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Johanna von Orleans

Johanna von Orleans
historien-drama , usa/fra 1999
original
the messenger: joan of arc
regie
luc besson
drehbuch
luc besson, andrew birkin
cast
john malkovich,
faye dunaway,
vincent cassel,
tcheky karyo,
dustin hoffman,
milly jovovich, u.a.
spielzeit
141 Minuten
kinostart
13. Januar 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Jeanne d´Arc, die Jungfrau von Orleans, ist eine Nationalpatronin Frankreichs. Ihre Geschichte, von Literatur, Theater und Film schon einige male aufgegriffen, wurde jetzt von Luc Besson ("Das fünfte Element") inszeniert - mit einem hochkarätigen Aufgebot an Stars. John Malkovich, Faye Dunaway, Dustin Hoffman und das Besson-Maskottchen Milla Jovovich. All das, in einem farbenfrohen Schlachtenwälzer à la "Braveheart": Das klingt doch recht vielversprechend.
Der Film hält sich recht genau an die überlieferte Story der Nationalheldin: Johanna, eine Bauerntochter aus dem Dorf Domremy, hat immer wieder göttliche Visionen - die Botschaft: Sie würde an der Spitze des Heeres ihr Land befreien und den neuen König bei der Krönung begleiten. Denn Frankreich befindet sich im 15. Jahrhundert mitten im 100jährigen Krieg: Die Engländer haben große Teile des Landes besetzt. Und nachdem Karl VI. gestorben ist, muß der neue König traditionell in der Kathedrale von Reims gekrönt werden. Doch diese Stadt ist blöderweise in englischer Hand. Also macht sich Jeanne, geleitet von ihren Visionen, auf zum französischen Thronfolger Charle VII und überzeugt ihn von ihrer göttlichen Mission. Charle glaubt dem kaum 18jährigen Bauerntrampel, unterstellt Jeanne sein Heer, welches diese zu grandiosen Siegen führt. Der Rest der Story ist Geschichte, ich will sie hier auch gar nicht aufwärmen, um den Leuten, die sie nicht kennen, nicht die Spannung zu nehmen.

Die Besetzung dieses Films ist natürlich sensationell: Zu Ikonen wie Dustin Hoffman kommen einige Darsteller aus dem alternativen französischen Kino (Matthieu Kassovitz läßt grüßen), unter anderem hat man das Gefühl, der halbe Cast vom "Dobermann" sei dabei. Vincent Cassel (auch bekannt aus "Haß") und der Türke Tcheky Karyo zeigen übrigens in "Johanna von Orleans", daß sie auch positive Figuren unglaublich gut herüberbringen.

Und dann ist da Milla Jovovich, die Luc Besson nicht umsonst nach dem "Fünften Element" erneut als "auserwählte", göttliche Person auf die Leinwand bringt. Aber leider, und hier hören die positiven Seiten des Films auch schon auf, kann Jovovich ihre unglaubliche äußere Erscheinung nicht mit passender Schauspielkunst verbinden. Vieles mag durch die unangenehme Synchronstimme verhunzt sein, aber ihre affektierte Art zerrt schwer an den Nerven. Sicherlich, diese Version der Jungfrau von Orleans ist ein wenig anders konstruiert, nämlich weniger als selbstbewußtes Mannsweib denn als besessenes, hin- und hergerissenes Mädchen. Trotzdem will man nicht unbedingt Zeuge sein, wie Milla Jovovich volle zwei Stunden speichelfädenziehend heult, kreischt und über Dolby Surround in die Menge hyperventiliert. Nein, ich übertreibe nicht.
Eine Wohltat dagegen Dustin Hoffman: Sein Auftritt als "Gewissen" ist ein ruhender Pol in der Handlung, man freut sich immer wieder, ihn zu sehen. Gleiches gilt für John Malkovich, hier einmal in einer halbwegs sympathischen Rolle.

Luc Besson wäre nicht Luc Besson, würde er diesen Stoff nicht absolut bildgewaltig inszenieren: Tatsächlich ist "Johanna von Orleans" sehr progressiv gemacht, und die Kombination der Schwert- und Schlösserschwarte mit psychedelischen Filmtechniken ist reizvoll. Und tatsächlich gab sich der Franzose größte Mühe, die Story möglichst vielschichtig umzusetzen. Aber das ist die weitere große Schwäche des Films: Besson will einfach zuviel. "Braveheart"-Geknüppel, theo- und psychologisches Lehrstück, Historie, Biographie, Kunstfilm - das sind definitiv ein paar Wünsche zuviel. Und leider verzichtet Besson auf dezente Töne, so daß jede Seite ins Maßlose abdriftet. Wer zum Beispiel beim Blut auf der Linse von  "Braveheart" oder "The Bruce" mit Grausen sein Popcorn wiederkäuen mußte, wird hier keine Freude haben: Abgetrennte Gliedmaßen tanzen Rock ´n Roll. Und doch bleibt keine Zeit für den rechten Durchblick in die Kriegskunst, denn - ups - da hat Jeanne auch schon wieder eine neuerliche Erscheinung, mit viel Farbfilter und Zeitraffer. Der Zuschauer windet sich entnervt im Kinosessel - Schmalz trieft von den Wänden. 
Nicht, daß "Johanna von Orleans" ein wirklich schlechter Film wäre - er hat, wie gesagt, seine wirklich beeindruckenden Seiten. Aber man hätte von diesem Team, von diesem Stoff, mit Sicherheit einige Längen mehr erwarten können. Insofern ist "Johanna von Orleans" schon eine kleine Enttäuschung.

Rainer Leurs

Ich gabe diesen Film jetzt nicht gesehen. Aber ich habe gestern einen Bericht über Jaenne d'Ark gesehen. Ich finde ihre Geschichte total spannend und möchte noch viel mehr über sie wissen und lesen und sehen. Ich finde Gschichte eh total spannend. Man erfährt durch jaenne auch sehr viel über den 100-jährigen Krieg.

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