Es ist schon bemerkenswert, was für eine Karriere
sich in kürzester Zeit auf der Darstellung einer
niedlichen
Nebenfigur in einem Fantasy-Epos aufbauen lässt. Nun gut,
es
handelte sich um die Mutter aller Fantasy-Epen und Orlando
Bloom
verkörperte den edlen Legolas darin auch gleich
dreimal
hintereinander. Es war aber trotzdem nicht unbedingt
abzusehen,
dass man ihn danach praktisch jährlich in einer weiteren
Großproduktion
wieder treffen würde. Und nach seinen Auftritten im "Fluch
der Karibik" und "Troja"
darf Mr. Bloom jetzt sogar die allererste Geige spielen.
Als Ritter
Balian von Ibelin führt er die Bewohner der Stadt
Jerusalem
Ende des 12 Jahrhunderts in eine gewaltige
Verteidigungsschlacht
gegen die anrückenden Horden des muslimischen Kriegsherrn
Saladin.
Dabei tut Balian eigentlich alles, um es nicht zu dieser
Schlacht
kommen zu lassen. Der einfache Schmied aus Frankreich hat
seine
Familie verloren und wenig im Sinn mit den christlichen
Kreuzzügen
ins "heilige Land". Nur aus der Not heraus folgt er seinem
Vater Godfrey (Liam Neeson), den er zudem gerade erst
kennen gelernt
hat. Im gelobten Land kommen sie aber nicht gemeinsam an,
denn wie
so viele Ritter überlebt auch Godfrey die strapaziöse
und gefahrvolle Reise nicht. In Jerusalem macht sich
Balian mit
den Gegebenheiten vertraut und erkennt, dass im Land ein
brüchiger
Friede herrscht. Zwar sorgen der schwerkranke König
Baldwin
(Edward Norton) und sein Berater Tiberius (Jeremy Irons)
für
ein friedvolles Miteinander der unterschiedlichen Gruppen,
und Saladin,
der Führer der gewaltigen muslimischen Armee, lässt die
Stadt bisher in Ruhe. Doch radikale Kräfte auf beiden
Seiten
fordern
immer
wieder die Eroberung der Stadt und deren "Reinigung" von
den Mitgliedern der verhassten anderen Religion. Dabei tut
sich
insbesondere der machtrunkene Guy von Lusignan (Marton
Csokas) hervor,
der nur darauf wartet nach dem absehbaren Tode Baldwins
mit dem
heiligen Kreuzzug gegen die Araber beginnen zu können. Der
friedfertige Balian ist ihm dabei im Weg und entwickelt
sich bald
zu seinem größten Widersacher.
Keine einfache Situation also, und es ist Ridley Scott
hoch anzurechnen,
dass er in seinem neuen Historienfilm die Zusammenhänge
nicht
allzu grob und mundgerecht vereinfacht. Zwar gibt es mit
Guy und
seinem Helfer Reynald zwei klassische Bösewichte sowie
auch
einen Helden mit angehängter Liebesaffäre. Dennoch
versucht
Scott der verworrenen politischen Situation gerecht zu
werden und
zeigt die Anfänge eines Konfliktes, der über Jahrhunderte
bis in unsere heutige Zeit fortbesteht und der einen an
der geistigen
Weiterentwicklung der Spezies Mensch durchaus zweifeln
lässt.
Der von manchen Skeptikern pauschal schon einmal vorab
geäußerte
Verdacht, der Film würde im Sinne der derzeitigen
US-Regierung
eine Schwarzweißmalerei zugunsten der christlichen
Weltsicht
präsentieren, läuft dabei komplett ins Leere. Stehen die
genannten
Schurken
doch auf Seiten eben dieser christlichen Kreuzritter und
die kommen
hier nun wahrlich nicht besonders gut weg. Geblendet von
einem Gefühl
der natürlichen Überlegenheit führen sie ihre Männer
ins Verderben, denn jede Äußerung von Zweifel am Sieg
der vom heiligen Vater in Rom Beauftragten ist
selbstverständlich
reine Blasphemie.
Die wenigen Stimmen der Vernunft haben letztendlich keine
dauerhafte
Chance gegen die religiösen Eiferer, hüben wie drüben.
Diese deprimierende Botschaft kommt durchaus an in einem
Film, der
ansonsten natürlich alles bietet was man von einem großen
Kostümschinken heute erwartet: Gewaltige und durch ihren
Realismus
beeindruckende Kulissen, die üblichen, mit moderner
Tricktechnik
erzeugten, riesigen Heere und selbstverständlich eine
große
Schlacht als finalen Höhepunkt. Diese erinnert dann in
ihrem
Aufbau und Verlauf übrigens auffällig an den Kampf um
"Helms Klamm" in "Der Herr
der Ringe: Die zwei Türme" - auch hier versucht
Orlando
Bloom verzweifelt die Burgmauern und besonders die eine
zentrale
Stelle im Wall wider alle Übermacht zu halten, und man
sieht:
Geschichte wiederholt sich doch, und sei es auch in
gänzlich
verschiedenen Welten.
Ansonsten hat das "Königreich der Himmel" einen Look,
der dem Stil von Scott bei seinem "Gladiator"
nicht unähnlich ist. Besonders
gelungen
ist ihm dabei der Kontrast zwischen dem düsteren und von
ständigem
Funkenniederschlag vernebelten alten Europa und dem im
Glanz der
Sonne strahlenden Jerusalem, das den Erzählungen der
Ritter
vom "gelobten Land" tatsächlich nahe kommt.
Und wie macht sich unser Orlando? Gar nicht mal schlecht
muss man
sagen, und alle Fans denen sein tölpelhafter Paris in
"Troja"
ein wenig peinlich war dürfen sich jetzt wieder nach
draußen
trauen. Einen Film dieser Größe alleine tragen kann er
aber trotzdem (noch) nicht, und so hinterlassen einige
interessante
Nebenfiguren letztendlich doch den größeren Eindruck
beim Zuschauer: Der unter seiner Maske nicht zu erkennende
Edward
Norton beispielsweise, als von der Lepra zerfressener
junger König
Baldwin. Und natürlich mal wieder unser
Lieblingsnebendarsteller
Brendan Gleeson in der Rolle des barbarischen und leicht
gestörten
Ritters Reynald.
Diese Figuren machen die - vor allem im Mittelteil - doch
manchmal
etwas zu zähflüssig erzählte Geschichte um einiges
interessanter. Denn in Ridley Scotts Bemühen um
Ernsthaftigkeit
und Sachlichkeit bleibt die Unterhaltung ab und zu
zwangsläufig
ein wenig auf der Strecke. Durch den Verzicht auf allzu
viel publikumswirksamen
Schnickschnack (den nackten knackigen Hintern der
Hauptfigur sucht
man hier genauso vergebens wie eine abgedrehte Mutter mit
Schlangen
um den Hals) ist das "Königreich der Himmel" aber
seinen Genrekollegen vom letzten Jahr zumindest ein
kleines Stück
überlegen.



Ich wunder mich wie die christen doch geschaft habt, die kreuzritter in diesem Film als Helden darzustellen .Das waren Mörder diebe und tiere .Obwohl die Moslems diesen Krieg eindeutig gewonnen haben ,habe ich ich in diesem film nur moslems sterben sehen ,man merkt gleich das der reggiseur versucht hat die niederlage in seinem kopf so zu umdrehen ,dass die christen als sieger darstellenn,wie haben dann die christen den Krieg verloren sind sie durch krankheit gestorben.So ein schlechtes unrealistichen film habe ich noch nie in mein leben gesehen.Dieser film kann nur christen gefallen.
Ich sach mal so.
Die einzigen, die das Recht hätten diesen Film zu kritisieren, wären diejenigen die wissen, wie man einen Film überhaupt macht. Ich glaube viele Filmkonsumierer haben nicht den Hauch einer Ahnung wieviel Herzblut, Investitionsgelder, Logistik, Arbeit, Planung und Risiko in so einem Film steckt (Öfter mal die Making-Ofs anschauen hilft). Allein so ein Unternehmen „Lasst uns einen Film drehen” zu starten zeugt von Mut und Willen. Vor allem, wenn der Ausgang (Top oder Flop an den Kinokassen) heutzutage sehr ungewiss ist, bzw. die Raubkopien sich einen großen Batzen der zu erwarteten kalkulierten Einspielgelder wegschnappen. Seid doch froh, dass überhaupt noch Filme gedreht werden. Ich finde diesen Film (in der DC Fassung) sehr gelungen. Oder um es mit einem Zitat aus Gladiator zu sagen: „Unterhalte ich euch nicht?!” Film sind Entertainment und auch so zu sehen.
Wer meckert, solls erst mal besser machen ;-) Oder ein Drehbuch schreiben , dass mehrere Oscars bekommt. Dann könnt Ihr Eurer Kritiker-Arroganz freien Lauf lassen.
So long!
hammerfilm, der viel über uns menschen aussagt. immer noch topaktuell.
jerusalem: die chance auf ein königreich der himmel (plural: himmel der muslims, christen, juden).
ein königreich des gewissens wäre ja echt eine gute sache.
allerdings in der normalen version zu zerschnippelt (directur's cut ist deutlich besser).
Hab mir den Film jez mal Uncut auf Blue Ray gegönnt und dadurch ist er definitiv grandios, Zwat immer noch kein Meisterwerk aller Gladiator, aber er kommt nahe dran.
DIe Studiobosse erkennen wahre Kunst einfach nicht.
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