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Männer wie wir

Männer wie wir
komödie , deutschland 2004
original
regie
sherry hormann
drehbuch
benedikt gollhardt
cast
maximilian brückner,
dietmar bär,
christian berkel,
lisa maria potthoff,
rolf zacher, u.a.
spielzeit
106 Minuten
kinostart
7. Oktober 2004
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

 

Der junge Ecki ist in seinem münsterländischen Heimatdorf als Torwart der örtlichen Fußballmannschaft eigentlich ein Lokalheld, was sich jedoch ziemlich schnell ändert, als er seiner Mannschaft den erhofften Aufstieg vermasselt und danach auch noch anstatt mit der schnuckeligen Carola, die sich ihm zum Trost mit frischer Intimrasur anbietet, lieber mit einem seiner Kumpels knutschen will. Ecki ist schwul, und wird daraufhin schneller aus der Mannschaft geschmissen, als Andi Möller zum Hinfallen braucht. Aus Trotz verspricht er seinen homophoben Ex-Mitspielern eine Revanche in vier Wochen - gegen eine komplett schwule Mannschaft. Zur Erfüllung dieser Mission reist Ecki in die Großstadt - in diesem Falle charmanterweise Dortmund - und macht sich mithilfe seiner Schwester Susanne an die Rekrutierung von elf Freunden, die nicht nur auf dem Rasen gern zusammen spielen.

Zugegeben: Der Inhalt von "Männer wie wir" klingt vielleicht ein bisschen nach leicht peinlicher deutscher Schwulenkomödie, und auch die Anwesenheit von Sherry Hormann auf dem Regiestuhl mag zunächst stutzig machen. Nicht nur, weil Frau und Fußball sich irgendwie beißt, sondern auch, weil sie mit "Frauen sind was Wunderbares" und "Irren ist männlich" eine der Hauptverantwortlichen für den Boom deutscher Beziehungskomödien Mitte der 90er war - und über deren mehrheitliche Qualität kann man durchaus geteilter Meinung sein. Aber allen Unkenrufen zum Trotz erweist sich "Männer wie wir" als äußerst positive Überraschung, und nicht nur, weil er sogar als Fußball-Film zu überzeugen weiß: Was leicht in ein flachsinniges Durchkauen aller geläufigen Schwulenklischees hätte abdriften können, präsentiert sich als kurzweilige und wirklich komische Kinounterhaltung, die ihre vermeintlichen Klischees überzeugend mit Leben füllt.
Denn natürlich kommt bei Eckis Suche nach neuen Mitspielern ein bunter Haufen aus der Homo-Stereotypen-Kiste zusammen: Zwei brasilianische Samba-Mäuse als Wundersturm, drei glatzköpfige Leder-Mannsbilder - aufgelesen im Hardcore-Club "Stahlrohr" -, ein Borussia-Fan und Thekenbruder, der sein Coming Out noch vor sich hat, und natürlich der sensible Krankenpflege-Zivi Sven als love interest für Ecki. Doch schon in dieser Rekrutierungsphase überrascht das befürchtete verkrampfte Spiel mit den sexuellen Orientierungen durch gelungene Gags, die verdiente Lacher ernten. Der Film geht locker und aufgeschlossen mit seinen Charakteren um, und die Behandlung des Themas Homosexualität gerät ebenso unprätentiös wie umfangreich: In zahlreichen Subplots werden die jeweiligen Hintergrundgeschichten verschiedener Teammitglieder ebenso wie die Schwierigkeiten von Eckis Eltern mit dem Dorfklatsch ausgeleuchtet. Dass gerade diese Parts ohne viele Klischees auskommen und richtig gut erzählt sind, macht "Männer wie wir" von einer guten zu einer richtig guten Komödie. Denn anstatt seine Figuren in ihren Rollenklischees für den einfachen Gag stecken zu lassen, entwickelt er die Charaktere weiter und nutzt die Möglichkeiten eines großen Ensembles (denn elf Freunde müssen es ja nun mindestens sein) für eine breit gefächerte und sensible Behandlung der Schwulen-Problematik. Dass ist angenehm frei von Plattitüden, schön abwechslungsreich, und zu keinem Zeitpunkt gibt's zuviel moralischen Zeigefinger, als dass man darüber das Lachen vergessen würde.
Da macht es auch nichts, dass Autor Benedikt Gollhardt seine Geschichte ziemlich clever zusammengeklaubt hat und man leicht Elemente aus "Ganz oder gar nicht", "Cool Runnings" oder dem thailändischen Festival-Hit "Iron Ladies" (die Verfilmung einer realen Geschichte um eine schwule Volleyball-Mannschaft) wieder erkennt, von denen manche hier mehr schlecht als recht hineinpassen. Rolf Zachers Nebenrolle als ausgebrannter Ex-Trainer zum Beispiel ist ein unverhohlenes Zitat auf John Candys Charakter aus dem Comedy-Klassiker um die jamaikanische Bob-Mannschaft, allerdings wirkt die Figur hier ein bisschen überflüssig und man wäre auch ganz gut ohne sie ausgekommen. Ansonsten werden tüchtig dramaturgische Standards des Sportfilms berücksichtigt, aber die gehören bei einem Genrefilm ja auch dazu, und gut kopiert ist schließlich erwiesenermaßen besser als schlecht selbst gemacht.
Nachdem im September schon "Sommersturm" hervorragend die Ankunft schwuler Hauptcharaktere im Drama-Bereich des deutschen Kinos einläutete, erledigt "Männer wie wir" diese Aufgabe jetzt postwendend fürs Komödienfach - ein zumindest qualitativ erfolgreicher Doppelschlag für die Liberalisierung des Mainstreams. So offen, unverkrampft und lustig machen auch deutsche Beziehungskomödien wieder Spaß.

Frank-Michael Helmke

8

Klar bedient "Männer wie wir" sämtliche Schwulenklischees.
Aber er soll ja auch kein problembeladenes Sozialdrama sein.
Schon mal davon gehört, dass überzogene Stereotypen als Stilelement für Komödien dienen?

Ich fand ihn herrlich unterhaltsam.
Und die Fahrstuhl-Szene war doch so richtig lecker :-)
Tja, und nebenbei gesagt war Carlo Ljubek als böser Udo und Ballack-Anspielung auch ein richtiges Sahneschnittchen und dazu auch noch richtig gut und überzeugend.
Die erste Panpage für Carlo Ljubek ist übrigens ;-) hier zu finden: www.ljubek-fan.de

hallo ich finde den film toll

Ich finde den Film total witzig!! Ich hab ihn mal im Fernsehen gesehen und mir dann kurz danach die DVD besorgt.
Natürlich kommen viele Klischees darin vor, aber da diese wirklich witzig in Szene gesetzt sind, tut das dem Film keinen Abbruch.
David Rott hat Sven wirklich klasse verkörpert und Maximilian Brückner ist als Ecki auch absolut niedlich!!^^ Die Aufzugszene ist wunderschön, aber im Film leider sehr verstümmelt worden. Wer diese erotische Sex-Szene in voller Länge genießen will, sollte sich auf jeden Fall die DVD kaufen, denn auf dieser ist sie im Bonusmaterial enthalten. Glaubt mir, es lohnt sich!! ;)

Ich finde den Film jedenfalls toll, auch wenn ich es für Blödsinn halte, ihn mit "Sommersturm" zu vergleichen. Mann kann diese Filme nicht auf eine Stufe stellen, "Sommersturm" ist keine Komödie und die Aussage sowie der Zweck des Films sind komplett anders als bei "Männer wie wir".
Trotzdem ist der Film meiner Meinung nach sehr gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert!! :)

10

Ich finde den Film echt suuuuper..
Er zeigt,dass auch schwule Fußball spielen können..,
dass finde ich guut.
Ich kaufe ihn mir zu 100% auf DVD:)

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