kleine Werbepause
Anzeige

Leben oder so ähnlich

Leben oder so ähnlich
drama , usa 2002
original
life or something like it
regie
stephen herek
drehbuch
dana stevens, john scott sheperd
cast
angelina jolie,
edward burns,
tony shalhoub, u.a.
spielzeit
104 Minuten
kinostart
10. April 2003
homepage
bewertung

1 von 10 Augen

 

Reporterin Lanie (Angelina Jolie, "Tomb Raider", "Nur noch 60 Sekunden") führt ein perfektes Leben. Sie hat einen tollen Job mit erfolgversprechenden Zukunftsaussichten, einen berühmten Baseballspieler als Freund, ein blendendes Aussehen und Neider, die ihr all das Tolle bestätigen. Doch eines Tages, als sie mit Exfreund und Widersacher Pete (Edward Burns, "15 Minuten") eine Reportage drehen soll, trifft sie auf den Obdachlosen Jack (Tony Shalhoub). Dieser wird zu Sportergebnissen befragt, die er stets zutreffend voraussehen kann. Dies ist an diesem Tag allerdings nicht alles, was er sieht: er sagt Lanie ihren Tod für den kommenden Donnerstag voraus. Lanie denkt zunächst an einen Scherz von Pete, doch als alle anderen Weissagungen sich bestätigen, beginnt sie, über ihr Leben nachzudenken.

Soweit so gut, soweit soviel Potential für eine interessante und witzige Geschichte, das hier gnadenlos verschenkt wird. Lanie beginnt, an ihrem oberflächlichen und durchgeplanten Leben zu zweifeln und das in derart platten Szenen und Dialogen, dass es kaum zu ertragen ist. Auch ihr Umschwung ins "Tiefgründige" ist derartig abrupt und unglaubwürdig, dass es schmerzt. Spätestens nachdem Lanie einsieht, dass sie sterben wird, ist der Rest der Geschichte voraussehbar. Aber hier macht es nicht einmal mehr Spaß, all das Vorhersehbare auch zu erraten, man stöhnt nur noch auf, weil es wirklich so unmotiviert passiert. Hier haben die Drehbuchautoren John Scott Sheperd und Dana Stevens eine simple Geschichte um eine noch simplere Lebensphilosophie gezimmert: Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter. Ui, wie originell! Die Botschaft wird auch für den unaufmerksamsten Zuschauer noch oft genug deutlich formuliert. Dazu werden auf plumpest mögliche Art und Weise dem Zuschauer Denkanstöße untergeschoben wie "Wem hättest du noch was zu sagen, wenn du wüsstest, das du bald stirbst?"

Hier spielen nur künstliche Figuren eine gekünstelte Geschichte, in die man sich nur im Extremfall wird hineinversetzen können. Eine im Marilyn-Monroe-Look gestylte Angelina Jolie, die plötzlich anfängt, in ihrer durchgestylten Wohnung Rockmusik zu hören und Jogginghosen zu tragen; ein bodenständiger und noch halbwegs sympathischer Pete, der trotzdem der abartig egozentrischen Reporterin verfällt: das alles ist nicht einmal schlimm genug, um wieder witzig zu sein, sondern nur ärgerlich. Zumal schauspielerisches Talent tunlichst verborgen bleibt, das man zumindest nach "Durchgeknallt" Frau Jolie nicht absprechen kann.

Man hofft jedenfalls die meiste Zeit, dass der Hellseher sich irrt und die Reporterin bereits vor Donnerstag das Zeitliche segnet, nur damit das Grauen ein Ende hat. Und die Lehre, die man daraus ziehen kann: Verschwende den potentiell letzten Tag deines Lebens nicht mit Filmen wie diesem! Oder so ähnlich.

Vera Kampschulte

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
6 + 3 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.