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Ladykillers

Ladykillers
komödie , usa 2003
original
ladykillers
regie
joel & ethan coen
drehbuch
joel & ethan coen
cast
tom hanks,
marlon wayans,
j.k. simmons,
irma p. hall,
tzi ma, u.a.
spielzeit
115 Minuten
kinostart
29. Juli 2004
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Was ist bloß los mit den Coen Brüdern? Erst letztes Jahr enttäuschten sie viele ihrer Fans mit der Durschnittskomödie "Ein (un)möglicher Härtefall". Eigentlich hätten wir uns dafür nun eine extra-schwarze Komödie oder gar einen Thriller verdient. Stattdessen kommt jetzt wieder eine Komödie ins Kino, die den Erwartungen kaum gerecht wird: "Ladykillers". Darin mietet eine Gruppe von Gangstern unter der Leitung von Professor Goldthwait Higginson Dorr (Tom Hanks) sich einen Raum im Haus der Witwe Marva Munson (Irma P. Hall) um dort angeblich Kirchenmusik zu spielen. In Wirklichkeit planen sie allerdings, vom Keller aus einen Tunnel zum Tresor eines Kasinos zu graben. Die alte Dame, deren Leben sich um Kirche, Spenden und ihre Katze Pickles dreht, halten sie für harmlos. Dies soll sich als gravierende Fehleinschätzung herausstellen, denn Mrs Munson kann ordentlich zuschlagen, vor allem wenn sie Schimpfwörter aus "Hippity-Hop-Music" hört. Das nächste Problem ist Dorrs wenig kompetente Truppe: Lump, ein Footballspieler ohne Hirn für's Grobe (Ryan Hurst), Garth Pancake, ein Sprengstoffexperte der ständig von seinem Reizdarm redet (J.K. Simmons), ein südvietnamesischer General für die Logistik (Tzi Ma) und dann noch Gawain, ein Hip Hopper, der als Hausmeister ins Kasino eingeschleust werden soll (Marlon Wayans). Als die gottesfürchtige Dame ihre Pläne durchkreuzt, stehen die fünf vor einem Problem....

Obwohl das Setting zunächst an "O Brother Where Art Thou?" erinnert, gibt es hier weder herrlich absurden Humor noch bissige Gesellschaftssatire, dafür aber flache Witze und Fäkalhumor satt. Das ist aber bei weitem noch nicht alles, denn "Ladykillers" enttäuscht nicht nur eingefleischte Coen-Fanatiker, sondern auch Freunde des Originals, einer der beliebtesten englischen Komödien aus den 50er Jahren. Ein misslungenes Remake von den Coen Brüdern, die sonst vor Kreativität und Originalität nur so sprühen - das ist doch sehr bedauerlich.
Ein Wort zu Remakes. Natürlich ist es falsch, ein Remake immer mit dem Original zu vergleichen, denn er sollte als eigenständiges Kunstwerk gesehen und bewertet werden. Nun ist es aber leider so, dass in den USA ständig schlechte Remakes erfolgreicher europäischer und asiatischer Filme gedreht werden, da Untertitel außerhalb von Greenwich Village offenbar als nicht zumutbar gelten. Noch ärger wird es, wenn auch noch die gleichen Schauspieler und/oder Regisseure verpflichtet werden, zum Beispiel Penelope Cruz in "Abre los Ochos"/"Vanilla Sky". Jüngstes Beispiel: Der japanische Film "Ju-On: The Grudge" war so erfolgreich, dass Regisseur Takashi Shimizu ihn gleich noch mal drehen darf, zwar in Japan, aber auf Englisch und mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle. Dabei gibt es so viele Kreative, deren originelle Drehbücher von den Studios abgelehnt werden, da diese lieber mit erprobten Stoffen arbeiten.
Aber zurück zu den Coens. Übrigens zitierten die Brüder den Original-"Ladykillers" bereits in ihrem allerersten Film, "Blood Simple" ("Who looks stupid now?"). Auf einen Vergleich mit Alexander Mackendricks Original kann leider nicht ganz verzichtet werden, da Joel und Ethan einige Szenen und Dialoge 1:1 übernommen haben - sie haben's also nicht anders gewollt. Und obwohl Tom Hanks behauptet, er hätte sich das Original gar nicht angesehen, ist seine Gestik und Mimik identisch mit der des altehrwürdigen Alec Guinness (unvergessen als Obi Wan Kenobi aus "Star Wars"), der sich schon im Original als Professor wichtig machte und durch seine falschen Zähne gekünstelt daherredete.
Jedoch standen Alec Guinness auch so hochkarätige Schauspieler wie Peter Sellers und Herbert Lom zur Seite, die den Film zum Erfolg machten. Genau diese Ensemblearbeit fehlt den neuen "Ladykillers". Zugegebenerweise ist Tom Hanks in seiner Rolle fantastisch, sein überdrehtes Gehabe, Kichern und Hecheln gibt dem Film allen Charme, den er hat. Auch Professor Dorrs Wortwahl ist skurril: ein Keller ist bei ihm kein "basement", sondern "a root cellar", eine Leiche kein "body" sondern "a carcass". Leider sind seine Mitstreiter aber so schlecht besetzt, das der ganze Film mit ihm steht und fällt. Man sehnt sich nach der Stammgarde der Coen-Brüder wie John Turturro, John Goodman und sogar nach George Clooney - waren die etwa alle nicht verfügbar? Besonders J.K. Simmons ("Spiderman") und Marlon Wayans ("Scary Movie") nerven mehr, als dass sie zur Komik des Films beitragen. Simmons' lustigste Szene ist seine erste, in der er einem Hund eine Gasmaske verpasst und die Konsequenzen ausbaden muss. Die Qualitäten des Generals beschränken sich auf's Zigarette-im-Mund-verschwinden-lassen, was nach dem dritten Mal langweilig ist.
Selbst die Auseinandersetzung zum Thema Mountain Girl, in der Gawain immer wieder "He brought his bitch to the waffle hut!!" sagt, kommt nicht an die Schlagabtausche in früheren Coen-Filmen ran. Auch Irma P. Hall ist schlecht besetzt, denn die Pointe des Films sollte sein, dass eine scheinbar hilflose alte Dame den Gangstern durch eine Verkettung von Zufällen zum Verhängnis wird. Ein Blick auf Mrs Munson (siehe auch das Filmplakat) und keiner wird behaupten, mit ihr sei irgendwie zu spaßen. Der Star unter den Nebendarstellern ist sowieso die über allem wachende Katze Pickles.

Zur Inspiration bedienten sich die Coens auch am eigenen Repertoire: Professor Goldthwait Higginson Dorr ist eine neue Version des Klugscheißers und Schönredners Ulysses Everett McGill (George Clooney) aus "O Brother Where Art Thou?", der sich ähnlich kompliziert und gestelzt ausdrückt. Wer sich in der Southern Gothic Literatur der USA auskennt, kann neben den direkt zitierten Gedichten viele Details aus den Kurzgeschichten "The Black Cat" von Edgar Allan Poe und "A Rose for Emily" von William Faulkner erkennen. Diese Zitate geben dem Film gelegentlich eine schaurige Atmosphäre, was sehr zu begrüßen ist.
Wie immer bei den Coen Brüdern spielt Musik eine wichtige Rolle. Die Folk und Gospel Musik aus "O Brother Where Art Thou?" ist mittlerweile einer der meistverkauften Soundtracks aller Zeiten, und auch die Mischung aus Gospel, Blues, Klassik und Hip Hop der "Ladykillers" ist hitverdächtig. Schon die Anfangssequenz, die uns eine gotische Brücke mit Gargoyles und Müllbooten auf dem Mississippi als einen der zentralen Handlungsorte vorstellt, wäre ohne den Gospel "Come let us go back to God" gar nicht denkbar. Immerhin wird auch kurz Boccherinis Menuett gespielt - ein erstklassiger Ohrwurm, der als springende Schallplatte im Original fast zum Auffliegen der Tarnung geführt hatte - als CD im Ghettoblaster hat das Ganze natürlich etwas weniger Charme.

Kurz und gut - "Ladykillers" ist zwar keine schlechte Komödie, aus dem Hause Coen aber eine herbe Enttäuschung, denn sie ist nicht mal annähernd schwarz, sondern höchstens grau. Wer trotzdem rein will: UNBEDINGT auf Englisch, denn synchronisieren kann man Tom Hanks' Leistung in diesem Film nicht, und ohne diese kann man es wirklich ganz sein lassen.

Anna Plumeyer

9

ich stimm dem da über mir voll zu!

(Ich hab leider das Original [von55 oder so] noch nocht gesehen...)

1

Dieser absolute Schrott kann ja nie an das Original herankommen!!!
Original: Alec Guinness, Herbert Lom, Katie Johnson, Cecil Parker, Peter Sellers, Danny Green
1. Witze sind klasse;
2. Schauspieler sind super und passen perfekt in ihre Rollen;
3. Aufmachung ist toll;
4. Schauplätze sind gut ausgesucht;
...5. Film ist besser!!!

Also echt, wie kann man so einen Klassiker nur neuverfilmen???
Sind denn alle verrückt?
(Tom Hanks könnte nie im Leben an Alec Guinness herankommen!)
Dieser Film ist viel zu übertrieben und nicht gerade geistreich aufgebaut...
Sorry, aber für mich war das gar nichts, ich stehe eher auf gute Filme (z.B. auf das Original)! ;)

8

Guter Film wer ihn mit irgendeinem Film vor 60 jahren vergleicht ist selbst schuld damals wurden die Filme noch anders gemacht und hatten anderen Charme

Immer diese Vergleiche mit

7

Immer diese Vergleiche mit mit 20 30 Jahre alten Originalvorlagen,dann braucht es keine Neuverfilmungen wenn sich die Filme 1 zu 1 ähneln sollen Natürlich ist dieser Film nicht der Superbrüller,aber bitte so mies ist er auch nicht.Ich hab sowieso das Gefühl das Filmkritiken meist voreingenommen sind .Verfasst irgendwo auf der Welt irgendein Kritiker die erste Negative Kritik kommen gleich 100 Negative Kritiken hinter(soll sich nicht gegen die Filmszene Redaktion wenden!)

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