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Liebe auf den zweiten Blick

Liebe auf den zweiten Blick
romantische komödie , usa 2008
original
last chance harvey
regie
joel hopkins
drehbuch
joel hopkins
cast
dustin hoffman,
emma thompson,
eileen atkins,
james brolin, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
16. April 2009
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

In "Schräger als Fiktion" hatten Dustin Hoffman und Emma Thompson vor ein paar Jahren nur wenige gemeinsame Szenen, waren sich aber trotzdem auf Anhieb so sympathisch, dass der Wunsch nach einer weiteren, diesmal etwas ausführlicheren Zusammenarbeit entstand. Diese Gelegenheit ergab sich, als der junge Regisseur Joel Hopkins sein speziell auf Emma Thompson ausgerichtetes neues Drehbuch auf deren Bitte hin auch noch in Richtung Hoffman umarbeitete und somit ein Film Form annahm, der von vornherein ganz auf seine beiden Hauptdarsteller zugeschnitten ist.

Zuerst begegnen wir Harvey Shine (Dustin Hoffman). Der New Yorker Komponist von Werbe-Jingles bekommt kurz vor dem Abflug zur Hochzeit seiner Tochter noch mitgeteilt, dass sein Job auf der Kippe steht und man ihn für zukünftige Projekte wohl kaum noch berücksichtigen wird. Damit liegt auch Harveys Berufsleben schon beinahe genauso in Trümmern wie das Private. Denn den Flug nach London tritt er eh nur widerwillig an, zu sehr hat er sich mittlerweile von seiner Familie entfremdet und fühlt sich gegenüber Ex-Frau und Tochter auch und vor allem angesichts seines überall beliebten "Nachfolgers" als ein ziemlicher Verlierer. Dementsprechend deprimierend verläuft auch der gemeinsame Abend vor der Hochzeit und als Tochter Susan (Liane Balaban) ihm schließlich eröffnet, dass sie sich lieber von ihrem Stiefvater Brian (James Brolin) zum Altar führen lassen möchte, beschließt Harvey zu gehen. Am Flughafen begegnet ihm aber erneut die dort arbeitende Kate (Emma Thompson), deren Umfragewunsch er auf dem Hinweg noch barsch abgelehnt hatte. Man kommt ins Gespräch und Harvey gelingt es mit Witz und Charme, die anfangs abweisende Kate davon zu überzeugen, gemeinsam zur Hochzeitsfeier zurückzukehren.

Es ist, wenig überraschend, reinstes Schauspielerkino, das wir hier zu sehen bekommen, und es obliegt voll und ganz den beiden Oscargewinnern Hoffman und Thompson, die etwas grob und holzschnittartig gestrickte Geschichte mit Leben zu füllen. Da die Beiden das natürlich können und für die schließlich von ihnen selbst mit angestoßene Independent-Produktion außerdem auch ausreichend motiviert sind, gelingt dieses Vorhaben entsprechend mühelos. Die Qualität des Films ergibt sich damit dann fast von selbst, denn alles andere ist lediglich noch Beiwerk, inklusive den auch nicht gerade unfähigen übrigen Darstellern.
In der ersten Hälfte zeigen Hoffman und Thompson uns zwei unglückliche und mit ihrem Leben unzufriedene Menschen, denen es nur sehr mühsam (und im Falle von Harvey dann schließlich irgendwann überhaupt nicht mehr) gelingt, die äußere Fassade aufrecht zu erhalten. Um diesen Punkt zu erreichen treibt es das Drehbuch allerdings ziemlich dicke und lässt insbesondere auf Harvey erst einmal jede erdenkliche Katastrophe und jedes peinliche Missgeschick zu rollen, das denkbar ist. Des zusätzlichen Damoklesschwertes des drohenden Jobverlustes hätte es dabei eigentlich gar nicht mehr bedurft um trotzdem ausreichend Mitleid und Sympathie zu kreieren.
Dass dieser Harvey trotz seines gelegentlich unverständlichen Verhaltens und selbst verschuldeter Misserfolge mit hohem Fremdschämfaktor aber so liebenswert rüberkommt, dass man als Zuschauer auf seiner Seite bleiben und mitleiden kann, ist dann natürlich in erster Linie der Leistung von Dustin Hoffman zu verdanken, der seine Figur souverän über einen schmalen Grat manövriert. Spätestens als in den Szenen mit Kate dann aber plötzlich wieder Energie durch seinen vorher schlaff durch die Gegend schlurfenden Körper strömt und Harvey sich kreativ und einfallsreich um diese Frau bemüht, hat er das Publikum in seiner Hand und lässt es gemeinsam mit ihm hoffen und zittern.
Emma Thompson hat es dagegen etwas schwerer, ihrer Kate Facetten und Tiefe zu verleihen, denn wie schon der Originaltitel "Last Chance Harvey" andeutet, geht es hier doch vor allem um eben jenen. Was etwas überrascht wenn man bedenkt, wer zuerst in das Projekt involviert war und für wen es ursprünglich angelegt wurde. Wir erfahren aber nicht viel mehr als dass Kate einen emotionalen Schutzpanzer um sich aufgebaut hat und von ihrer schrulligen Mutter ständig mit Telefonanrufen bombardiert wird. Sämtliche Initiative geht von Harvey aus und an dem ist es dann auch, den unvermeidlich auftretenden Konflikt zu lösen, der das glückliche Ende für die beiden verwundeten Seelen dann noch etwas hinausschiebt.

Ein Konflikt und ein "Problem", das im Grunde gar keines ist, und deshalb erneut darauf hinweist, dass wir es mit einem etwas bemüht konstruierten Drehbuch zu tun haben. Auch wenn man sich daran stört, kann man trotzdem etwas Freude an der Geschichte haben und am Ende auch mit einem guten Gefühl aus dem Saal gehen. Dass das Ganze letztendlich aber nur ein Vehikel ist, welches den Hauptzweck erfüllt, seinen beiden Hauptdarstellern reichlich Raum zum Glänzen zu verschaffen - das erkennt man hier auch schon auf den ersten Blick.

Volker Robrahn

Langweiliger Mist ohne jegentlicher Sin !!

6

warum muss alles einen sinn haben, mike!?

7

sinn? ich wäre schon dankbar für ne gute rechtschreibung, mikel. echt. so hohl, dass du nichtmal das wort "sinn" schreiben kannst, aber gross die klappe aufreissen.

der film ist kein grosskunstwerk, aber immerhin sind die schauspieler unglaublich gut, haben laune gehabt beim dreh und die story hat doch hier und da ihre überraschungen.

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