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Jersey Boys

Jersey Boys
biographie-drama , usa 2014
original
jersey boys
regie
clint eastwood
drehbuch
rick elice
cast
john lloyd young,
vincent piazza,
erich bergen,
michael lomenda,
christopher walken, u.a.
spielzeit
132 Minuten
kinostart
31. Juli 2014
homepage
http://film.info/jerseyboys/
bewertung

4 von 10 Augen

jersey 1Ende der 50er Jahre ist es nicht einfach für die Jugendlichen in Belleville, New Jersey ihrer provinziellen und ärmlichen Umgebung zu entkommen. Der idealste Weg wäre der der Musik, doch da für ihre Band der große Durchbruch auf sich warten lässt, halten sich die Freunde Tommy (Vincent Piazza) und Frankie (John Lloyd Young) mit kleineren kriminellen Aktionen im Auftrag des örtlichen Paten deCarlo (Christopher Walken) über Wasser. Als der talentierte Komponist Bob (Erich Bergen) zur Gruppe stößt, geht es aber endlich aufwärts und als „The Four Seasons“ stürmt die Band schließlich doch noch die Hitparaden. Vor allem Tommy kann jedoch seine Vergangenheit nicht restlos abschütteln und gerät schließlich ins Visier der Mafia, was die Existenz der Band auf die Probe stellt.

jersey 2
Nicht zum ersten Mal verschreibt sich Clint Eastwood als Regisseur einer Musiker-Biogaphie. Dem legendären Jazz-Saxophonisten Charlie Parker widmete er bereits vor rund 25 Jahren einen seiner ersten selbstinszenierten Filme. Die Kraft und Intensität von „Bird“ erreicht „Jersey Boys“ jedoch leider zu keinem Zeitpunkt. Ganz im Gegenteil, ist dies wohl einer der schwächsten Eastwood-Filme seit langem, wobei ja dessen Kurve seit dem sensationellen Doppelschlag „Mystic River“/ „Million Dollar Baby“ schon seit einigen Jahren eher nach unten zeigt.

Natürlich besitzt auch das neue Eastwood-Werk eine hohe handwerkliche Qualität, wartet mit fähigen Darstellern und vor allem einer stilvollen Umsetzung der 50er bzw. 60er Jahre-Atmosphäre auf. Da stimmt schon alles, hinsichtlich der Autos, Bauten und Kostüme. Woran es jedoch hapert ist eine Dramaturgie die in der Lage ist, das Interesse des Zuschauers zu halten (von „fesseln“ wollen wir hier gar nicht reden). Die gesamte Inszenierung kommt derart nüchtern und unspektakulär daher, dass so etwas wie ein Spannungsbogen zu keiner Zeit zu erkennen ist. Im Vergleich zu skandalträchtigen Musikerleben wie etwa Ray Charles oder Johnny Cash hat die Geschichte der heute zudem kaum noch bekannten „Four Seasons“ auch nur wenig Aufregendes zu bieten, selbst die kriminelle Hintergrundgeschichte der jungen Männer ist vergleichsweise harmlos.

jersey 3Es ist daher die Frage, was den munter zwischen den Genres wechselnden Regisseur an diesem Projekt gereizt hat und auch was ihn dazu veranlasste, der immerhin recht erfolgreichen Musicalvorlage „Jersey Boys“ jeglichen Schwung auszutreiben. Denn als Musical, bei dem immer mal wieder munter drauf los gesungen wird, kommt die Filmversion eben nicht daher, sondern baut lediglich die bedeutendsten Songs an den passenden Stellen mit in die Handlung ein. Zudem ist es halt auch eine Geschmacksfrage, ob man die hohen Falsettstimmen der Herren so richtig genießen kann, denn diese Art des Gesangs ist halt doch sehr in ihrer Zeit verhaftet und recht gewöhnungsbedürftig.

So quält man sich schon einigermaßen durch mit den „Jersey Boys“ und es tut ziemlich weh, so etwas über einen Clint Eastwood-Film sagen zu müssen. Bis zum Schluss gelingt es dessen aktuellem Werk aber leider nicht den Zuschauer irgendwie zu packen, und dann ist auch solide inszeniertes Handwerk eben einfach zu wenig.

Volker Robrahn

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