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Mein Freund, der Wasserdrache

Mein Freund, der Wasserdrache
fantasy , usa/großbritannien 2007
original
the water horse: legend of the deep
regie
jay russell
drehbuch
robert nelson jacobs
cast
emily watson,
david morrissey,
ben chaplin,
brian cox,
alex etel, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
7. Februar 2008
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

 

In der heutigen Zeit kehrt ein Urlauberpärchen in einen schottischen Pub ein und entdeckt dort an der Wand ein angebliches Foto des berühmten Ungeheuers von Loch Ness. "Natürlich ist das eine Fälschung" erklärt ihnen ein alter Einheimischer (Brian Cox), nur um den Beiden kurz darauf die wahre Geschichte hinter der Legende zu erzählen. Denn eine Art Seeungeheuer, das hat es tatsächlich gegeben, damals in den dunklen Tagen des zweiten Weltkriegs.
In dieser Zeit wuchs der junge Angus (Alex Etel) auf, dessen Vater aus dem Feldzug nicht mehr zurückkehrte und dessen Mutter Anne (Emily Watson) nun ihre beiden Kinder mit Mühe und Not alleine durchbringt. Zwar bessert sich die wirtschaftliche Situation, als die britische Armee den Hof der Familie zum Basislager umfunktioniert, allerdings zieht auch ein rauerer Ton ein. Insbesondere der verbissene Captain Hamilton (David Morrissey) sieht sich berufen, dem Jungen Disziplin und militärischen Drill einzutrichtern. Dabei hat der ganz andere Interessen, gilt es doch ein Geheimnis zu bewahren. Denn Angus hat am Strand ein Ei gefunden, aus dem ein merkwürdiges kleines Wesen geschlüpft ist. Von dem Einzelgänger Lewis (Ben Chaplin) erfährt er, dass es sich dabei um den legendären Wasserdrachen handelt, ein Wesen von dem immer nur ein Einziges zur Zeit existiert, bis ein neues Ei gelegt wird. Der auf den Namen Crusoe getaufte kleine Drache wächst jedoch rapide und bald ist es nicht mehr möglich, ihn im Haus zu verbergen. Obwohl es ihm sehr schwer fällt, muss Angus seinen Begleiter also dem nahen See überlassen, doch auch dieser entpuppt sich als äußerst gefährlich, als die Kriegshandlungen eskalieren.

Obwohl fast jedes Kind schon mal vom Ungeheuer von Loch Ness gehört haben dürfte, gibt es dazu, im Gegensatz zu den "King Kongs" und "Bigfoots" dieser Welt, bisher keine besonders bekannten Verfilmungen. Dieser aktuelle Versuch kommt nun in der äußeren Form eines Kinderfilms daher, vermeidet aber den Namen "Nessie" komplett und den Begriff "Loch Ness" weitgehend. Stattdessen möchte man hier einen spektakulären Fantasyfilm verkaufen, dessen Zielgruppe das Plakat bereits deutlich umreißt, prangt dort doch fast genauso groß wie der eigentliche Filmtitel der Satz "Von den Machern der Chroniken von Narnia".
Ganz so kuschelig wie in der Erfolgsproduktion von Walden Media geht es hier aber beileibe nicht zu, dient doch die ständig präsente Kriegskulisse keineswegs nur als beliebiger Hintergrund, sondern ist vielmehr integraler Bestandteil der ziemlich dramatischen Handlung. Statt der leicht penetranten christlichen Symbolik von "Narnia" präsentiert dieselbe Produktionsfirma nun ein erstaunlich düsteres Werk, in dem zudem das Gebaren der Militärvertreter reichlich fragwürdig und unsympathisch rüberkommt (und wir reden hier mal nicht von den üblichen bösen deutschen Gegnern, denn die bleiben gesichtslos). Die soziale Situation ist elend, der Vater wohl im Krieg gestorben und der Druck auf den introvertierten Angus gewaltig. Nicht wirklich ein Kinderfilm also, was aber nicht bedeuten soll, dass hiermit dem Nachwuchs vom Filmbesuch abgeraten werden soll. Nur entwickelt sich die Handlung um den kleinen Wasserdrachen Crusoe zeitweise fast zum Nebenstrang, wenn sich Mutter Anne den Avancen des Captains erwehren muss oder der angebliche Deserteur Lewis kritische Fragen gestellt bekommt.

Der Drache ist dabei gekonnt animiert und wenn Angus später auf seinem Rücken reitet, gelingen den Effektschmieden einige beeindruckende Bilder. Auch wenn die Handlung selbst in gewohnten Bahnen verläuft und keine echten Überraschungen bietet (denn auch die "Enthüllung", um wen es sich bei dem alten Erzähler letztendlich handelt, ist nun wahrlich keine) überzeugt "Mein Freund, der Wasserdrache" durch ein solides und gut aufgelegtes Darstellerensemble sowie eine sehr stimmige Atmosphäre samt beeindruckender Landschaftsaufnahmen. Das ist doch Einiges und allemal mehr, als man von der x-ten aktuellen Verfilmung eines Jugendbuches aus dem Bereich "Fantasy" überhaupt noch erwartet hätte. Empfehlenswert.

Volker Robrahn

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