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Nachts im Museum

Nachts im Museum
action-komödie , usa 2006
original
night at the museum
regie
shawn levy
drehbuch
thomas lennon, ben garant
cast
ben stiller,
owen wilson,
carla gugino,
robin williams, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
27. Dezember 2006
homepage
http://www.nachtsimmuseum.de
bewertung

5 von 10 Augen

"Nachts im Museum" ist ein perfektes Beispiel für die große Hollywood-Kunst des "high concept movie" - ein Film, dessen Grundidee in einem einzigen Satz bereits das Versprechen eines großartigen Kino-Erlebnisses bietet, das man auf keinen Fall verpassen will. In diesem Fall: Was wäre, wenn alle Exponate im New Yorker Naturkunde-Museum nachts zum Leben erwachen würden? Da läuft die Vorstellungskraft des potentiellen Zuschauers gleich von ganz alleine an, schon der Film im Kopf macht Spaß und die Kinokarte ist darum schnell gelöst. Schade nur, dass das tatsächliche Ergebnis leider nur bedingt unterhalten kann und mit einer fahrlässig aufgebauten Handlung viel zu oft über die eigenen Logiklöcher stolpert.
Nun kann man natürlich gleich einwerfen, dass "high concept movies" eben purste Popcorn-Unterhaltung sind, die nicht immer ganz logisch sein muss, um zu funktionieren. Hauptsache, es macht Spaß. Und wenn diese Holperer nicht allzu sehr ins Auge springen und ein Film rund läuft, sieht man da auch gern drüber hinweg. "Nachts im Museum" liefert sich aber derart viele bequeme Abkürzungen auf dem gewundenen Pfad einer schlüssigen Handlung, dass man als Zuschauer viel zu oft mit einem "Moment mal ..." innehält und sich ein wenig veräppelt fühlt. Und dann hat auch das beste high concept schon verloren.

Was man auch in einem solchen Film braucht, sind Charaktere, auch wenn die mit dem Verkaufsargument nichts zu tun haben. Dem umtriebigen Ben Stiller kommt es zu, als armer Tropf Larry Daley die Handlung auf seinen Schultern zu tragen. Larry ist ein ziemlicher Taugenichts und braucht dringend einen Job, um a) nicht aus seiner Wohnung zu fliegen und b) die Achtung seines Sohnes nicht zu verlieren, der immer mehr Mamis neuen Ehemann als Vaterfigur akzeptiert (jaja, die guten alten Familienwerte, als Motivation für eine Hauptfigur immer super *gähn*). Die einzige Arbeit, die sich bietet, ist der Posten als Nachtwächter im Naturkunde-Museum, wo die drei alten Nachtwächter (u.a. 60er-Comedy-Idol Dick van Dyke und Mickey Rooney, einst ein großer Kinderstar in den 30er Jahren) in Ruhestand geschickt und durch einen Neuen ersetzt werden sollen. Zum Dienstantritt gibt's einen Rundgang und eine lange Liste mit Anweisungen, die Larry strikt befolgen soll. Statt sie zu lesen, schläft er aber erstmal ein - und sieht sich, als er aufwacht, plötzlich einem wandelnden Tyrannosaurus-Skelett gegenüber.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Film kaum 20 Minuten alt, und die Geschwindigkeit, mit der bereits sämtliche Nebenfiguren plus die wichtigsten Schauplätze eingeführt wurden, um dann rasch-rasch zur Action zu kommen, beeindruckt durchaus als scheinbares Anzeichen eines Films, der noch viel vor hat. Hat er aber leider nicht.
Das Kopfkratzen ob dieses unglaubwürdigen Unsinns (womit keinesfalls die wandelnden Exponate gemeint sind, die hat man ja quasi schon mit dem Gang ins Kino "gekauft") setzt schon sehr bald ein, als man sich wundert, warum Larry nicht einfach mal seine Anweisungsliste liest. Als er es endlich tut, sieht er sich nur den ersten Punkt an, was ihn per Gag aus der Bredouille mit dem Dinosaurier bringt und zu einer neuen Situation führt. Also sieht er sich den zweiten Punkt an - Gag, neue Situation - dann den dritten - Gag, neue Situation - und dann geht ihm die Liste auch schon verlustig. Die Nacht übersteht er trotzdem, doch als er die alten Nachtwächter am nächsten Tag wieder sieht, lässt er sich von ihnen nicht neue ausführliche Instruktionen geben, sondern geht mit dem guten Rat, sich die nötigen Informationen über seine historischen Schützlinge anzulesen, in die Bibliothek. Nach einem einzigen (!) Tag Recherche hat Larry dann genug Wissen für den Rest des Films zusammen und tritt pünktlich zu Sonnenuntergang bestens ausgerüstet und offensichtlich gänzlich ohne Schlaf zur nächsten Schicht an.
Das hat mit gesundem Menschenverstand oder einer ansatzweise realistischen Verhaltensweise nichts mehr zu tun, und wie die Drehbuch-Autoren Garant und Lennon sich das sinnfreie Benehmen ihrer Hauptfigur nach Geratewohl so zurecht biegen, dass es auch zu ihren halbgaren Plotmotoren passt, ist in der Kombination teilweise haarsträubend. Da hält man sich als Zuschauer dann auch nicht mehr mit der Frage auf, ob im Naturkunde-Museum tatsächlich Figuren von Attila dem Hunnen und den Entdeckern Lewis und Clark (nebst hübscher Indianer-Führerin) sowie einer Gruppe Bürgerkriegs-Soldaten stehen - ein paar menschliche Charaktere braucht's schließlich auch des nachts im Museum. Sonst hat man ja nix zu erzählen zwischen den Actionszenen.

Dass es hier nicht konsequent rundgehen kann, ist klar - auch eine 100-Millionen-Dollar-Produktion kann sich nur soundsoviele Computereffekte leisten, und die Anreicherung des Figuren-Karussells ist zum Teil gelungen: Robin Williams als ehemaliger US-Präsident Teddy Roosevelt (der als Museumsgründer als Denkmal in der Eingangshalle steht) ist ein gern gesehener, wenn hier auch nur bedingt komischer Gast. Die heimlichen Helden des Films sind Stillers Dauer-Kompagnon Owen Wilson und Steve Coogan als Miniatur-Cowboy und -Römer, die sich permanent prügeln wollen. Auch sie können dem Film aber leider das Tempo nicht zurückgeben, dass er mit steigender Laufzeit immer mehr verliert.
Was nicht zuletzt daran liegt, dass der Film schon nach 40 Minuten aus allen Kanonen geschossen hat, die er aufbieten kann. Ab da an sieht man im nächtlichen Museum eigentlich nichts Neues mehr, womit die angesichts der aufwändigen Tricks angepeilten offenen Münder beim Publikum von da an auch schon wieder zu bleiben. Und wer nicht staunt, denkt nach - womit man schnell wieder beim höheren Blödsinn der löchrigen Handlung anlangt.
Mit Freude und Begeisterung werfen die Autoren mit Plot-Werkzeugen um sich, die für drei Filme gereicht hätten, wenn man sie richtig benutzt und schlüssig eingebettet hätte. Doch "Nachts im Museum" wählt die einfache Variante und verlässt sich einfach darauf, dass das Publikum schon nicht weiter darüber nachdenken wird, was man ihm hier so vorsetzt. Drum wird zwar erklärt, wie und seit wann es zur nächtlichen Erwachung des Museums kommt, jedoch nicht, wie das über Jahrzehnte niemand außer den Nachtwächtern aufgefallen ist. Das anarchische Chaos, das allnächtlich im Museum ausbricht, hinterlässt wiederum auch nur dann sichtbare Spuren, wenn es sich für den Plot als nützlich erweist (den Rest erledigen wahrscheinlich die Heinzelmännchen).

"Nachts im Museum" bietet einige gute Lacher und teilweise tolle Ideen im Detail, erweist sich angesichts des bombensicheren Grundkonzepts aber als relativ uninspirierte Enttäuschung, die zudem in Dramaturgie und Figurenführung derart flach und überkonventionell daherkommt, dass das zarte Feuer des Einfallsreichtums schon von der Rahmenhandlung im Keim erstickt wird. Ein seelenloses Trick-Vehikel ohne Sinn und Verstand.

Frank-Michael Helmke

6

ich habe mich "teilweise" gut unterhalten gefühlt. es ist halt schon ein kinderfilm. alles sehr harmlos. trotzdem die idee ist nicht schlecht und wurde auch gut umgesetzt.
im großen und ganzen gebe ich der rezension recht...vergebe aber 1 auge mehr. ben stiller und owen wilson sehe ich immer gerne. eben auch wegen ihrer belanglosigkeit. habe aber über beide schon mehr gelacht.
k++

6

Ich habe mich dabei ertappt, tatsächlich gut unterhalten zu werden. Ist ein Film für zwischendurch, kann man sehen beim saubermachen oder essen kochen. Leider alles in allem viel zu unkreativ. Aber auch dieser Film hat so seine Momente. Bei diesen dann kann man dann gut lachen. Also einfach nicht so sehr auf den Film konzentrieren, dann klappt das auch mit der Unterhaltung.

5

Der Film hat meinem Sohn gefallen, mir nicht. Er ist für ihn gemacht, ich schaue mir lieber etwas anderes an... deshalb 4 Augen - 8 von ihm und 2 von mir

10

Ich fand den Film voll cool. Ich denke, dass man so lieber ins Museum gehen mag. Aber ich denke auch, dass Kinder, die jünger als sechs Jahre sind nacher glauben, dass alle Wachsfiguren in Museen nachts lebendig werden:-)

8

War ganz ok..
Der erste Teil gefiel mir definitiv besser^^..
aber das wird sich wohl nie ändern..:)

5

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