.
Zur Seite steht ihm dabei ein Cast, der in seiner Zusammensetzung reichlich kurios wirkt. Jeff Bridges, unter anderem bekannt für seine Kult-Rolle als Dude in "The Big Lebowski", vierfach Oscar-nominiert, spielt seine Rolle als etablierter Chef, in jungen Jahren ebenso wild und ambitioniert wie Sidney, routiniert und solide, immer für einen Lacher gut. Als eine der beiden "Love Interests" darf Kirsten Dunst herhalten, die diese Rolle im Prinzip schon häufig überzeugend gespielt hat. Wahre Rätsel gibt hingegen Megan Fox auf (neben Shia LaBeouf in "Transformers" groß raus gekommen): Spielt sie eine naive, dumme, schlechte Schauspielerin so überzeugend oder spielt sie eine stinknormale Schauspielerin so unglaublich schlecht? Wie auch immer die Antwort lautet, ihr Auftritt wirkt grotesk. Ach ja: Wer die aktuell gewählte "Sexiest Woman Alive" eh weniger wegen ihren Qualitäten als Schauspielerin sehen möchte, muss auch nicht auf ihren nächsten Film ("Jennifer's Body") warten - denn der hält entgegen anders lautender Gerüchte nicht wirklich, was der Titel verspricht. Zu guter letzt sei noch Gillian Anderson erwähnt, die als kaltschnäuzige PR-Agentin ebenso gut gegen ihr "Akte X"-Image anspielt, wie es Kollege Duchovny derzeit in "Californication" tut.

Und wie war das nun mit der Romantik? Die rückt erst in der zweiten Filmhälfte so richtig ins Blickfeld, wird aber nie penetrant. Eher im Gegenteil: Eine späte gemeinsame Szene mit Pegg und Dunst lässt Schlimmes erahnen, nimmt aber überraschend die Abbiegung Richtung "wirklich witzig". Und schließlich gibt es in einer Tanzszene (der ersten) wirklich so etwas wie einen Anflug von Romantik, die nicht nur behauptet wird, sondern auch durch die Bilder belegt. Dass sich Regisseur Robert Weide zum Schluss ein bisschen Kitsch nicht ganz verkneifen kann, ist in Anbetracht der vorherigen, höchst unterhaltsamen anderthalb Stunden leicht verziehen.
Schwer zu glauben, doch trotz seiner zwei Stunden Laufzeit wird "New York für Anfänger" nicht langweilig. Die Darsteller sind bestens aufgelegt (oder so schlecht, dass das schon wieder für Lacher gut ist), die zahlreichen Gags sitzen, und - was eigentlich das Schönste ist - dies ist ein Film, der nicht von seinen Gags, sondern von seiner Handlung vorangetrieben wird. Und die entwickelt sich kontinuierlich weiter, wenn auch in eher vorhersehbaren Bahnen. Am Ende hat sich hier ein kleiner, interessanter, auch ein wenig entlarvender Mikrokosmos entwickelt, dem man eigentlich gerne noch weiter beiwohnen möchte. Aber bei all dem Lob sei natürlich darauf hingewiesen, dass "New York für Anfänger" trotz allem eine seichte Komödie für zwischendurch bleibt. Nur eben ein bisschen cleverer und interessanter als große Teile der Konkurrenz.

René Loch

2

das sich simon pegg in so kurzer zeit so verheizen lässt ist tragisch....platteste "unterhaltung" mit null niveau....

7

Ich hasse den Schauspieler und find ihn total unsympathisch.
Aber der Film selber ist das witzigste das ich seit einiger Zeit gesehen hab.

6

Nett. Viel Situationslomik und ein paar Seitenhiebe gegen das Showbiz.
Sicher ist der Humor nicht auf Woddy Allen-Niveau, aber für kurzweilige Unterhaltung reichte es aus. Das Kirsten Dunst sich wirlich zu Simon Pegg hingezogen fühlen könnte, halte ich aber für sehr unrealistisch (und bei Megan Fox erst recht)!

2

Der Film ist endlos langweilig. Nicht ein Gag zündete...

5

netter versuch, britische filme als mehr hollywood wirken zu lassen und besser in den USA zu vermarkten.
bin besseres aus england gewohnt.

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