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Jussi Adler-Olsen - Erlösung

Jussi Adler-Olsen - Erlösung
crime-thriller , dänemark/deutschland 2016
original
flaskepot fra p
regie
hans petter moland
drehbuch
nikolaj arcel
cast
nikolaj lie kaas,
fares fares,
pal sverre hagen,
amanda collin, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
9. Juni 2016
homepage
http://sonderdezernatq-filme.de/
bewertung

7 von 10 Augen

erlösung 1Eine Flaschenpost, die schon vor Jahren aufgegeben wurde, erregt die Aufmerksamkeit der Ermittler des „Sonderdezernats Q“ um Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und seinen Assistenten Assad (Fares Fares). Der darin enthaltene Hilferuf stammt von zwei entführten Jungen, die allerdings niemals als vermisst gemeldet wurden. Aktuelle Relevanz erhält die mysteriöse Geschichte, als in der Gegenwart die Entführung eines jungen Geschwisterpaares bemerkenswerte Parallelen dazu aufweist. Nur sehr widerwillig lässt das tief-religiöse Elternpaar die Ermittler ihre Arbeit machen, fürchten sie doch viel zu sehr um das Leben ihrer Kinder. Oder zumindest um eines davon, denn der sadistische Kidnapper (Pal Sverre Hagen) geht nach einer ganz perfiden Methode vor.
 

Merlösung 2it „Erlösung“ liegt nun bereits der dritte Film nach der enorm populären Roman-Reihe von Jussi Adler Olsen vor, und obwohl die Adaptionen bisher nicht die Aufmerksamkeit der vergleichbaren „Verblendung“-Trilogie des Kollegen Stig Larsson genießen, hat sich doch auch dazu eine feste Fangemeinde gebildet. Und es ist auch eine erfreuliche Entwicklung zu erkennen, denn wo es beim Erstling „Erbarmen“ noch etwas zu formelhaft im typischen Stil der zahlreichen skandinavischen TV-Krimis zuging, so hat sich in Sachen Produktionslevel und Schauwerte seitdem doch Einiges getan. Als Paradebeispiel sei dazu eine mehrere Minuten andauernde Verfolgungsjagd zur Lösegeldübergabe per Zug und Auto genannt, die nicht zuletzt dank einiger Helikopter-Aufnahmen recht spektakulär umgesetzt wurde.

erlösung 3Zwar wird nach wie vor ein Großteil dieser deutsch-dänischen Co-Produktion in Hamburg und Schleswig-Holstein gedreht, doch da die Handlung ja nicht im tiefverschneiten Schweden oder im dunklen Norwegen angesiedelt ist, macht das nicht allzu viel aus. Ein Norweger hat allerdings diesmal auf dem Regiestuhl platzgenommen: Der Routinier Hans Petter Moland (dessen Filme „Ein Mann von Welt“ und „Einer nach dem Anderen“ beide im Wettbewerb der Berlinale liefen) übernimmt von seinem Vorgänger Mikkel Nørgard und stand uns außerdem (wie auch Hauptdarsteller Nikolaj Lie Kaas) auch im Interview zur Verfügung. Moland legt den Fokus dabei deutlich stärker auf die Beziehung der Hauptcharaktere Carl und Assad, vor allem deren völlig konträre Ansichten zu den Themen Glaube und Religion bieten Stoff für einige der interessantesten Dialoge des Films.

erlösung 4Diese Schwerpunktverlagerung ergibt auch deshalb Sinn, weil der Fall an sich zwar nicht weniger verstörend ist als man es von der skandinavischen Krimi-Schule erwartet, er ist diesmal allerdings deutlich weniger verschachtelt und komplex angelegt. Der Täter und dessen Vorhaben sind ziemlich schnell klar, so dass (neben dem bereits erwähnten höheren Action-Pegel) durchaus Raum für Charakterentwicklung bleibt. Auch Kaas verleiht seinem eh schon oft antriebslos wirkendem Ermittler dabei noch einmal neue Dimensionen von Nihilismus, während Pal Sverre Hagen als dessen Gegenspieler eine einigermaßen überzeugende Motivation aufweist und zudem seinen Verfolgern immer einen Spielzug voraus scheint, was für zusätzliche Spannungsmomente sorgt.

Es gäbe schon noch ein paar mehr Bücher innerhalb dieser Reihe zu verfilmen, doch die Adaptionen sind vorerst auf insgesamt vier Filme angelegt. Angesichts des nun eingeschlagenen Weges, sich ein wenig mehr von der Vorlage zu befreien und einen stärkeren eigenen Ton anzuschlagen, darf man aber guter Dinge sein, dass die Kinoserie um das „Dezernat Q“ im folgenden vierten Teil dann einen befriedigenden (vorläufigen?) Abschluss findet.

Volker Robrahn

Mäßig spannend,

3

Mäßig spannend, unsympathischer Hauptdarsteller (Rolle des Carl Morck), übertrieben gerissener Bösewicht - nicht sehenswert.
Das Buch vielleicht lesenswert...

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