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Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept

Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept
tragikomödie , usa 2007
original
waitress
regie
adrienne shelly
drehbuch
adrienne shelly
cast
adrienne shelly,
keri russel,
nathan fillion,
cheryl hines,
jeremy sisto,
andy griffith, u.a.
spielzeit
104 Minuten
kinostart
1. November 2007
homepage
bewertung

9 von 10 Augen

 

Apfel, Kirsch und Blueberry Pie sind wohl in jedem Pie Shop zu kriegen, aber wie sieht es aus mit "I hate my husband Pie"? Jennas Zufluchtsstätte ist die Küche, und ihre täglich neuen Kuchen-Kreationen sind der Spiegel ihrer Seele. Als Reaktion auf ihre ungewollte Schwangerschaft erfindet sie sogleich "I don't want Earl's baby Pie". Kein Wunder, denn ihr Ehemann schlägt sie nicht nur, sondern kassiert auch noch jeden Abend das Trinkgeld, das sie sich als Bäckerin und Kellnerin in Joe's Pie Shop irgendwo im Süden der USA verdient. Jennas einzige Hoffnung ist ein Backwettbewerb: Das Preisgeld würde ihr ein neues Leben ohne den ewig hupenden Kontrollfreak Earl ermöglichen. Mit der Schwangerschaft scheint ihr Schicksal jedoch besiegelt - wie soll sie jetzt von Earl wegkommen?

Adrienne Shelly, die selbst schwanger war, als sie das Drehbuch schrieb, hat es geschafft, aus einer zunächst unspektakulären und Klischee-behafteten Geschichte einen unglaublich mitreißenden Film zu machen. Der stützt sich vor allem auf ihr solides Darsteller-Ensemble und die pointenreichen Dialoge. Zugegeben, Figuren wie Earl bedienen ganz klar den Stereotyp des fiesen Ehemanns. Jedoch spielt Jeremy Sisto ("Six Feet Under") Earl mit solch unverschämtem Pathos, dass man sich genüsslich vor Abscheu im Kinosessel windet. Er ist der Buhmann, den man gerne hasst, genauso wie man Jennas Kolleginnen aus dem Pie Shop nur lieben kann.
Da ist die ehemalige Southern Belle Becky (Cheryl Hines), deren quietschiger Südstaaten-Akzent (im Originalton) ein einziger Genuss ist, besonders wenn sie ihre Kolleginnen mal wieder darauf hinweist, dass ihre "linke Brust bis nach Florida runterhängt". Perfekt ergänzt wird Becky durch Mauerblümchen Dawn (gespielt von Adrienne Shelly selbst), die ihre ganz eigenen Männerprobleme hat. Beide bewundern Jennas Backkunst und würden alles tun, um ihr den Ausstieg aus ihrem gebeutelten Dasein zu ermöglichen. Jenna selbst ist schlagfertig, kreativ und leidenschaftlich und wird grandios gespielt von Keri Russell. Sie versteht es, ihre Figur zerbrechlich und stark, bemitleidenswert und bewundernswert zugleich erscheinen zu lassen.

Männer kommen bei "Jennas Kuchen" nicht immer gut weg, jedoch sorgt das Drehbuch für einige Überraschungen. Neben Earl muss sich Jenna mit ihrem ebenfalls schmierigen, aber wunderbar pragmatischen Chef Cal herumschlagen, der die Schwangere keineswegs feuern will, ganz im Gegenteil: "Hell, as long as you can carry a pie tray and bus a table I don't care if you give birth while doing it." Anteilnahme an Jennas Schicksal nimmt auch Pie Shop-Besitzer Joe ("Matlock" Andy Griffith), schließlich sind ihre Kreationen der Höhepunkt seines Alltags, und auf diesen Genuss will er auf keinen Fall verzichten. Und dann ist da natürlich noch der trottelige Dr. Pomatter (Nathan Fillion, "Serenity"), der es als Jennas Gynäkologe nicht immer leicht hat.

Ähnlich wie in Lasse Hallströms "Chocolat" wird auch in diesem Film immer wieder verführerisch in geschmolzener Schokolade gerührt und mit anderen leckeren Zutaten hantiert. Die Kuchen-Herstellungs-Sequenzen bilden quasi das Filmgerüst, und Jennas kuriose Namen wie "Pregnant miserable self-pitying loser Pie" sorgen nicht selten für einen Lacher. Trotzdem wird es zwischendurch auch immer wieder bitterernst. Vielleicht ist es gerade die Kombination von entwaffnender Ehrlichkeit und Realismus mit einem hemmungslos unrealistischen Märchen, die diesen Film so unwiderstehlich macht.

Sinnlose Gewalt ist dabei leider nicht nur ein Thema im Film, sondern auch trauriger Endpunkt seiner eigenen Geschichte. Die Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Adrienne Shelly hat die Premiere von "Jennas Kuchen" auf dem Sundance Filmfestival nicht mehr miterlebt. Sie wurde im Alter von 40 Jahren von einem Bauarbeiter ermordet, bei dem sie sich über Lärm in ihrer Wohnung beschwert hatte. So konnte die Filmemacherin nicht mehr erfahren, wie das Publikum auf ihren Film reagierte. Sie wäre bestimmt zufrieden gewesen.

Anna Plumeyer

3

Wie man diesen Film mit 9 Augen bewerten kann ist mir ein Rätsel.
Ich vergebe 3 Punkte,da mir Earls Hupe so gefallen hat.

1

Hab den Film vor ein paar Monten im Flugzeug gesehen. Normalerweise kann ich dort nie schlafen, mit dem Film hats geklappt.

8

Der Film ist gut, ziemlich witzig.

An der Kritik stört mich allerdings, daß sie zu einm gefühlten Drittel aus englischen Zitaten und Sätzen besteht. Das bin ich hier eigentlich nicht gewohnt, stört den Lesefluss gewaltig und wirkt zudem ziemlich angeberisch.

8

Na, na @Marv.
Die Autorin hat hier ja in erster Linie nur die verschiedenen Kuckenbezeichnungen in Englisch belassen. Und da die meisten Prehsevorführungen nunmal in der Originalfasung stattfinden, wird sie die eingedeutschten vermutlich gar nicht kennen.

Worauf man mit etwas Nachdenken eigentlich auch schon kommen könnte, bevor man dies hier unsinnigerweise als angeberisch interpretiert.
Es sei denn natürlich, Du erwartest, dass sich die Mitarbeiter dieser nichtkommerziellen und ziemlich werbefreien Seite, für Dich gleich noch ein zweites Mal ins Kino setzen.

1

Wieso man diesen Film so hoch bewertet, kann ich nicht nachvollziehen. Szenen, die aus billigen Soaps stammen könnten, wechseln sich ab mit endlos langweiligen und nicht funktionierenden komödiantischen Ansätzen. Der ätzende Ehemann ist so offensichtlich überzeichnet, dass der Film auch als Tragödie oder Drama nicht funktioniert.

Der Film ist langweiliger Müll

1

nicht zu ende geschaut, unerträglich amateurhaft

9

ich fand den toll! Ist sicher nicht der anspruchsvollste Film, aber dennoch lustig und mit ein wenig Herzschmerz. Und die leckeren Pies erst.....

9

Mein Güte, "Jungs" und "Männer":Der Film ist einfach nicht primitiv genug, dass ihr ihn gut finden könntet!
Er ist klasse gemacht, ne unvorhersehbare Story und tollen Charakteren.
Er ist ganz klar ein Frauenfilm, aber vll. gibt es ja doch den ein oder andern Typen der nicht so gefühlslos und primitv ist. Ich find ihn klasse.Sorry, dass ich hier mit Vorurteilen um mich schmeiße, aber ihr habt den Anstoß dafür gegeben.
Mädels, schaut euch den an.Der ist lustig, rührend und schön:-)

7

Hi,
also ich melde mich als Junge zu Wort und will auf jeden Fall mal klarstellen, dass ich den Film super finde. Die Dialoge sind klasse aufgebaut, die schauspielerische Leistung vor allem von Keri Russell ist überraschend gut...der Film strotzt vor Ideen und verbreitet eine Botschaft die sich jeder zu Herzen nehmen sollte.
Gerade diese überzeichneten Charaktäre machen diese Geschichte erst sehenswert. Es ist keine reale Geschichte, aber es ist ein Exempel, ein Beispiel. Und darum wird es übertrieben dargestellt, damit jeder Depp es auch kapiert...
Kritik? Ja, auf jeden Fall die Vorhersehbarkeit. Die Story lies sich ziemlich einfach vorhersehen, auch wenn es ein paar nette Wendungen hatte :)

Letztlich ist es doch kein Film des Jahrhunderts, aber sehenswert ist er allemal...

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