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Lampedusa

Lampedusa
drama , italien/frankreich 2002
original
respiro
regie
emanuele crialese
drehbuch
emanuele crialese
cast
vincenzo amato,
valeria golino,
francesca casisa, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
10. April 2003
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Emanuel Crialese zählt zu den jungen Talenten der neuen italienischen Filmemachergeneration. Nach neun Jahren Spielfilm-Arbeit in den USA ("Once we were strangers"), zieht es ihn schließlich auf den südlichsten Zipfel seiner Heimat zurück - die sizilianische Insel Lampedusa.
Eigentlich wollte Crialese auf der Fischerinsel nur eine kleine Auszeit nehmen, und stieß ausgerechnet dort auf den Stoff für seinen neuen Film: "Eine Legende der Insel hat mich zu dem Film inspiriert. Die Geschichte dieser jungen Mutter, auf die die Dorfbewohner nur herunter schauen. Sie dachten, sie wäre verrückt, denn sie bewegte sich ein wenig außerhalb der strengen Regeln und Normen der kleinen Gesellschaft, in der sie lebte. Eines Tages verschwand die Frau - zurück blieben nur ihre Kleider am Strand. Die Zeit verging und so wurde sie eine Legende."
Crialese sieht seine Legendenfigur, Grazia (Valeria Golino), als eine junge Frau voller Abgründe. Sie ist einerseits die liebende Ehefrau von Pietro (Vincenzo Amato) und Mutter eines pubertierenden Mädchens (Veronica D' Agostino) und von zwei aufmüpfigen Jungen (Francesco Casisa, Filippo Pucillo). Andererseits ist Grazia eine Persönlichkeit voll innerer Höhen und Tiefen, stürmisch wild; zu unberechenbar für die biedere Dorfgemeinschaft. Ihre antiautoritäre Beziehung zu ihren Kindern und ihr schwankendes Wesen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, stoßen bei ihrem Mann Pietro und dessen Verwandtschaft auf immer größeres Unverständnis. Pietro gerät immer stärker unter den Druck der Familie und der Dorfgemeinschaft - gemeinsam entscheidet man sich, Grazia zur Therapie nach Mailand zu schicken.
Als Grazia davon erfährt, flieht sie Hals über Kopf aus dem Dorf. Ihr ältester Sohn Pasquale (Francesco Casisa), zu dem sie eine besonders innige Bindung hat, versucht ihr zu helfen. Er erzählt ihr von einer Höhle in den Klippen, in der sie sich verstecken und er sie mit Essen und Kleidung versorgen kann.
Während Grazia sich in der Höhle verborgen hält (einen besseren Plan hat sie sowieso nicht), beginnt sich bei Pietro und den übrigen Dorfbewohnern das schlechte Gewissen zu regen - haben sie die schöne Wilde womöglich in den Selbstmord getrieben?
Schon der Fürst von Lampedusa schwärmte einst: "Das Meer. Das Meer in Sizilien ist das farbigste das ich je gesehen habe." Zweifelsfrei ist es Crialese gelungen, die Magie von Lampedusa einzufangen. In sonnengebleichte Primärfarben tränkt er das Porträt seiner Außenseiterin Grazia. Bilder von kargen Steinlandschaften und trostlosen Bauruinen wechseln mit schmeichelnden Aufnahmen des Meeres und traditionell-archaischen Dorfalltags-Szenen. Fabion Zamarions Kamera wandelt über Land und Wasser, und in seinen besten Momenten fängt er die gefangenen Emotionen und die Zerbrechlichkeit Grazias ein.
In diesen Augenblicken ist "Lampedusa" interessant, denn der Zuschauer hat das Gefühl, er kommt endlich der Hauptfigur näher. Grazias Kampf mit sich selbst, ihren fast manisch-depressiven Phasen, und mit ihrer Umwelt, die ihr Anderssein nicht akzeptieren kann - das ist spannend, lohnenswert zu sehen und darstellerisch toll umgesetzt von Valeria Golino. Verwirrend und ablenkend vom eigentlichen Kernthema, schweift der Regisseur jedoch immer wieder in die legendenhafte Verschleierung ab: In schönen aber langatmigen Bildern treibt Grazia durch ihre Stimmungsschwankungen; springt von den Klippen Lampedusas ins Meer und spielt ‚toter Mann'. Die aufwendigen Unterwasseraufnahmen von Kameramann Zamarion haben ihren Reiz, um das Bild eines modernen Märchens zu visualisieren. Allerdings geben solche Szenen weder genug Information über die Personen, noch treiben sie die Story voran.
Wahrlich schillernd zeigt sich Italiens Kinostar Valeria Golino ("Frida", "Winter"). In ihrer Rolle der Grazia hat Golino wahrhaftig die strahlende Erscheinung einer Märchenfigur. Zart und verwundbar im einen Augenblick, mutig und eigensinnig im anderen - wie die widerspenstige Heldin einer alten Sage. Fans dieser etwas spröden italienischen Schönheit werden mit "Lampedusa" zufrieden sein, da Valeria Golino (perfekte Besetzung) die etwas fahrige Geschichte über weite Strecken durch ihre starke und strahlende Darstellung rettet.

Nadja Raweh

10

hollywood, schau her: sowas kannst du nicht. eine geschichte leise und liebevoll erzählen, mit bildern, das einem das herz aufgeht und einfachen menschen, die man am liebsten im wirklichen leben kennen würde. am liebsten würde ich sofort meinen koffer packen, und nach lampedusa fahren...

9

Ein guter Film, jede Sekunde spannend.

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