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Mike and Dave need Wedding Dates

Mike and Dave need Wedding Dates
komödie , usa 2016
original
mike and dave need wedding dates
regie
jake szymanski
drehbuch
andrew j. cohen, brenda o'brian
cast
zac efron,
anna kendrick,
adam devine,
aubrey plaza,
sugar lyn beard, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
1. September 2016
homepage
http://www.fox.de/mike-and-dave-need-wedding-dates
bewertung

5 von 10 Augen

wedding d 1Man muss sich nicht mal den Trailer anschauen, im Grunde genügt schon der Titel. Wer ins Kino geht um sich „Mike and Dave need Wedding Dates“ anzuschauen, der dürfte wissen was ihn erwartet: Eine der typisch zotigen amerikanischen Teenie-Komödien nach dem im Grunde immer gleichen Strickmuster. Welches aber auch nicht immer automatisch zieht, denn der Film lief in seinem Entstehungsland ziemlich schwach und bekam auch ziemlich miese Kritiken. Letzteres spielt zwar für diese Art Produktionen eh nur eine nachrangige Rolle, ist aber in Form der Reflexhaftigkeit, mit der dieser Film anscheinend verrissen wird, doch etwas unfair. Denn so völlig misslungen und unwitzig ist der überraschenderweise gar nicht.

wedding d 2Sie halten sich selbst für extrem cool, unwiderstehlich und natürlich auf jeder Party für unentbehrlich. Die Familie von Dave (Zac Efron) und Mike (Adam Devine) sieht das aber völlig anders und untermauert ihre Ansicht auch recht stichhaltig mit ein paar Videos von all den Familienfeiern, die dank Mike & Dave bereits eskalierten und in einer Katastrophe endeten. Als deren Schwester Jeanie (Sugar Lyn Beard) nun zur Hochzeitsfeier lädt, wird die Anwesenheit der beiden Chaoten deshalb nur unter einer Bedingung gestattet: Sie müssen dort von Beginn an in fester, weiblicher Begleitung auftauchen, welche die Aufgabe hat die Beiden in Zaum zu halten. Da das Fest auf Hawaii stattfinden soll, herrscht auch kein Mangel an willigen Damen, die sich auf die geschaltete Anzeige hin melden. Ganz besonders clever stellen sich dabei aber Alice (Anna Kendrick) und Tatiana (Aubrey Plaza) an, die allerdings so ziemlich das Gegenteil von dem sind, wofür sie sich ausgeben.

wedding d 3Hier sind es nämlich die Frauen, die in Wahrheit die wesentlich wilderen und hemmungsloseren Partyhengste darstellen und dies auch nur mit viel Mühe zumindest eine Zeitlang verbergen können. Umso amüsanter ist es aber ihnen dabei zuzuschauen, wie sie auf brav und seriös machen. Da beteuert Alice, dass sie als Hedgefonds-Managerin diese Fonds wirklich extrem hart „hedgt“ und Tatiana nutzt ihre Autorität als vermeintliche Lehrerin um sich den vor Testosteron förmlich platzenden Mike solange wie möglich von der Pelle zu halten. Da die eigentlich sowieso immer gute Anna Kendrick („Pitch Perfect“, Up in the Air“) und sogar noch ein wenig mehr ihre Partnerin Aubrey Plaza („Journey of Love“, „Dirty Grandpa“) sichtbar motiviert agieren und in ihren Rollen aufgehen, erweisen sich die beiden Aktricen als die eigentlichen Trumpfkarten des Films.

wedding d 4Dem vor allem in der ersten Hälfte nicht nur ein paar brauchbare Gags gelingen, sondern der auch die nicht einfache Aufgabe zu bewältigen hat, ein Quartett von laut Rollenbeschreibung wirklich nicht besonders sympathischen Figuren irgendwie trotzdem liebenswert zu gestalten, was auch halbwegs gelingt. Bis es dann irgendwann natürlich doch ausartet und wir mit echten Kracherszenen verwöhnt werden, in denen entweder der nackige Masseur ein paar abgefahrene Liebestechniken demonstriert oder eine Pferdemähne als Bekleidung herhalten muss. Da häufen sich dann doch noch die Fremdschäm-Momente, sowohl für die Akteure auf als auch für den Betrachter vor der Leinwand.

„Genrekonventionen“ heißt wohl der Begriff, der das erklären und rechtfertigen muss, und an denen mangelt es in der Summe auch nicht. Es gab aber nichtsdestotrotz auch schon wesentlich üblere Machwerke aus eben diesem Subgenre der derben Teenie-Klamotte. Die ziemlich absurd anmutende Idee, gleich zwei „seriöse“ Hochzeitsbegleitungen per Anzeige mit fragwürdiger Selbstdarstellung zu suchen, beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit und offenbar hielt man die Story für zu verlockend um sie nicht als Basis für eine Hollywood-Komödie zu verwenden. Das hätte zwar nicht unbedingt sein müssen, hat letztlich aber doch nicht zu einem wirklich schlimmen Film geführt.

Volker Robrahn

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