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London Nights

London Nights
episoden-drama , großbritannien 2009
original
unmade beds
regie
alexis dos santos
drehbuch
alexis dos santos, marianela maldonado
cast
fernando tielve,
deborah francois,
michiel huisman,
iddo goldberg, u.a.
spielzeit
93 Minuten
kinostart
12. August 2010
homepage
http://www.londonnights.de
bewertung

7 von 10 Augen

Alleine in einer fremden Stadt - das kann jede Menge Probleme aber auch jede Menge Spaß bedeuten. Am ehesten wohl etwas von beidem, und genau das greift der argentinische Newcomer Alexis Dos Santos ("Glue") in seinem Film "London Nights" auf. Was die Probleme angeht, ist das dank einer oberflächlichen Story und simpler Charaktere zwar nicht so überzeugend, was hier abgeliefert wird, aber das mit dem Spaß kriegt der Film ziemlich gut hin. Dank schmissigem Soundtrack, interessanter Atmosphäre und vielen charmanten Dialogen wird "London Nights" so zu einem klassischen Feel-Good-Film und einer durchaus sympathische Option für einen kurzweiligen Kinoabend.

Dabei haben die beiden Hauptfiguren des Films ja eigentlich nur Probleme. Um seinen verschollenen Vater zu finden, begibt sich der junge Spanier Axl (Fernando Tielve) nach London, wo die hübsche Belgierin Vera (Deborah Francois) gerade ihre gescheiterte letzte Beziehung verarbeiten will. Wer an diesem Punkt nun glaubt, er wisse wie diese Geschichte ausgehe, der irrt gewaltig. Denn da gibt es noch einen geheimnisvollen Schönling (Michiel Huisman) und den partysüchtigen Mike (Iddo Goldberg), die beide das Leben von Axl und Vera gehörig durcheinander bringen.

Im Wesentlichen präsentiert uns Dos Santos, der auch das Drehbuch verfasst hat, hier zwei meist getrennt voneinander ablaufende Handlungsstränge. Auf der einen Seite ist da Axl, der auf der Suche nach seinem Vater in der WG von Mike landet und von diesem in das Partyleben Londons eingeführt wird. Auf der anderen Seite die introvertierte Vera, deren Leben durch einen charmanten Fremden plötzlich wieder neuen Sinn zu ergeben scheint. Dass beide Stränge funktionieren, liegt vor allem daran, dass der Film in beiden Fällen eine sympathisch-lockere Atmosphäre aufbaut, die sich schnell auch auf den Zuschauer überträgt.
Im Fall des Axl-Strangs liegt das vor allem an der wundervoll von Iddo Goldberg gespielten Nebenfigur Mike, der stets dafür sorgt, dass Axl auch ja nicht nüchtern nach Hause kommt. Nicht, dass Axl sich jetzt wirklich dagegen wehren würde. Bei Vera ist es dagegen eine Überdosis Romantik, die dem Zuschauer durchaus erfolgreich injiziert wird, was nicht nur an dem natürlichen Charme der beiden Darsteller Deborah Francois und Michiel Huisman liegt, sondern vor allem an einigen wundervollen Dialogen. Davon gibt es überhaupt jede Menge in "London Nights" und diese tun dem Film genauso gut wie sein ziemlich überzeugender Soundtrack. Hier hatte man ein gutes Näschen und packt fast immer den richtigen Song zur richtigen Zeit aus.

Ja, Atmosphäre ist alles und wer sich hier einfach fallen lässt und genießt, ohne das Ganze zu hinterfragen, dem kann man dafür nicht wirklich böse sein. Aber es sei an dieser Stelle doch darauf hingewiesen, dass die Gute-Laune-Atmosphäre dann doch nicht alle Schwächen so ganz übertünchen kann. Denn ein bisschen fehlt dann doch die Tiefe, was vor allem beim Handlungsstrang rund um die Suche nach Axls Vater deutlich wird. Diese Geschichte nimmt nie so wirklich Fahrt auf, passt eigentlich auch gar nicht so richtig in den Film und entlässt den Zuschauer am Schluss dann auch noch mit einer wirklich banalen Botschaft. Das hätte man sich dann doch gleich ganz sparen können.
Auch im Falle von Vera bleibt, bei all dem Charme ihrer geheimnisvollen Begegnungen mit ihrem Liebhaber, dann doch am Schluss nicht wirklich viel hängen. Süße Belgierin und charmanter Posterboy, viel mehr haben die Figuren nicht wirklich zu bieten. Und das einzige wirkliche Hindernis bei der Annäherung der Beiden ist dann auch nur Vera selbst, und zwar mit ihrer "Ich will, dass wir uns nur zufällig treffen"-Einstellung. Nette Dialoge und schmissiger Soundtrack hin oder her, ein klein bisschen mehr hätte es hier dann doch sein können.

Unter dem glitzernden Geschenkpapier steckt dann eben doch nicht so wahnsinnig viel Inhalt. Aber ist ja nicht ganz so schlimm, wenn die Verpackung eben doch einfach nett anzuschauen ist.

Matthias Kastl

ich muss dem rezensenten wohl widersprechen, ich komm grade aus dem kino und bin immernoch ganz verzaubert. an sich stimmt es ja dass an handlung am ende nicht viel rauskommt, aber darum gehts ja auch garnicht, sondern um die ganzen schönen ideen und bilder und dialoge und gefühle. und mal ehrlich es wurde schon genug filme mit nicht viel handlung aber viel stimmung von filmszene gelobt, also ich möchtes diesen hier loben :)

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