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Mord nach Plan

Mord nach Plan
krimi , usa 2002
original
murder by numbers
regie
barbet schroeder
drehbuch
tony gayton
cast
sandra bullock,
michael pitt,
ben chaplin,
chris penn, u.a.
spielzeit
110 Minuten
kinostart
27. Juni 2002
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Im Wald einer kleinen kalifornischen Küstenstadt wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die von der Indizienexpertin Cassie Mayweather (Sandra Bullock) und ihrem neuen Kollegen Sam Kennedy (Ben Chaplin) geleiteten Ermittlungen führen bald zu Erfolgen und der Identifikation des vermeintlichen Täters, doch während der Fall schon bald als abgeschlossen betrachtet wird, zweifelt Cassie als Einzige an den zu offensichtlichen Hinweisen. Und während auch ihr anfänglicher Bewunderer Sam sich immer mehr über ihr Verhalten wundert, kommt Cassie zu der Überzeugung: Die Frau musste nur deshalb sterben, weil jemand den perfekten Mord begehen wollte.

Und so ist es dann auch. Zwei brillante, aber reichlich verhaltensgestörte Schüler haben das Verbrechen gemeinsam begangen und genießen es, die Polizei und den Rest der Welt in die Irre zu führen. Dies hier zu verraten bedarf auch keinesfalls einer Spoiler-Warnung, weiß doch der Zuschauer von der ersten Szene an um das Komplott der beiden gelangweilten Teenager. Seine Spannung bezieht "Mord nach Plan" also vorwiegend aus dem Katz-und-Maus-Spiel zwischen der erfahrenen Detektivin und den beiden Killern - der eine arrogant und selbstgefällig, der andere dagegen eher unsicher und schüchtern.
Daraus entwickelt sich dann eine zwar alles andere als realistisch und glaubwürdig daher kommende Story, diese bleibt jedoch dank der guten Darsteller immerhin noch in einem erträglichen Rahmen. Und eine gewisse Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen Rollenverteilung hält auch tatsächlich die Spannungskurve bis zum finalen Showdown einigermaßen hoch. Nur der dramaturgische Kunstgriff, der toughen Detektivin noch eine Hintergrundgeschichte mit persönlichem Trauma zu verpassen, wirkt etwas sehr aufgesetzt und zusammengereimt. Hätte doch Cassie Mayweather früher beinahe ein ähnliches Schicksal ereilt, wie das unglückliche Opfer der beiden Mörder - womit sie aufgrund persönlicher Befangenheit eigentlich völlig ungeeignet für ihren Job wäre.

Genau diese Figur einer "gebrochenen Heldin" war es aber, die Sandra Bullock hauptsächlich dazu brachte in diesem ansonsten eher konventionellen Thriller mitzuwirken. Denn das ist immerhin neu und eigentlich auch das Interessanteste an "Mord nach Plan": In so einer Rolle haben wir unser Schnuckelchen vom Dienst tatsächlich noch nicht gesehen. Im Dienst muffelig und unnahbar, verführt sie dennoch ihren unerfahrenen Kollegen bei der erstbesten Gelegenheit, nur um ihn dann anschließend sofort wieder aus dem Bett zu schmeißen. Sex ja, feste Bindungen oder gar ehrliche Gefühle nein, lautet das Motto von Cassie Mayweather. Und selbst beim verbalen Duell mit einem der Mordverdächtigen entgeht diesem nicht, daß seine Kontrahentin wohl auch so einige Leichen im Keller liegen hat. Alle ziemlich gestört also in diesem Film, nur der brave Ben Chaplin ("Der schmale Grat") gibt den fast schon spießig wirkenden Normalbürger und weiß daher auch ein ums andere Mal nicht, wie ihm eigentlich geschieht. Insofern verdient sich Chaplins Rolle hier eine Bezeichnung die ansonsten meist den weiblichen Parts vorbehalten bleibt, nämlich "schmückendes Beiwerk".

Miss Bullocks Imagewechsel darf man dagegen durchaus als gelungen betrachten und es scheint ihr auch sichtlich Spaß zu machen, hier phasenweise richtig unsympathisch zu wirken. Ihrem Stammpublikum dürfte so ein radikaler Sprung dagegen weniger gefallen. Und da "Mord nach Plan" ansonsten nur weitgehend bekannte Kost serviert, werden wohl nicht allzu viele ihr dabei zusehen wollen.

Volker Robrahn

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