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Muxmäuschenstill

Muxmäuschenstill
satire , deutschland 2004
original
regie
marcus mittermeier
drehbuch
jan henrik stahlberg
cast
jan henrik stahlberg,
fritz roth,
wanda perdelwitz, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
8. Juli 2004
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

 

Ein Mann spricht in sein Diktiergerät: "Ich bin Teil einer Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben". Und deshalb bläst Herr Mux zum Kampf gegen Fehltritte aller Art, vor allem auch die der harmloseren Sorte. Eigenmächtig kassiert er Verwarnungspauschalen von Rasern und Schwarzfahrern, "pädagogische Maßnahmen" sind im Service mit inbegriffen. Sollte es dabei mal gefährlich werden, steht ihm sein eher schlicht gestrickter Helfer Gerd zur Seite, der die Vorgänge zudem auf Video festhält, damit auch alles hübsch akkurat archiviert werden kann - schließlich muss man bei den unbelehrbaren Wiederholungstätern ja auch mal härter durchgreifen. Es geschieht das Unvermeidliche: Mux erregt mit seinem Feldzug gegen die Verrohung der Sitten öffentliche Aufmerksamkeit und wird bald zum Medienstar. Sein kleines Büro expandiert zur Agentur mit Filialen im ganzen Land. Problematisch wird es erst, als Mux erkennen muss, dass die von ihm vergötterte Kellnerin Kira nicht seinem Ideal einer reinen und unschuldigen Muse entsprechen will. Und der Verfechter des Anstands und der Moral wird nun selbst zum Gesetzesbrecher.

Der reine Handlungsverlauf macht (bis hierhin) noch nicht gleich deutlich, dass es sich bei "Muxmäuschenstill" um eine Groteske handelt. Der stets geschniegelte Mux ist natürlich ein absoluter Nerd, selbst eine gesellschaftliche Randfigur, ohne dies zu erkennen. Er hat sich in eine Idee hineingesteigert, deren Ansatz sicher nachvollziehbar ist, deren radikale Umsetzung allerdings zu absurden Situationen führt. Wenn Mux Jugendlichen auf der Straße eine Predigt hält, wenn er den Kopf eines Hundebesitzers in den Kot seines Tieres drückt, dann macht er sich entweder lächerlich oder strafbar. Auch als er einem Graffiti-Sprayer Farbe ins Gesicht sprüht und dieser daraufhin blind taumelnd von einer Bahn überfahren wird, hört der Kreuzzug deshalb noch lange nicht auf. Eine Identifikation des Zuschauers mit der offensichtlich gestörten Titelfigur ist ohnehin nie möglich, und die anfangs noch vorhandene Sympathie verliert sich dann im weiteren Verlauf komplett. Dabei hat er doch irgendwie auch recht, mit Aussagen wie: "Michael Schumacher ist in Deutschland ein Held, weil er schnell um die Kurve fahren kann und keine Steuern zahlt. Armes Deutschland!" Unfähig zu sozialen Kontakten und vor allem zu normalen Beziehungen, begeht Mux jedoch schließlich Taten, gegen die die Vergehen der von ihm ertappten Sünder mehr als harmlos wirken.
Wie seine Hauptfigur verliert dann auch die Inszenierung des Films zusehends den Bezug zur Realität, mit der steigenden Bekanntheit von Mux kommt es zu immer mehr kurz geschnittenen, bunten Collagen, und die Diskrepanz zwischen dem was die Figuren sagen und was dann geschieht wird schließlich so groß, dass einem nur noch der Begriff "surreal" dazu einfällt.

Der hochkarätige deutsche X-"Verleih hat die deutsche Kinolandschaft in den letzten Jahren gehörig durcheinander gewirbelt und neben Publikumserfolgen wie "Goodbye, Lenin!" oder den Filmen von Tom Tykwer haben vor allem Werke wie "Black Box BRD" oder aktuell "Lautlos" neue Wege beschritten. Mit "Muxmäuschenstill" bringt die Produktionsfirma nun zweifellos einen sehr provokativen und auch interessanten Film heraus, der allerdings in seiner maßlosen Überzeichnung nicht so recht funktioniert und beim Betrachter eher Befremden und einige Fragezeichen hinterlässt. Der Mut, solche Filme zu produzieren, verdient aber trotzdem höchste Anerkennung.

Volker Robrahn

10

einer der besten filme überhaupt!

Dieser Film, ist einer der schlechtesten Filme dich ich je sah.
Wer diesen film gut findet bzw. ihn so akzeptiert hat einen an der Waffel.
Ich bezahlte hierfür einen Haufen Geld und bekam einen Haufen Müll.
Wirklich, normalerweise mag ich Deutsche Filme aber diese Art war einfach nur ekelhaft, widerlich und stellenweise ätzend.

1

Ich finde den Film total dumm, die Grundidee ist wirklich interesant...leider wurde total falsch umgesätzt... es hätte ein wirklich guter film dabei heraus kommen können... so ist der einzige plus Punkt der: das man wenn man sich dafür interesiert was über Kameraeinstellung lernen kann....
>>> an alle Lehrer: zeigt diesen Film niemals einer Klasse!!
Sie könnten sich danach unbeliebt bei den
Schüler/innen unbeliebt machen....das Wichtigste:
keine Klausur darüber!!!!
Mit freundlichsten Grüßen
die Klassenmeinunh

1

Fangen wir neutral an: Der Film wird von den Zuschauern sehr unterschiedlich aufgenommen. Den einen gefällt gerade die Selbstjustiz; den anderen gefällt, dass der rechthaberische Protagonist ins Lächerliche gezogen wird. Ersteren ist nicht zu helfen (siehe einen Beitrag oben, wo Selbstjustiz mit Zivilcourage verwechselt wird) und bei letzteren weiß man auch nicht, was man dazu ernsthaft sagen soll.

Wie hat der Film nun auf mich gewirkt? Zunächst einmal handelt es sich nicht um eine Komödie, denn ansonsten hätte ich vielleicht auch mal gelacht. Dieses Machwerk als Schwarzen Humor oder Satire zu bezeichnen beleidigt Filme aus diesen Genres. Groteske kommt vielleicht am ehesten hin, Ärgernis ist aber der einzige wirklich passende Ausdruck.

Nach ca. 45 Minuten war für mich dieses Ärgernis denn auch beendet, da es sich spätestens ab dem angedeuteten Kindesmissbrauch nur noch um eine Zumutung handelt (eigentlich bereits ab der S-Bahn Szene). Es fehlen mir die Worte, dass dieser Film so hochgelobt wird und sogar Preise gewonnen hat.

7

Ein sehr sehr seltsammer Film! Mit ein paar wirklich guten momenten. Underground würd ich sagen;-) dennoch wirkt manches nicht so ganz ausgereift und steckt voller Brüche. berücksichtigt man allerdings die Arbeitsbedingungen ist doch etwas sehr unterhaltsammes entstanden.

5

@Albert
Check mal deine Rechtschreibung, die ist ja unter aller Sau!!! Es sei denn, du bist 9...

8

Also mir scheint da haben einige die den Film hier schlecht bewerten die Message nicht ganz verstanden. Komödie sollte das ja auch keine sein, aber die leere im Leben des Mux kommt wirklich gut rüber.

9

Einer der besten deutschen Filme, die je zu sehen waren. Humorvoll, bizarr, tragisch. Geringe Bewertungen kann ich mir nur dadurch erklären, dass dieser Film nicht für die große Masse bestimmt ist (keine "unglaublichen" Explosionen a la Cobra-11). Es würde gut tun mehr solcher Filme zu produzieren, als alles andere, was im TV zur prime time läuft...

10

Ein Meisterwerk,die Leute die den Film hier schlecht bewertet haben sind doch nicht mehr ganz dicht.

9

Ein klasse Film, der sich endlich vom langweiligen deutschen Kino abhebt. Zudem eine interessante Gesellschaftskritik, die gerechtfertig ist und die Verblödung in unserem Land darstellt.

Personen, die hier weniger als 6 Augen vergeben haben, sollten weiterhin Kritiken für ihre Schülerzeitung schreiben, oder sich den Film noch einmal genauer anschauen.

5

Ich habe mir dieses befremdliche Stück Filmkunst heute Abend angesehen und muss, auch nachdem ich die anderen Rezensionen hier gelesen habe, nach einigem Hin und Her sagen: Thema vllt. nicht verfehlt, aber leider über das Ziel hinausgeschossen.

Es ging doch eigentlich darum, aufzuzeigen, dass übertriebene Ordnungsliebe, Kontrollwahn und verquerte Moralvorstellungen keine Antworten auf die Probleme unserer Gesellschaft sind, da sie - paranoiderweise - stets das Gegenteil des erhofften Bewirken; aus Recht wird Unrecht. Auch Täter haben ein Anrecht auf die Unversehrtheit der Würde und dies nicht aus Liebe zum Täter, sondern zum Schutz der Richtenden selbst vor dem ethischen Niedergang. Eine oft nicht verstandene Errungenschaft unserer Rechtstaatlichkeit.
Genau hier hat der Film seine Stärken, spielt mit dieser (weitverbreiteten) Fehlinterpretation von Recht und Gerechtigkeit, deren Pervertiertheit sich Mux nicht erschließt.

Dass das Drehbuch die Situation schließlich peu a peu eskalieren lässt
und Mux Wahn immer haarsträubendere Blüten treibt, ist gut gedacht, leider aber in so verstörenden Ideen und Bildern ausgeführt, dass wirklich nur Hartgesottene den Überblick behalten und vielleicht noch Fans des Grotesken Gefallen daran finden.
Adressaten des Films haben währenddessen nichts verstanden und ab der Hälfte abgeschaltet. Schade.

Film und Idee gut, pädagogischer Nutzen gleich Null, deshalb nur 5 von 10.

ich weiß wirklich nicht was ihr an so einem kranken und hirnlosem film findet... die eigentliche geschichte bleibt immer unklar! man erkennt immer nur ein psychopaten der die welt verschlechtert anstatt verbessert! er macht den menschen angst anstatt ihnen zu helfen! was hat es für einen sinn jemanden zu töten weil er ein grafiti entwirft! oder aus purer eifersucht eine junge frau brutal ermordet!
es ist einfach viel zu übertrieben vom filmproduzent so etwas überhaupt darzustellen, denn er überführt viele menschen die in seinen augen unrecht getan haben aber er selbst macht sehr viel scheiße und überführt sich selbst nicht!
in diesem sinne kann man sich auch einen hirnlosen Horrofilm anschauen, der meiner meinung nach einen höheren pedagogischen wert hat als MUXMÄUSCHENSTILL, und muss sich im nachhinnein nicht über so etwas aufregen...

mit freundlichen grüßen!

5 von 10 Augen??? Avatar hat

9

5 von 10 Augen??? Avatar hat hier 10/10 bekommen?!?!?!!?

Muxmäuschenstill ist ein genialer Film. Tolle Schauspieler, einfallsreiche Geschichte, unvorsehbare Handlung und regt ordentlich zum denken an. Außerdem ist der Film stellenweise sehr ergreifend und zum Teil auch sehr skuril-witzig. Ich weiß nicht, ob es ein Meisterwerk ist, er ist aber großartig und DEFINITIV sehr viel mehr als 5/10 Punkten wert!

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