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Morning Glory

Morning Glory
komödie , usa 2010
original
morning glory
regie
roger michell
drehbuch
aline brosh mckenna
cast
rachel mcadams,
harrison ford,
diane keaton,
jeff goldblum, u.a.
spielzeit
107 Minuten
kinostart
13. Januar 2011
homepage
http://www.morninggloryfilm.de
bewertung

7 von 10 Augen

 

Becky Fuller (Rachel McAdams) ist 28 Jahre jung und steht kurz vor der sehnlich erwarteten Beförderung zur Fernsehproduzentin. Als sie stattdessen jedoch völlig überraschend eine Kündigung erhält, lässt sie nicht lange den Kopf hängen und macht sich auf die Suche nach einem neuen Job. Den findet sie auch recht schnell, hat sich damit jedoch eine Aufgabe geangelt, um die sie niemand beneidet: Jerry Barnes (Jeff Goldblum), Programmchef des großen (fiktiven) New Yorker TV-Senders IBS, bietet ihr die Produzentenstelle bei "Daybreak" an. Dabei handelt es sich um das Schlusslicht unter den landesweit ausgestrahlten Morgenshows und eine Sendung, die ihre besten Tage längst hinter sich hat. Jung und idealistisch, wie Becky aber nun einmal ist, lässt sie sich nicht entmutigen. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag feuert sie einen der beiden Moderatoren der Show und findet einen Ersatz in Mike Pomeroy (Harrison Ford), einem Nachrichtenjournalisten der alten Schule, der eine Moderationsstelle im Morgenprogramm zwar als unter seiner Würde empfindet, nach einigem Verhandeln aber doch dafür gewonnen werden kann. Er und Colleen Peck (Diane Keaton) bilden fortan das Moderatorenduo von "Daybreak" - zu dumm nur, dass die beiden sich von Beginn an nicht ausstehen können und sich sogar vor laufender Kamera verbale Sticheleien liefern. Doch den Zuschauern gefällt das neue Konzept offenbar, die Quote steigt langsam wieder an und Beckys Plan scheint zu funktionieren.

Regisseur Roger Michell ("Notting Hill") macht in seiner neuen Komödie den Gegensatz zwischen ernsthaftem Nachrichtenjournalismus und vermeintlich seichter Morgenunterhaltung zum Gegenstand. Natürlich geht es dabei nicht um eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, schließlich dient es hier nur als Aufhänger für den Konflikt zwischen den Hauptfiguren: Auf der einen Seite die hoch motivierte, vom Potential von "Daybreak" überzeugte Becky, auf der anderen Seite der vom Konzept der Sendung und der ihm darin zukommenden Rolle angewiderte Mike Pomeroy. Die Geschichte und ihre Figurenkonstellationen sind dabei zwar simpel gestrickt, doch das Endergebnis überrascht dennoch positiv, was in erster Linie am tollen Darstellerensemble liegt. Die Rolle des finster dreinschauenden Griesgrams, der eigentlich doch ganz nett sein kann, gehört ja schon lange zu Harrison Fords leichtesten Übungen, aber es ist eine willkommene Abwechslung, ihn diese Fähigkeit mal wieder in einer reinen Komödie einsetzen zu sehen (was zum letzten Mal 1998 in "Sechs Tage, Sieben Nächte" der Fall war). Die Szenen, in denen er und Diane Keaton sich die verbalen Bälle zuspielen, gehören jedenfalls zu den witzigsten des Films.

Rachel McAdams gelingt es mit Leichtigkeit, sich inmitten ihrer älteren Co-Stars zu behaupten und spielt ihre Becky als erfolgsbesessenen, aber stets sympathischen Workaholic. Trotz des stressigen Produzentenjobs bleibt da nebenher noch ein wenig Zeit für die Liebe, denn mit Adam Bennett (Patrick Wilson) lernt Becky gleich noch einen aufstrebenden Produzenten kennen und lieben. Über mehr als eine kleine Nebenhandlung kommt diese Liebesgeschichte zwar nicht hinaus, was dem Film aber gut tut.
Den Hauptteil der Geschichte machen Beckys Bemühungen aus, der angeschlagenen Morgenshow zu neuem Glanz und besseren Quoten zu verhelfen. Jeff Goldblum hat dabei als ihrem Vorhaben skeptisch gegenüber stehender Gegner zu agieren und beweist in seinen Szenen hervorragendes komödiantisches Timing - wie überhaupt alle Darsteller, die das Zuschauen hier immer wieder zu einer wahren Freude machen.

Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna hat sich mit der nach bekanntem Hollywood-Komödienschema aufgebauten Story, deren Ende kaum jemanden überraschen wird, sicherlich nicht zu kreativen Höchstleistungen aufgeschwungen, doch ihre pointierten Dialoge und ihr sich auf eigene Erfahrungen gründender Blick hinter die Fernsehkulissen machen "Morning Glory" zu einem kurzweiligen Vergnügen.
Die Handlung mag simpel sein und den Charakteren mag es an Tiefgang fehlen, doch die Formel geht dank der angesprochenen Stärken vor allem im schauspielerischen Bereich auf. "Morning Glory" bietet also abwechslungsreiche Morgenshow-Unterhaltung für einen gelungenen Kinoabend.

Maximilian Schröter

7

Ein hübscher, netter Gute-Laune-Film. Mit einem Lächeln aus dem Kino.

Irgendwie war ich der Einzige im Kino, der über die Anspielung auf "Und täglich grüßt das Murmeltier" gelacht hat... da merkt man, wie alt man geworden ist...

Was mir in den letzten "Frauenfilmen", die ich gesehen hab, aufgefallen ist: Die Rolle des männlichen Love Interest scheint sich gewandelt zu haben. Früher (Schlaflos in Seattle und so) war ER immer ein sensibler Frauenversteher oder wurde im Laufe des Films zu einem, d.h. er war mehr Groupie als Partner. Heute läuft das Ganze viel mehr auf Augenhöhe. Bezeichnenderweise führt das dazu, dass der Mann nur ganz wenig "eigene" Szenen hat. Als ob das Wissen, was "auf Augenhöhe" in der Praxis bedeutet, so weit verloren gegangen ist, dass selbst hochbezahlte Drehbuchschreiber es sich nicht mehr vorstellen können. Weitere Beispiele: Das Lächeln der Sterne, Bride Wars. Das waren die anderen zwei "Frauenfilme", die ich zuletzt gesehen hab :-)

Nagut, dies eine Kommentar ist okay, ist ja auch ausnahmsweise mal überdurschnittlich ausgefallen der Film.

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