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Irgendwann in Mexiko

Irgendwann in Mexiko
action , usa/mex 2003
original
once upon a time in mexico
regie
robert rodriguez
drehbuch
robert rodriguez
cast
antonio banderas,
johnny depp,
willem dafoe,
mickey rourke, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
25. September 2003
homepage
bewertung

3 von 10 Augen

Es war einmal in Mexiko, Anfang der 90er, da drehte ein junger Filmfreak für absolut lachhafte 7.000 Dollar seinen ersten Spielfilm "El Mariachi", indem er sich in einem Einkaufswagen als sein eigener Kameramann herumschieben ließ, sämtliche Rollen mit Freunden besetzte und nur vormittags drehte, damit er seinem Team nicht das Mittagessen bezahlen musste. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: "El Mariachi", diese kleine Story um einen Musiker, der mit einem Killer verwechselt wird, da dieser mit einem Gitarrenkoffer voller Waffen herumläuft, entwickelte sich in Mexiko vom Geheimtipp zum Erfolg, wurde in den USA von Miramax vermarktet und bescherte Regisseur/Drehbuchautor/Cutter/Kameramann/Komponist-Universaltalent Robert Rodriguez Geld (ein bisschen), Anerkennung (eine Menge) und Budgets für kommende Projekte (recht akzeptable). Und siehe da, mit einem Millionenbudget von Columbia Pictures in der Tasche drehte Rodriguez quasi denselben Film noch einmal - nur mit mehr Waffen, mehr Blut, mehr Action, mehr allem. "Desperado" schoss sich 1995 über die Leinwände und als Kultfilm in die Herzen von Actionfans mit Hang zum schwarzen Humor. Sexy war's übrigens auch: Für die Mädels gab's Antonio Banderas, für die Jungs Salma Hayek. Die zwei größten Latino-Sexsymbole diesseits von Jennifer Lopez in einem Film - whoa, baby. Und wie Banderas mit den Knarren in der Hand über die Theke tänzelte - das war schon mucho cool. Alles Vergangenheit, blicken wir in die Gegenwart.

Es war einmal im Jahre 2003, zu einem Zeitpunkt also, an dem man nach dem schier unglaublichen US-Erfolg der "Spy Kids"-Filme davon ausgegangen war, dass Rodriguez seine Miete nur noch damit bezahlt, jährlich einen Film mit den klugscheißenden Gören rauszuhauen. Aber als Mann der fortlaufenden Franchises hat er sich nun offenbar auch der Mariachi-Reihe erinnert und den langersehnten dritten Teil um den namenlosen Fremden mit Knarren statt Gitarren abgedreht, "Once upon a Time in Mexico" (die misslungene deutsche Titelübersetzung "Irgendwann in Mexiko" wollen wir von hier an ignorieren). Aber, taugt der Film überhaupt etwas?

Wenig, so schmerzt es zu sagen, ausgesprochen wenig. "Once upon a Time in Mexico" ist etwa halb so frisch wie "El Mariachi", macht nur ein Viertel so viel Spaß wie "Desperado" und ist damit fast gänzlich überflüssig. Was ist schief gegangen?
Vielleicht ein Übermaß an Ambitionen. Motto der beiden Vorgänger war stets, die Dinge möglichst einfach zu halten. Ein Mann will Rache hier, eine Verwechslung da, und ansonsten Killer, Knarren, Kämpfe und kultige Sprüche. "Desperado" funktionierte deswegen so großartig, weil er nichts Prätentiöses probierte und mit einem Minimum an Story ein Optimum an Action und Spaß herausholte. Als im Grunde genommen ein einziger auf Spielfilmlänge gestreckter Shoot-Out wollte der Film nicht mehr sein als er war, und das funktionierte großartig.
"Once upon a Time in Mexico" versteht sich als Epos und verhebt sich fürchterlich. Schon der Name ist da verräterisch: Denn der einleitende Märchensatz verweist nicht nur auf das Mythische der Mariachi-Figur (was ja in den beiden Vorgängern schon gut ausgearbeitet bzw. integriert wurde), sondern auch auf Sergio Leones große "Once upon a Time …"-Trilogie ("Spiel mir das Lied vom Tod", "Todesmelodie" und "Es war einmal in Amerika"). Und als Hommage an diese verzahnten Epen konstruiert Rodriguez als Autor eine verhältnismäßig komplizierte Geschichte um einen Machtkampf in Mexiko, an dem Kartelle, Militär, CIA, FBI und der Mariachi gleichermaßen beteiligt sind.
Das ergibt allerdings zu viele Erzählstränge und zu viele Figuren, die zudem viel zuwenig miteinander verbunden werden. Das Ganze möchte eine umgreifende Geschichte erzählen, zerfällt aber in wenig befriedigende Einzelepisoden. Auch das Timing des Films ist extrem misslungen, und im Kuddelmuddel der Erzählstränge stellt sich über weite Strecken tatsächlich Langeweile ein.
Langeweile. In einem Mariachi-Film von Rodriguez. Ja, das klingt unmöglich und ist leider doch so. Denn während im ersten Drittel des Films der wieder von Antonio Banderas verkörperte Mariachi nur als Randfigur auftaucht und man sich hauptsächlich der abgefahrenen Figur des CIA-Agenten Sands (Johnny Depp) widmet, verschwindet dieser dafür im zweiten Drittel nahezu komplett, um dann am Ende als schwarzgekleideter Rächer wiederaufzutreten. Und so geht das eigentlich mit allen Figuren, aus denen nada gemacht wird. Der Mariachi selbst taucht mal hier, mal dort für fünf Minuten auf, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Oberfreak Willem Dafoe, als Kartellboss Barilla wieder in vollem "Bobby Peru"-Stil mit ekligem Oberlippenbart, wird in wenigen sinnlosen Szenen verheizt, bei dem mittlerweile völlig abgefuckten Mickey Rourke ist man ja fast froh drüber, dass er nur kurz irgendwelchen Unsinn brabbeln darf. Es gibt auch wieder zwei neue Hilfsmariachis mit Spezialwaffen (einer davon von Enrique Iglesias gespielt!), die leider auch nur da sind, weil es in "Desperado" halt auch welche gab. Eva Mendes ist als Quotenfrau vollkommen überflüssig, Salma Hayek war leider nur zu einem Cameoauftritt zu bewegen. Aber warum gibt man zum Beispiel Hilfs-Mariachi Fredo (Marco Leonardi) ein Alkoholproblem mit auf den Weg, das der dann nach gutem Zureden des Mariachis sofort ablegt, quasi Entziehungskur schnell gemacht? Und was soll der Erzählstrang um den aus der Rente gelockten mexikanischen FBI-Mann Jorge (Rubén Blades), der irgendwo im Nichts verläuft? Alles ist hier entweder furchtbar stereotyp oder furchtbar sinnlos, die Übermenge an blass bleibenden Protagonisten ist eigentlich nur verwirrend und aufgelöst wird das Ganze auf die einfachstmögliche Art: Am Ende tritt einfach jeder gegen jeden an, es gibt viel Chaos und viele sterben. So simpel ist das.

Wäre Rodriguez doch bloß beim "simpel, aber effektiv" geblieben. Denn während das Übermaß an Story und Figuren nicht grundsätzlich fehl am Platze ist, sondern vor allem schlecht ausgeführt, so begeht Rodriguez eine Todsünde, von der sich der Film nicht erholt: Die Action. Erstens viel zu wenig, zweitens viel zu unspektakulär da drittens nur Selbstkopie. Ja, nicht mal in seiner Spezialdisziplin vermag Rodriguez noch etwas zu reißen. Hat sich was mit ballistischem Ballett und choreographiertem Chaos. Dafür gibt es viele Szenen, die sattsam bekannt sind: Der Mariachi flieht und klatscht an einen Bus, er tritt Gegner in die Luft und feuert sie dann per Knarre quer durch den Raum. Alles in den Vorgängerfilmen schon gemacht, alles dort deutlich besser. Selbst seine optischen Mätzchen (Zeitlupe, Überblenden) sind nur noch sich wiederholendes Gimmick. Und als wäre er sich dieser Schwächen und dem Ruf, den er mit den ersten beiden Filmen der Reihe erworben hat, bewusst geworden, will Rodriguez dann am Ende noch durch Blutiges Punkte gewinnen. Da werden dann Augäpfel rausgerissen und Gelenke offengelegt, aber es hat keinen Zweck. Wenn überhaupt wird "Once upon aTime in Mexico" dadurch nur noch zur garstigen und unappetitlichen Freakshow.

Es war einmal ein Regisseur, der sein eigenes und unser aller Lieblingsfranchise kaputtmachte. Als bekennender Liebhaber von "Desperado" fällt es dem Kritiker schwer, Häme über Rodriguez und diesem Machwerk auszuschütten. Aber er hat es nun mal nicht anders verdient. Und so muss man ihn (vorerst?) von der persönlichen Cool-Liste streichen und ihn gehässig zu seinen ollen Kinderspionen zurückwünschen. Und hoffen, dass Kumpel Tarantino im Herbst mit "Kill Bill" die selfmade movie brats der frühen Neunziger rehabilitiert. Denn offenbar hat zumindest Rodriguez sein Pulver verschossen - damals, bei "Desperado". Jetzt ist das Schießpulver nass, die Knarre hat Ladehemmung und der Schuss geht völlig nach hinten los. Also, Mariachi, nimm deine Gitarre, sing ein trauriges chigualo über das unwürdige Ende dieser Serie und zieh weiter in die nächste Stadt. Adios, Muchacho.

Simon Staake

8

ich verstehe ehrlichgesagt nicht, was so viele kritiker dazu bewegt, diesen film so schlecht zu reden. es ist der erste teil der mariachi-reihe, den ich gesehen habe und ich muss sagen, dass er mir unglaublich gut gefallen hat, ich habe ihn bestimmt schon 5 mal gesehen und finde jedes mal aufs neue lustig, wie sands (johnny depp) mit seinem ,,cia" t-shirt in der stierkampfarena sitzt und sich mit diesem scmierigen bösewicht unterhält (weiß gerade nicht, wie der heißt),sich beim essen mit seinem auftraggeber immer wieder diesen arm anschraubt, den koch im lokal erschießt, weil das essen so gut ist, oder die trockenen witze, die er macht, als ihm seine augen abgeknüpft wurden. ich verstehe zwar, dass sich der kritiker daran stört, dass die einzelnen personen die meiste zeit des films nicht gerade den riesigen zusammenhang haben, aber ist dan in sin city nicht genauso? wie gesagt, ist der dritte teil bis jetzt der einzige, den ich gesehen habe, also ist meine gute kritik nicht auf einen mariachi-freak zurückzuführen, doch trotzdem hat mir der film irre viel spaß gemacht und ich kann ihn nur weiterempfehlen!!! bis denne, ciao!

10

ich kann die schlechte Kritik nicht verstehen. ein langweiliger mainstreamfilm wie mission
impossible 3 finden die leute gut, aber sie erkennen ein genial atmosphärischer Film
wie "Mexico" nicht ?...was ist mit unserer Gesellschaft geschehen..."Mexico" ist ein Film
der gegen alle "Mainstream-Filme" inszeniert worden ist, einen genialen Soundtrack hat
und voller überaschungen und versteckter Humor steckt. Auch den Schlussdialog zwischen
Banderas und Hayek hat mir Gänsehaut gegeben. Aber eben wer Johnny Depp sehen will, in einem 0815 Film...es läuft ja der gähnend langweiligen "Fluch der Karibik 3" den ja alle so genial finden...

10

ich find den film absolut genial! action, sarcasmus und einen sexy johnny depp :) was will man mehr?

9

Die meisten Leute hier scheinen mir zu verklemmt an alten Klamotten festzukleben. Ich kann nicht verstehen, wie man diesen Film derart herruntermachen kann. Das geilste an dem Teil ist die Musik. Besser als in den Vorgängern zusammen²! Die Besetzung ist super und an der schauspielerischen Leistung gibt es kaum etwas auszusetzen. Gut die Story mag konfus sein, doch der Film hat einfach Stil. Für alle die der spanischen Sprache mächtig sind, ist er umso genialer.

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