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Mirrors

Mirrors
horror-thriller , usa 2008
original
mirrors
regie
alexandre aja
drehbuch
alexandre aja, gregory levasseur
cast
kiefer sutherland,
paula patton,
amy smart,
julian glover, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
30. Oktober 2008
homepage
http://www.mirrors.kinowelt.de
bewertung

3 von 10 Augen

 

Arbeitsloser und problembeladener Ex-Cop nimmt miesen Job als Nachtwächter an. Gebäude hat dunkle Vergangenheit. Unheimliche Dinge geschehen. Bedrohliche Dinge geschehen. Erste Todesopfer im Umfeld der Hauptperson. Hauptfigur muss Rätsel lösen. Hauptfigur löst Rätsel, wird aber bestraft mit böser Schlusspointe.

Der Fluch, der das ausgebrannte Kaufhaus in "Mirrors" belastet, ist das Eine, die Verwünschung, welche anscheinend über sämtliche vielversprechenden europäischen Regietalente hereinbricht sobald sie anfangen für Hollywood zu arbeiten, das andere. Ob Sie nun Mikael Hafstrom ("Entgleist"), Robert Schwentke ("Flight Plan") oder Oliver Hirschbiegel ("Invasion") heißen: Entweder verlieren sie in stromlinienförmigen Projekten von allein ihren Schwung oder er wird ihnen (wie im Fall Hirschbiegel) von den Strippenziehern im Hintergrund genommen. Auch den Franzosen Alexandre Aja, der mit dem nervenzerfetzenden "High Tension" noch für Furore sorgen konnte, hat es nun endgültig erwischt. War sein US-Einstieg, nämlich das Remake von "The Hills have Eyes" noch ein zumindest zwiespältiges Vergnügen, so katapultiert er sich nun mit "Mirrors" erstmal in die Bedeutungslosigkeit. Was ihn an der gefühlten 83. US-Adaption eines asiatischen Horrorfilms in diesem Jahrzehnt gereizt haben mag, bleibt genauso nebulös wie die Aktivitäten der fiesen Spiegelgeister, die uns der Filmemacher hier auftischt.
Gut, der Mann versteht was von seinem Handwerk und inszeniert einige visuell überzeugende Sequenzen, vornehmlich in den imposanten Sälen des mit Spiegeln aller Art und Größen durchsetzten Gebäudes, dessen Inneneinrichtung das Produktionsteam angeblich im tiefsten Rumänien fand. Von außen sieht das dann alles aber mehr nach dem wohlbekannten Manhattan aus, durch das ein Mann meist deprimiert und lustlos schlurft, der dem bekannten Schauspieler Kiefer Sutherland nicht unähnlich sieht. Klar, der hat schließlich seinen Partner verloren (check), eine Familie, die ihn kaum noch sehen mag (check) und ein ziemliches Alkohol- und Drogenproblem (doppelcheck). Aber selbst der frühe Tod der eigenen Schwester reißt den Ben Carson getauften Typen nur mühsam aus seiner Lethargie und es verwundert doch nicht zu knapp, dass es nun ausgerechnet diese traurige Gestalt sein soll, welche den jahrzehntealten Fluch, dem bereits diverse Vorgänger im Nachtwächterjob zum Opfer gefallen sind, brechen und beenden wird.

Während das erste Drittel des Films ausgesprochen einschläfernd daherkommt und die zahlreichen Attacken aus den Spiegeln im folgenden Teil weitgehend ungreifbar und physisch unerklärbar bleiben, liefert man im Schlussdrittel dann zumindest für das "Warum" eine ganz handfeste Auflösung an. Denn selbstredend hat das Gebäude eine Historie für die man den beliebten Stempel "dunkle Vergangenheit" mal wieder hervorkramen darf. Oder man klebt einfach an die ersten 70 Minuten dieses viel zu langen Horrorschinkens die letzte halbe Stunde von "The Eye" oder "One missed Call" an. Die Personen in diesen ebenfalls erst kürzlich bei uns gelaufenen Genrekollegen sehen zwar ein wenig anders aus, aber rein handlungstechnisch würde das schon passen.
Nee, im Ernst. Obwohl das Produktionsniveau von "Mirrors" sicher deutlich oberhalb einer typischen DVD-Premiere anzusiedeln und die Hauptrolle prominent besetzt ist, macht es keinen Spaß mehr und ist einfach unglaublich reizlos, sich einen weiteren Film zu Gemüte zu führen wie man ihn im Grunde genau so schon mehrfach innerhalb nur eines einzigen Jahres vorgesetzt bekommen hat. Diesmal sind es halt keine Videokassetten oder Handys. Keine dunklen Wasser oder transplantierte Körperorgane. Diesmal sind es eben Spiegel. Und nun ist auch mal langsam gut.

Volker Robrahn

Hm, HIGH TENSION wäre keineswegs so nervenzerfetzend und für Furore sorgend gewesen, wenn die explizite Gewaltdarstellung nicht gewesen wäre, handlungstechnisch ist dieser Film ja nicht gerade ein Paradebeispiel für Logik und Innovation. THE HILLS HAVE EYES war dagegen erstaunlich solide, ein würdiges Remake, und erfüllte genau das, was man von Aja nach HIGH TENSION erwartete: krasse, explizite Gewalt.

Und dieser hier? Man wird sehen. Die Rezension liest sich jedenfalls mal wieder als eindeutiges Veto gegen die Remakes asiatischer Horrorfilme, das ist man inzwischen schon gewöhnt von Filmszene, ihr seid so durchschaubar geworden! Soll dieser Film tatsächlich so langweilig sein? Manch andere Filmplattformen im Internet sind da dann doch etwas anderer Meinung. Und wenn die Handlung wenigstens über dem Niveau von einem nervenzerfetzenden HIGH TENSION liegt, kann's so schlimm dann auch nicht sein wie hier geäußert.

Aber man ist es ja wie gesagt gewohnt: ob DER FLUCH, PULSE oder der wirklich großartig gelungene RING - Asia-Remakes sind hier Freiwild und werden entsprechend gerne abgeschossen oder wenigstens unter Wert verkauft, das hat schon irgendwie Methode. Und darum ist besonders in diesem Genre bei Filmszene-Rezensionen äußerste Vorsicht geboten!

Homer

5

natürlich ist mirrors 0815 asia-horror-remake kost. und dementsprechend wenig überraschend ist so ziemlich alles, was gezeigt wird. betrachtet man den film aber mal alleine, so gehört er in dieser riege doch zu den besseren remakes und wird genre-fans auch dank zwei-drei richtig ordentliche gore-szenen gut unterhalten. wer aber die von rezensenten erwähnten üblichen horror-filme alle kennt und schon beim letzten ansehen eines solchen nur noch mit den augen rollen konnte, der sollte hier rum einen großen bogen machen.

@Homer: Nicht ganz fair und korrekt, Deine allgemein gehaltene Behauptung hinsichtlich der Filmszene-Aversion gegen US-Remakes von Asia-Horror.

Bitte mal die Besprechungen des ersten "Ring"-Films und insbesondere von "Dark Water" in Erinnerung rufen bzw. nachlesen.

Wie schon erwähnt, Remakes werden mindestens unter Wert verkauft, so auch RING.

DARK WATER werte ich persönlich nicht als Horrorfilm, weder im Original noch im Remake, was den Film natürlich nicht aus der Gruppe entlässt, er bildet die wohlige Ausnahme (wobei ich nun gerade diesen Film als sehr schwach ansehe, sowohl im Original als auch im Remake).

Alle übrigen schnitten hier bei Filmszene schlecht ab, wurden verrissen und größtenteils unter Wert verkauft. Unverdient meiner Ansicht nach. Eine grundsätzliche Abneigung gegen Remakes ist daher unverkennbar. Ich glaube nicht daran, dass irgendwer hier bei Filmszene vorurteilsfrei an die Bewertung eines solchen herangeht.
Tut mir leid, aber in dieser Hinsicht sind die Rezensenten hier auf einem Trip, den ich nicht nachvollziehen kann.

Homer

9

Ich habe den Film bereits dieses Jahr auf dem Fantasy Filmfest gesehen und fand ihn ausgesprochend spannend und technisch brilliant inszeniert. Kiefer Sutherland macht seine Sache auch gut und entlockt dem wissenden Zuschauer einige Schmunzler durch gekonnte "24" Anspielungen. Die Bilder sind (vor allem im Kino) wirklich großartig. Klar läuft der Streifen irgendwo auf gewohnten Bahnen, hebt sich aber doch ganz deutlich vom Einheitsbrei ab und sorgt wirklich für einige Atemstocker. Für mich bisher ein Horror-Hightlight des Jahres. Unbedingt im Kino anschauen!

Ich finde daß Leute die sich sowas anschauen zum Arzt gehen sollten.

Und ich finde, dass Leute, die ein Problem mit solchen Filmen und Fans solcher Filme haben, viel eher Hilfe benötigen.

Homer

Ich finde, dass Ärzte, die Leute behandeln, die Probleme mit solchen Filmen haben, zuerst behandelt werden sollten. Dann braucht keiner mehr zum Arzt. Und sonst passiert ja auch nichts.
piranhaz

@ bis der Arzt kommt:

Und was macht man, wenn der Zuschauer dieses Filmes selber Arzt ist?

8

ACHTUNG SPOILER in der Rezension! Und das gleich im ersten Absatz! Von professioneller Kritik kann hier ja gar keine Rede sein, Herr Robrahn!

@ herr_holle:

Ich fürchte fast, dass ist pure Absicht.
Im Übrigen gehen filmszene-Mitarbeiter scheinbar sowieso davon aus, dass fast jeder Leser das asiatische Original ohnehin schon gesehen hat, und da die amerikanischen Remakes fast grundsätzlich unnötig und schlecht sind für filmszene-Mitarbeiter, ist das doch überhaupt sowas von egal, ob hier gespoilert wird oder nicht.

Homer

Ich gebe dem Film 5 Augen, weil er mir eine wertvolle Erkenntnis gebracht hat. Unser Leben ist kurz. Das wusste ich schon vorher. Aber es gibt eine Möglichkeit, es zu verlängern. Das ist die neue Erkenntnis. Als ich nämlich eine Stunde in dem Film saß und auf die Uhr sah, waren erst zwanzig Minuten vergangen. Als der Film nach fünfeinhalb Stunden zu Ende war, waren erst 111 Minuten vergangen. Das Sehen dieses Films velängerte also die Zeit um das Dreifache. Sobald er auf DVD heraus kommt, werde ich ihn mir kaufen und Tag und Nacht ansehen. Dann kann ich statt fünfundachtizg zweihundertfünfunundfünfzig Jahre alt werden. Das entspricht immerhin der Lebenserwartung der Seychellenschildkröte Adwaitya, dem mämmlichen Pendant der Schildkröte Harriet, die Charles Dawin einst von den Galapagos Inseln mitbrachte. Allerdings war Adwaitya Berichten zufolge noch bis über 200 Jahre kreuzfidel. Das dürfte einem bei diesem Film nicht passieren.

9

Aber man ist es ja wie gesagt gewohnt: ob DER FLUCH, PULSE oder der wirklich großartig gelungene RING - Asia-Remakes sind hier Freiwild und werden entsprechend gerne abgeschossen oder wenigstens unter Wert verkauft, das hat schon irgendwie Methode. Und darum ist besonders in diesem Genre bei Filmszene-Rezensionen äußerste Vorsicht geboten!

Homer

Meine Meinung!Hier wird sehr viel unter Wert verkauft (siehe "John Rambo")...
Schade eigentlich, denn bevor ich mir ein Film anschaue, lese ich mir meistens (spoilerfrei) die Kritik durch, und die is hier ziehmlich unobjektiv...Herzlichst!

Seit neuestem ist es Mode das "Kritiker" gerne und mit bösartigem Vergnügen losspoilern was das Zeug hält.
Frei nach dem Motto: Ich fand den Film schlecht und jetzt verderbe ich euch allen den Spaß.
Cinema macht das seit Jahren, daher halte ich mich von ihr fern und die
TV Movie hat das mit 'The Happening' zur Meisterschaft gebracht...

Hier bei Filmszene.de kommt es leider auch immer wieder vor.

Schade eigentlich. Sonst wäre das eine gute Seite.

5

Gute Rezension. Es ist leider sehr viel verschenkt worden bei dem Film, der richtiges Potential hatte. Spätestens seit Poltergeist 3 weiss ich um die Effektivität der Spiegel-Thematik.

7

Hat TV Movie auch mal bei Sixth Sense gemacht. Das Schlimme war aber, das dieser Spoiler damals in einer Besprechung zu einem anderen Film zu finden war.
Mirrors bekommt von mir 7/10, Tendenz aber eher fallend. An sich war es ein guter Horrorfilm. Bei der Filmszene-Rezension hat man aber das Gefühl, dass nicht (nur) dieser Film bewertet wurde, sondern einige andere mit in die Bewertung eingeflossen sind. Schade eigentlich.

7

Unverhältnismäßige Bewertung.

Ich hab erst vor kurzem Dark Water gesehen. Da der 8 Augen bekam, müsste Mirrors 11 bekommen. Da Ersterer aber (auch als Nicht-Gruselfilm) mit seinen Längen und dazu dümmlichen, wirklich vorhersehbarem Ende maximal 4 verdient hat, macht das akurate 7 für Mirrors, welcher überraschend gut war und mit 'ner sinnvollen Auflösung aufwarten kann.

7

Ich hab mich leider zum Kinostart hin von den 3 Augen abschrecken lassen. Jetzt hab ich ihn aber doch gesehn und muss sagen dass er echt super war.
Es gibt zwar viele kleine Detailfehler, aber im Großen und Ganzen war das ein super spannender und zu jeder Zeit überraschender Horror-Thriller. Von der Spielzeit her niemals zu lang sondern gekonnt eingesetzes Stilmittel um dem Zuschauer ein falsches Ende vorzugaukeln.
Schade dass ich ihn nicht im Kino gesehen hab :(

Hat sich gelohnt den Film zu sehen, aber nur weil ich sonst nicht die lustigen Kommentare dazu gelesen hätte.Der von Martin , der hier über Schildkröten und die Lebenszeit philosophiert und der diesen Kommentar ohne den Film nicht geschrieben hätte,herrlich!Schön geschrieben, der Film ist schlecht, besonders die Szene mit der Nonne, meine Güte....Ich hatte einfach ne zu gute Kindheit um son Scheiß gut zu finden.Aber der Kommentar mit der Schildkröte.....und die Denkansätze dazu->Die sind es wert, den Film zu sehen!Nur um in den Genuß zu kommen eure lustige Diskussion dazu zu lesen war der Film es doch irgendwie wert....Toll:-)

8

besser als ich gedacht habe und sehr gut gemacht. absolut sehenwert!

3

Sorgt das grimmig dreinblickende, anders agierende Spiegelbild zu Beginn noch für gediegenen Grusel, so langweilt dieses sinnentleerte Stilmittel spätestens ab der Hälfte des Films. Auch passt das äusserst brutale Abbleben von Bens Schwester überhaupt nicht zum kinderfreundlichen Rest des Films. Die dermassen blöde und an den Haaren herbeigezogene "Erklärung" für all das Böse hinter den Spiegeln setzt dem Fass aber dann die Krone auf. Lediglich das in solchen Filmen unumgängliche überraschende Ende hebt sich in seiner Ausführung vom Horroreinheitsbrei ein bisschen ab.

8

Gute Story, effektvoll verfilmt allerdings nichts Neues, alles schon mehr oder weniger da gewesen.(S.King „der Der Sensenmann).

6

für einen heimkino samstag bestens geeignet. ich fand ihn sehr spannend gemacht.
klar ist er nicht unbedingt neu, aber muß das rad immer neu erfunden werden?

7

Endlich gesehen, und wie unlängst schon geahnt ein (wieder mal) prima Beispiel dafür, wie unverhältnismäßig die Remakes asiatischer Horrorfilme hier bewertet werden. Von wegen einschläfernd! Von wegen Aja in der Bedeutungslosigkeit! So viel schlechter als "Hills Have Eyes" war dieser hier sicher nicht, und in jeder Hinsicht wesentlich schlüssiger als "High Tension", der seine dichte Atmosphäre fast allein seiner extremen Härte zu verdanken hat ... und diese Härte hat "Mirrors" wirklich nicht nötig, auch wenn Aja dann und wann seine Neigung zu derben, drastischen Szenen auch hier nicht versteckt (warum auch?). Die Schauspieler sind durchweg ok, die Spannung stimmt, die düstere Inszenierung passt, und die Effekte sind prima - was will man mehr verlangen von einem Horrorfilm?
Wie auch immer - guter Film, ohne Frage!

Zum fröhlichen Spoilern des Rezensenten hab ich ja weiter oben schon was geschrieben.

Homer

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