kleine Werbepause
Anzeige

Im Weltraum gibt es keine Gefühle

Im Weltraum gibt es keine Gefühle
tragikomödie , schweden 2010
original
i rymden finns inga känslor
regie
andreas Öhman
drehbuch
andreas Öhman, jonathan sjöberg
cast
bill skarsgard,
martin wallström,
cecilia forss,
sofie hamilton, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
24. November 2011
homepage
http://www.imweltraum.de
bewertung

7 von 10 Augen

 

Die schwedische Nominierung für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ist ein hübsches Werk über einen 18-jährigen mit Asperger-Syndrom (einer leichteren Form von Autismus), das spielerisch die Komplikationen zwischen einer emotionslosen Asperger-Welt voller wortwörtlich genommener Aussagen und dem Rest des Planeten auslotet.

Im Weltraum gibt es keine GefühleWenn die Dinge kompliziert werden, zieht sich Simon (Bill Skarsgard) in seinen Waschkessel zurück und ist im Weltraum. Nur sein Bruder Sam kann ihn dann noch erreichen – per Sprechfunk. Simon hat Asperger-Syndrom und dies macht nicht nur ihm, sondern auch dem Rest der Familie das Leben manchmal schwer. So zieht er von seinen verständnislosen Eltern zu seinem älteren Bruder und dessen Freundin Frida. Simon liebt Kreise. Sein Tagesablauf sowie der von Sam und Frida werden penibel auf Pappkreise aufgemalt und müssen exakt eingehalten werden. Frida flieht bald aufgrund seiner Marotten und hinterlässt einen verzweifelten Sam, der Simons perfekte Pläne vor Trübsinn nicht mehr einhalten kann.

Die Emotionen anderer interpretiert Simon über Smileys, da er Emotionen nicht erkennen kann und auch die Bedeutung hinter oft hingesprochenen Worten nicht erkennt. Für Simon ist alles so, wie es gesagt wird. Dies führt zu köstlichen Szenen, als Simon beginnt, seinem Bruder eine Freundin zu suchen. Auf dieser Partnersuche stellt er die absurdesten Fragen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Sam herauszufinden. Auf seinem „wissenschaftlich“ von ihm zusammengestellten Fragebogen stehen Fragen wie nach der Bevorzugung von Mayonnaise oder Ketchup. Als er die chaotische Jennifer (Cecilia Forss) kennenlernt, wird auch Simons Leben beeinflusst und er gibt sich alle Mühe, sie mit Sam zu verkuppeln. Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan.

Im Weltraum gibt es keine GefühleVisuell erinnernd an „Die Tiefseetaucher“ und mit Diagrammeinblendungen wie in „Stranger than Fiction“ ist „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“ ein Fest an Farben, Formen und gemusterten Tapeten. Öhmans Film besticht durch einen einheitlichen Stil und eine durchgängig schöne Komposition, die nur durch dramaturgische Längen und ein Nachlassen von Ideen und Wendungen im zweiten Teil des Werks an Wirkung verliert. Dies ist kein „Elling“, in dem die Abgründe von Behinderung nicht nur komisch, sondern auch tragisch sind, sondern eher ein Film für die Fans leicht schräger Indie-Unterhaltung.

Bill Skarsgard, der jüngere Bruder von Alexander Skarsgard, dem als skandinavischer Vampir aus „True Blood“ bekannten „Melancholia“-Darsteller und Sohn des berühmten schwedischen Schauspieler Stellan Skarsgard, hat zwar weder das schauspielerische Talent seines Bruders noch dessen gutes Aussehen, ist hier jedoch passend besetzt. In der Literaturverfilmung „Simon“ mit Jan Josef Liefers fiel er auf dem diesjährigen Filmfest Hamburg negativ auf, da er nur einen einzigen Gesichtsausdruck zeigte (man denke an Ben Affleck in „Pearl Harbor“). Der gleichnamige Simon aus „Im Weltall gibt es keine Gefühle“ hingegen kann Gesichtsausdrücke nicht intuitiv erfassen und zeigt auch selbst keine, Im Weltraum gibt es keine Gefühlewas Bill Skarsgard problemlos und glaubwürdig verkörpern kann. Cecilia Forss ist wunderbar und gibt diesem Film genau die Menge an Herz, die ihn zum Leben erweckt.

Der Regisseur selbst ist kaum älter als Darsteller Skarsgard und Co. Andreas Öhman wollte Filme drehen, seit er mit 16 „Magnolia“ sah. Mit 19 gewann er seinen ersten Filmpreis, mit nunmehr 26 hat er nicht nur den renommiertesten schwedischen Kurzfilmpreis gewonnen und die erste animierte schwedische Sitcom mitentwickelt, sondern ist auch noch mit seinem ersten Langspielfilm für den Oscar vorgeschlagen worden. Das ist beachtlich, auch wenn er den Preis am Ende nicht mit nach Hause nehmen durfte - zurecht, denn dafür trägt dieser Film nicht durchgängig gut, auch wenn der schön leichtfüßige Umgang mit Behinderung ihn von anderen abhebt. 

Margarete Prowe

Ich fand den Film einfach

10

Ich fand den Film einfach genial.Darsteller,Story,einfach alles hat gestimmt.Klare Empfehlung!

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
12 + 3 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.