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Legend of Evil Lake

Legend of Evil Lake
martial arts , südkorea 2003
original
cheonnyeon ho
regie
kwang-hoon lee
drehbuch
hong ju-ri
cast
jun-ho jeong,
hyo-jin kim,
hye-ri kim, u.a.
spielzeit
92 Minuten
kinostart
30. Dezember 2004
homepage
bewertung

3 von 10 Augen
 

 

Vor eintausend Jahren wurde der letzte der bösen Hexer vernichtet und seit genau dieser Zeit besteht das große koreanische Reich Shilla. Doch jetzt wird es von Bürgerkriegen erschüttert und Königin Chinsong muss um das Fortbestehen der Dynastie bangen. Ihr treuester Helfer und Gefolgsmann ist der überaus tapfere General Biharang, der aber ihre heimliche Liebe nicht erwidert. Noch viel schlimmer ist aber, dass sich der General auch noch zur Ruhe setzen und seine Freundin, das einfache Bauernmädel Jaunbie, heiraten will. Diese wird jedoch bei einem brutalen Überfall scheinbar getötet, nur um kurz darauf als mörderische Kämpferin mit unglaublichen Fähigkeiten zurückzukehren. Denn dummerweise plumpste sie in genau den verfluchten See, welcher die Seele des oben erwähnten "letzten bösen Hexers" konservierte. Von dessen Geist (und vor allem dessen Durst nach Rache) besessen, wütet das ehemals liebliche Mädel nun gar fürchterlich unter den Gefolgsleuten der Königin. Und während die mit allen Mitteln versuchen, die Bestie zu töten, hat der edle General die Hoffnung noch nicht aufgegeben, seine Geliebte vom fiesen Fluch zu befreien.

Um diese Ausgangssituation zu erreichen, braucht die koreanische Märchenstunde von Kwang-Hoon Lee nicht einmal eine halbe Stunde. Und von da an gibt es handlungstechnisch dann keinerlei Bewegung mehr: De Soldaten der Königin jagen das bleich geschminkte Mädel im "Exorzist"-Gedächtnisoutfit und dieses spielt mit ihnen eine Filmstunde lang Katz und Maus. Wobei die Mäuse hier zahlreich und extrem brutal zu Tode kommen, gerne auch mal in zwei gleichgroße Hälften zerteilt. Und wer jetzt immer noch ein weiteres Filmkunstwerk aus Asien hinter diesem Film vermutet, dem sei Folgendes ins Filmhandbuch geschrieben: Nicht jeder Film aus Fernost, der es in unsere Kinos schafft, gehört zur absoluten Creme de la Creme. Nein, im Gefolge der innovativen Meilensteine aus China, Hongkong oder Japan schleicht sich nun wohl auch das eine oder andere flache B-Picture auf die deutschen Leinwände. Denn dieser Mr. Lee ist weder ein Ang Lee, noch ein Takeshi.
Und er ist schon gar kein Zhang Yimou, der sich nach "Hero" nun mit dem "House of Flying Daggers" bereits als Wiederholungstäter im Fabrizieren von echten Meisterwerken zu erkennen gibt. Mit den intelligenten und raffinierten Werken der genannten Herren hat diese Legende vom bösen See nämlich außer der asiatischen Herkunft kaum etwas gemein. Die Farben und Kulissen vielleicht, sowie einige gelungene Special Effects und Schwertkämpfe. Diese allerdings in einer sich ständig wiederholenden und daher stark ermüdenden Vielzahl (nicht Vielfalt!), denn da der Film auf eine komplexe und interessante Geschichte von vornherein verzichtet, wird hier eben ordentlich mit Action und Gewalt geprotzt.
Dabei bleiben sämtliche Charaktere so blass und ausdruckslos, dass einen das eigentlich auf große Gefühle angelegte, tragische Liebestriangel hier seltsam kalt lässt. Und wenn weder für den Kopf noch für das Herz etwas abfällt, dann bleibt halt nicht mehr viel. Letztendlich nämlich ein Film, der nur wirklichen Genre - und Splatter-Fanboys zumindest etwas Freude in den Alltag bringt und damit auf den einschlägigen Fantasy-Filmfesten auch gut genug aufgehoben ist. Ins "normale" Kino hätte dieses uninspirierte Werk nicht unbedingt kommen müssen, zumal es die unerfreuliche Gefahr birgt, dass der ahnungslose Filmfreund die falsche Tür wählt, wenn in Kürze auch die "Fliegenden Messer" anlaufen. Und das wäre nun wirklich tragisch.

 

Volker Robrahn

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