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Napola - Elite für den Führer

Napola - Elite für den Führer
drama , deutschland 2004
original
regie
dennis gansel
drehbuch
dennis gansel, maggie peren
cast
max riemelt,
tom schilling,
justus von dohnànyi,
michael schenk, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
13. Januar 2005
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

November 2004, Hof. Zum 38. Mal finden die Hofer Filmtage statt: Filme ansehen, Bratwürste essen und Trinken, als gäbe es kein Morgen. Fünf Tage lang kennt das Deutsche Kino keine Krise. Und in so manchem unserer Regisseure keimt die Hoffnung, unter diesen Umständen lohne es sich doch, hier zu Lande Filme zu machen. Als wolle er zur Beweisführung dieser These antreten, eröffnet Dennis Gansels "NAPOLA - Elite für den Führer" die Filmtage. Eine Arbeit, die 2003 bereits einen Bundesfilmpreis für das beste unverfilmte Drehbuch gewonnen hat, auf dem diesjährigen Viareggio European Filmfestival als Bester Film ausgezeichnet wurde und im Windschatten von "Der Untergang" auf großes Interesse stößt.
August 1942, Wedding. Der junge Amateurboxer Friedrich Weimer (Max Riemelt - großartig) tritt gegen den Willen seines Vaters in eine so genannte NAPOLA, Nationalpolitische Erziehungsanstalt, ein. Friedrich hofft auf die Erfüllung seiner Träume vom sorglosen Leben als erfolgreicher Boxer. Weit weg von den ärmlichen Verhältnissen seiner Familie und der Perspektivlosigkeit der Berliner Hinterhöfe. In diesen Wünschen und dem Glauben an seine Erziehung, sein Land und dessen Volk fügt Friedrich sich dem Erziehungskonzept des Führers, welches eine "gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend" fördern sollte. Auf Burg Allenstein will man ihn lehren, sein Talent mit der nötigen Skrupellosigkeit zu verbinden. So akzeptiert Friedrich für seine Hoffnungen letztendlich den Verlust seiner Ideale und seiner kindlichen Unschuld. Immer stärker folgt er mit blindem Gehorsam Befehlen und ist bereit Opfer zu bringen, zu denen er früher nicht bereit gewesen wäre.
Erst durch die Freundschaft zu einem unangepassten Schüler wird Friedrich klar, welcher Ideologie er sich unterwerfen muss, um seinem Traum näher zu kommen. Albrecht Stein (Tom Schilling) ist Jungmann auf der NAPOLA wie Friedrich, aber er ist auch der Sohn des Gauleiters Heinrich Stein (Justus von Dohnányi). Albrecht träumt nicht von Erfolg oder Geld. Er sehnt sich nach Anerkennung und Liebe; Gefühle die er in seiner Familie und besonders von seinem Vater nie erfahren hat. Obwohl Albrecht sich für Literatur und fürs Schreiben begeistert, strebt sein Vater eine militärische Karriere für ihn an. Und so bleibt Albrecht einzig sein Geist, um sich gegen die Prinzipien und Methoden der Erziehungsanstalt zu wehren.
Durch Albrechts Glauben an Ideale und Selbstbestimmung eröffnen sich ihm und Friedrich nach und nach die Manipulationen der NAPOLA. Beide müssen erkennen, dass ihre Freundschaft ebenso wie die Jugend einer ganzen Generation zum Scheitern verurteilt scheint.

Dass Dennis Gansel ("Mädchen, Mädchen") massenkompatibel erzählen kann, wissen wir. Dass er auch historischen Stoff so publikumswirksam inszenieren kann, zeigt dieser Film. Aber der Hintergrund der Erziehungsanstalt bleibt all zu oft nur Kulisse, was das Drama dann und wann ähnlich ordinär wirken lässt wie den Untertitel "Elite für den Führer".
Gansel greift das Thema auf, auf das er bei seinem ersten Film "Das Phantom" über den ehemaligen Adolf-Hitler-Schüler Alfred Herrhausen gestoßen ist. In historisch belegte Fakten bettet er eine fiktive Geschichte; einen wütenden und bedrückenden Blick auf zwei Menschen, wie es sie zwischen den Jungmannen von 1933 bis Kriegsende hätte geben können. Von ein paar völlig überstilisierten Nebencharakteren abgesehen, funktioniert Gansels Geschichte dabei wunderbar: Unterstützt von seinen fabelhaft agierenden Hauptdarstellern erzählt er das Schicksal von zwei Personen ohne den belehrenden Zeigefinger und trifft das Publikum damit mitten ins Herz. Dem Zuschauer wird leise aber stetig, ähnlich einem Märchen oder einer Parabel, die immer gleiche Moral eingeträufelt: Widerstand ist, das Gefühl für das, was gut und böse ist, nicht zu verlieren und den Mut zu finden, danach zu handeln.

Nadja Raweh

10

Super Film , einfach nur klasse hat mich emotional sehr mitgenommen!

8

Ich meine der Film stellt systemtreue und weni9ger treue systemmitglieder der zeit dar und ist geeignet zur abschreckung irgendwelcher........ trotzdem meine ich dass, das thema langsam ausgelutscht is

9

der film hätte noch wichtigere szenen besitzen sollen.

10

mann der film war echt der hammer!! ich war nicht im kino sondern hab ihn erst jetzt gesehen aber mir war echt noch stunden danach ganz mulmig...!! die schauspielerischen leistungen sind ziemlich gut ach was laber ich überragend (!!)(ich bin ein großer fan von tom schilling ;) und der film geht - finde ich - ziemlich unter die haut. ich finde es auch gut dass es nicht so mehr ein dokufilm war wie "der untergang". der film ist vllt nicht unbedingt so was für historic-freaks aba dafür geht er echt unter die haut und hat finde ich die 10 punkte vollkommen verdient!!
ich beschäftige mich schon lange und sehr intensiv mit dem thema 2. weltkrieg (so ziemlich das einzige was mich beim thema geschichte interessiert...), hatte auch schon von den napolas gehört aber das in einem film und dazu in einem noch so guten mitzukriegen war schon noch was anderes!!
und den schluss find ich echt super traurig um ehrlich zu sein neben titanic der einzieg film bei dem ich am ende heulen musste...
also warum jemand diesen film nicht absolut klasse findet kann ich einfach nicht verstehen tut mir echt sorry...!!

10

@ XXXX ganz deiner meinung!! das thema soll ausgelutscht sein!?! das das irgendwie nich sein kann sieht man ja wohl am deutlichsten daran dass es immer noch nazis gibt!! diese bescheuerten neonazis glauben doch imma noch daran und meinen sie ham recht und ich finde solange es solche leute gibt is das thema noch lange nich gegessen!!!

10

Ganz klar die volle Punktzahl. Dennis Gansel, so ein junger Regisseur und so ein Talent, hat wirklich Großes geleistet. Genau wie Max Riemelt und Tom Schilling.
Der Film bietet für alles was. Storymäßig, geschichtlich, aber auch Freundschaft und ich bin mir nicht sicher, ob da doch mehr zwischen Friedrich und Albrecht war als nur Freundschaft, wenn man manche Szenen bedenkt.
Sehr schöne Musik im Hintergrund, man vermisst gar nichts. Ich empfehle ihn gerne weiter.

~ Lykos ~

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