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Meine Braut, ihr Vater und ich

Meine Braut, ihr Vater und ich
komödie , usa 2000
original
meet the parents
regie
jay roach
drehbuch
john hamburg, jim herzfeld
cast
ben stiller,
robert de niro,
teri polo,
owen wilson,
blythe danner, u.a.
spielzeit
107 Minuten
kinostart
16. November 2000
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

 

„Meet the Parents“ heißt der Überraschungshit des diesjährigen Herbstes im amerikanischen Original. Und dieses Treffen etabliert den vielfach ausgezeichneten „Charakterdarsteller“ Robert De Niro - nach seinem Achtungserfolg mit „Reine Nervensache“ - endgültig als neuen Kassenmagneten in der Gattung „leichte Komödie“. Gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Ben Stiller brennt De Niro hier ein Feuerwerk an Situationskomik ab, das zwar in zahlreichen kleinen und mittleren Katastrophen mündet, den Zuschauer dabei aber bestens unterhalten kann.

Präsentiert wird uns lediglich ein einziges Wochenende aus der Sicht von Greg Focker (Ben Stiller mit einem Rollennamen, der natürlich für diverse Anspielungen herhalten muß). Focker ist auf der Karriereleiter als „männliche Krankenschwester“ zwar nicht allzu weit oben angekommen, führt aber eine glückliche Beziehung mit seiner attraktiven Freundin Pam (Teri Polo) und ist kurz davor, dieser einen Heiratsantrag zu machen.
Der Schlüssel zum Jawort liegt jedoch im Segen von Pams Vater Jack (Robert De Niro). Praktischerweise steht gerade die Hochzeit von Pams Schwester an, und da bietet sich für Greg die Gelegenheit einen ersten guten Eindruck zu machen. Ein paar Infos und Hinweise von Pam (Keine Zigaretten!), und Greg fühlt sich gerüstet. Aber das Wochenende bei den Schwiegereltern in spe entwickelt sich zu einem einzigen Alptraum. Den ersten kleinen Fettnäpfchen folgen ziemliche Blamagen. Dann passieren die ersten Katastrophen und Desaster. Und dann wird es richtig schlimm....

Soviel zur Handlung. Mehr gibt’s nicht. Jeder Versuch von Greg den Schaden zu begrenzen führt nur zu einer Steigerung der Peinlichkeiten. Tapfer versucht er, einigermaßen seine Würde zu behalten, der Zuschauer identifiziert sich und leidet mit ihm. Denn dem Betrachter ist natürlich völlig klar, daß Greg sich halbwegs normal verhält, während Pams Vater Jack einige äußerst bedenkliche Eigenheiten an den Tag legt: Überwachungskameras im ganzen Haus, merkwürdige Telefonate in fremden Sprachen und Lügendetektoren für die Gäste. Ferner eine absolute Inkompetenz im Bezug auf seinen angeblichen früheren Beruf als Blumenzüchter. Nur scheint das außer Greg niemandem störend aufzufallen. 
So kommt es, daß sich Ben Stiller und Robert De Niro ein Duell des Mißtrauens und gegenseitigen Belauerns liefern, bei dem Stiller sich als überraschend ebenbürtiges Gegenüber von De Niro erweist. Die Chemie zwischen den beiden stimmt und Stiller kann hier aus der für ihn typischen Loser-Rolle („Verrückt nach Mary“, „Mystery Men“) wesentlich mehr herausholen als sonst. Wenn sich die beiden Opponenten ein Straßenrennen liefern, bei dem sie sich mit wild entschlossenen Blicken taxieren, blitzt da eine ganze Menge Spielfreude auf, denn De Niro scheint es in letzter Zeit richtig Spaß zu machen, schön schräge Charaktere zu porträtieren. Gerade dadurch aber, daß keine der beiden Hauptfiguren versucht, absichtlich komisch zu sein, sondern jeder mit absoluter Ernsthaftigkeit agiert, ergibt sich die Komik und Absurdität der Situationen. 
Neben dem Duell von Schwiegervater und -sohn in spe bleibt naturgemäß wenig Raum zur Entfaltung für die anderen Darsteller. Lediglich Owen Wilson („Shang-High Noon“) als Pams aalglatter Exfreund, der all das hat was Greg anscheinend fehlt, sticht angenehm heraus. 

Ein Film dessen Handlung absolut vorhersehbar ist? – Sicher, man ahnt zumindest meist was gleich kommen muß. Eine Nummernrevue statt durchdachter Handlung? – Ebenfalls schuldig, euer Ehren! Aber warum denn nicht, wenn es soviel Spaß macht wie hier. Und warum nicht mal eine kleine Erholung vom pubertären Fäkalhumor a la „American Pie“ oder den „verrückten Professoren“? Eigentlich müßte der Rezensent jetzt sogar schreiben: „Ein Spaß für die ganze Familie“. Was hiermit geschehen ist, denn genau das ist „Meine Braut, ihr Vater und ich“. Und das erklärt vielleicht auch, warum sich diese fast schon liebenswert altmodische Komödie über 4 Wochen auf dem ersten Platz der US-Kinocharts halten konnte. Erfreulich für Robert De Niro und Ben Stiller. Erfreulich für die Zuschauer.

Volker Robrahn

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